Kunst am Bau in der Fabeckstraße und der Campusbibliothek

Die Holzlaube der Freien Universität bietet nicht nur Platz für Wissenschaft und Forschung: jetzt zeigt sie auch Kunst.

Gewinner des Wettbewerbs zur künstlierischen Gestaltung der Holzlaube war im Jahr 2016 der Berliner Künstler Robert Patz. Für sein Werk „Tricksters Plan“ erhielt er ein Preisgeld von 3.500 Euro. Das Kunstwerk besteht aus drei Teilen und kann ab sofort bestaunt werden.

News vom 30.01.2018

„Der Kojote taucht immer wieder auf“

„Tricksters Plan“ verbindet die verschiedenen Bereiche in und vor der Holzlaube: Im Foyer der Campusbibliothek entstand eine großformatige Wandarbeit auf zirka 350 Quadratmetern, die als Tapete auf die Wände aufgebracht wurde. Sie zeigt ein dichtes und wildes Gewebe grafisch-narrativer Elemente, die im Gegensatz zu der strengen Aufreihungen der Bücherregale stehen. Durch ihre Größe bietet die Arbeit bei jedem Besuch neue Entdeckungen. In den sechs Treppenhäusern des Institutsgebäudes wurden verschiedenfarbige Installationen angebracht. Sie bestehen aus zwei bis sechs aus Aluminium geformten Segmenten in Form von eingerollten Blättern oder Buchseiten, auf denen ähnlich zu der Wandarbeit in der Bibliothek grafische Notationen zu erkennen sind. Vor dem Gebäude wurde die etwa einen Meter hohe Skulptur eines Kojoten aufgestellt, der immer wieder in den Erzählungen der Kunstwerke im Foyer und der Treppenhäuser auftaucht. Die Skulptur ist aus Alaska-Zeder gefertigt, dem Fassadenmaterial der Holzlaube.

Der Kojote steht für den „Trickster“, der der Arbeit der Biologin und Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway entliehen ist. „Der Trickster ist für sie eine Figur, die der Welt entspricht“, erklärt Robert Patz, „und zwar deswegen, weil die Welt der Wissenschaft oder dem Streben nach Forschung immer ausweicht. Immer wenn wir etwas entdecken oder Fragen beantworten, dann entstehen viele neue Fragen. ‚Tricksters Plan‘ ist eine Arbeit, in der es um eine wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung geht, um die Ebene, wie geforscht wird in der Universität, wie gelehrt wird, und in welchem Verhältnis beides zueinander steht.“

„Die Nutzer sollen sich in dem Werk wiedererkennen“

Während der Entwicklung seines Werkes war Robert Patz mehrmals vor Ort und hat sich mit vielen Nutzern der Campusbibliothek und des Gebäudes unterhalten. „Das war natürlich toll“, sagt Patz, der selbst Doktorand am Graduiertenkolleg „Das Wissen der Künste“ der Universität der Künste ist. „Wir sind zum Beispiel auf das wissenschaftstheoretische Selbstverständnis zu sprechen gekommen. Im Vergleich zu den Naturwissenschaften oder der Technologie wird von den Kleinen Fächern zudem immer ein wenig erwartet, dass sie sich behaupten, ihre Relevanz klarmachen und sich ein bisschen anders aufstellen. Das fand ich interessant.“ Das Kunstwerk sei kein abstraktes Objekt, sondern biete Platz, um die Anekdoten, Erzählungen, Bilder und auch Erfahrungen der Betrachter einfließen zu lassen. Sie sollten sich an Stellen wiedererkennen können für eine persönliche Verbundenheit zum Ort.

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