Springe direkt zu Inhalt

Wir begrüßen neue Professorinnen und Professoren am Fachbereich

News vom 18.10.2021

Wir freuen uns sehr, unsere neuen Professorinnen und Professoren am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften dauerhaft begrüßen zu dürfen.

Univ.-Prof. Dr. Elke Hartmann am Institut für Turkologie

Meine Forschungsschwerpunkte liegen auf der osmanischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhundert, der Epoche der Modernisierung, der Staats- und Nationsbildungen. Dabei betrachte ich die osmanische Geschichte in ihren vielfältigen Verflechtungen und Kontexten.
In meiner Dissertation habe ich das Militär und die Wehrpflicht als Ausdruck, Indikator und Instrument der osmanischen Modernisierung, der Expansion des osmanischen Staates untersucht, ebenso auch im Hinblick auf die Ausgestaltung und Bedeutung kultureller, intellektueller und technischer Adaptionen. Für meine Habilitation habe ich mich auf der Grundlage von Selbstzeugnissen am Beispiel der osmanischen Armenier Fragen der Selbstverortung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Osmanischen Staat, osmanischen Herrschaftspraktiken in der Peripherie und Mechanismen der Integration zugewandt. In meinem derzeitigen Forschungsprojekt befasse ich mich anhand der Biographien und Schriften einiger Vordenker des Panturkismus mit transosmanischen Mobilitäten und osmanisch-russländischen Verflechtungen.
Für die kommenden Jahre plane ich zwei Forschungsschwerpunkte am Institut: zum einen eine vergleichende Untersuchung osmanischer moderner Staatlichkeit, Herrschaftspraktiken und sozialer Strukturen in den peripheren Gebirgsregionen des Reiches, die bis zum 19. Jahrhundert kaum zentralstaatlicher Kontrolle unterworfen waren; zum anderen möchte ich Forschungen zur osmanischen Begriffsgeschichte bündeln.

Dr. Juliane Noth am Kunsthistorischen Institut (Schwerpunkt Ostasiatische Kunstgeschichte)

Der Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf dem Gebiet der chinesischen Kunst des 20. Jahrhunderts, ihre Neubestimmung(en) in Bezug auf historische Praktiken und globale Vernetzungen sowie auf ihre institutionellen Rahmenbedingungen.

Mein aktuelles Forschungsprojekt „Artistic Practices during the Cultural Revolution: Actors, Media, Institutions“ hat das Ziel, ein differenzierteres Bild der vielfältigen künstlerischen Praktiken während der Jahre zwischen 1966 und 1976 zu zeichnen. Ich untersuche neben den radikalen Plakaten und Schriften der Roten Garden (1966–1968) und der offiziellen Kunst der 1970er Jahre auch Arbeiten von älteren, ehemals etablierten und nun verfolgten Künstlern, solche von jüngeren Künstlern, die heimlich und außerhalb des gesellschaftlich vorgegebenen Rahmens arbeiteten, und von Arbeitern und Bauern, die zu Amateurkünstlern ausgebildet wurden. Die Künstlerinnen und Künstler entwickelten vielfältige ästhetische Kriterien, um die strengen politischen Vorgaben umzusetzen oder sich ihnen zu widersetzen.

Daneben arbeite ich an einem Vorhaben mit dem vorläufigen Titel „Envisioning Modern Chinese Art in Hangzhou: The National Academy of Arts, 1928–1937“. Die Kunsthochschule in Hangzhou wurde gegründet, um eine moderne Künstlerausbildung nach französischem Vorbild einzuführen und zugleich das Konzept einer „ästhetischen Erziehung“ des Erziehungsministers Cai Yuanpei umzusetzen. In meiner Untersuchung der Geschichte der Akademie von ihrer Gründung bis zum Ausbruch der Sino-Japanischen Krieges liegt der Schwerpunkt auf der Frage, wie die hehren Forderungen nach einer grundlegenden Reform der chinesischen Kunst, wie sie in den programmatischen Zeitschriften der Hochschule formuliert sind, mit der Praxis der Künstlerausbildung und den Realitäten der republikzeitlichen Kunstwelt vereinbart wurden.

Univ.-Prof. Dr. Florian Zemmin am Insitut für Islamwissenschaft

Ich bin Islam- und Nahostwissenschaftler (Promotion Universität Bern, 2016) mit einem Hintergrund in Kultur- und Religionswissenschaften (BA Universität Bayreuth, 2007). Als solcher integriere ich philologische Analysen islamischer und arabischer Wissensfelder mit Theorien und Ansätzen aus der Religionssoziologie und der historischen Semantik. Mein Ziel ist es, islamische und arabische Wissensfelder nicht nur mit diesen Theorien zu analysieren, sondern sie in die Konstruktion von Theorien mit größerer Reichweite einzubinden. Mein übergreifendes Forschungsgebiet ist Islam, Moderne und Säkularität. Mein regionaler Schwerpunkt war bisher Ägypten, wobei Marokko derzeit stärker in den Mittelpunkt rückt. Mein derzeitiges Hauptprojekt ist der arabischen Religionssoziologie gewidmet. Außerdem setze ich meine programmatische Arbeit zur Stärkung der Begriffsgeschichte nahöstlicher Sprachen als Forschungsgebiet fort.

Jüngste Arbeiten, die meine Forschungsfelder illustrieren, sind: zusammen mit Henning Sievert, „Begriffsgeschichte des Vorderen Orients: The Sattelzeit as a Heuristic Tool for Interrogating the Formation of a Multi-Layered Modernity“ Contributions to the History of Concepts (erscheint Winter 2021); „Soziologie in arabischen Gesellschaften“, in Heike Delitz, Julian Müller, & Robert Seyfert (Eds.), Handbuch Theorien der Soziologie (Springer VS, erscheint Herbst 2021); „Varieties of Secularity“, in Armando Salvatore, Sari Hanafi, & Kieko Obuse (Eds.), The Oxford Handbook of the Sociology of the Middle East (Oxford University Press 2021); Modernity in Islamic Tradition. The Concept of 'Society' in the Journal al-Manar (Cairo, 1898-1940) (De Gruyter, 2018).

Dr. Dr. Mathieu A.J.H. Ossendrijver am Insitut für Wissensgeschichte des Altertums

Mathieu Ossendrijver ist Wissenschaftshistoriker der Antike und Altorientalist. Seine Forschungsinteressen umfassen antike Wissenspraktiken wie Rechnen, Vorhersagen, und Beobachten, insbesondere in den mesopotamischen astralen Wissenschaften und Mathematik; die sozialen und institutionellen Kontexte der mesopotamischen Gelehrsamkeit, und den interkulturellen Wissenstransfer in der antiken Welt.

1 / 57
Tutoring
Mentoring
Akkreditierte Studiengänge_v3