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Dr. Maximilian Schuh

Schuh

Friedrich-Meinecke-Institut

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Geschichte des hohen und späten Mittelalters

Adresse
Koserstr. 20
Raum A 242
14195 Berlin

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seit Oktober 2019
wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsbereich Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

2016-2019
akademischer Mitarbeiter, Vergleichende Landesgeschichte in europäischer Perspektive – Schwerpunkt Spätmittelalter, Historisches Seminar, Universität Heidelberg

2013-2016
akademischer Mitarbeiter, Heidelberg Center for the Environment, Universität Heidelberg

2012-2013
Postdoc, DFG-Graduiertenkolleg „Expertenkulturen des 12. bis 16. Jahrhunderts", Universität Göttingen

2011-2012
wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl für Früh- und Hochmittelalter, Historisches Seminar, Universität München

2011
Promotion in Mittlerer Geschichte an der Universität Münster

2008-2011
wissenschaftlicher Mitarbeiter, Graduiertenschule, Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“, Universität Münster / Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Rom

2007-2008
Stipendiat, DFG-Graduiertenkolleg „Generationenbewusstsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter“, Universität Bamberg

2000-2006
Studium der Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften in München und Edinburgh

Wintersemester 2021/22

Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Die Universität im Mittelalter

Vertiefungsseminar [Politik]: Umweltgeschichte des Spätmittelalters

Forschungsschwerpunkte

Umweltgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Geschichte Englands im Spätmittelalter

Universitäts-, Bildungs- und Sozialgeschichte des Mittelalters

Umweltwahrnehmungen im England des 14. Jahrhunderts (Habilitationsprojekt)

Die Geschichte Englands im 14. Jahrhundert wurde lange als eine Geschichte der Könige und ihrer Kriege oder als Geschichte des sich ausformenden Rechtswesens und des entstehenden Parlamentarismus geschrieben. Die Dimension Umwelt gewann erst in der jüngsten Vergangenheit in der geschichtswissenschaftlichen Forschung an Bedeutung. Angesichts der Veränderungen der klimatischen Bedingungen und der großen mikrobiologischen Herausforderung der Pest verwundert diese Schwerpunktsetzung und verlangt geradezu nach einer Umweltgeschichte Englands im Spätmittelalter.

Diese Umweltgeschichte ist zunächst eine Geschichte der Umweltwahrnehmungen. Quellenzeugnisse zu Wetter- und anderen Umweltphänomenen müssen in ihrem Originalzusammenhang kritisch untersucht werden, um zu gesicherten historischen Erkenntnissen zu gelangen. Die Erwähnung bzw. Nichterwähnung von Umwelteinflüssen in verschiedenen spätmittelalterlichen Überlieferungsgattungen hängt nicht alleine von den Ereignissen selbst, sondern fundamental von den kommunikativen Praktiken ihres Entstehungszusammenhangs ab. Die umfassende Untersuchung und Kontextualisierung der Überlieferungen lassen bestimmte darstellerische und argumentative Muster erkennen, deren Hintergründe es jeweils zu erhellen und zu erläutern gilt, um die Erwähnungen angemessen beurteilen zu können.

Vor diesem Hintergrund werden grundherrliche Rechnungen, Gerichtsakten, Petitionen an den König, königliche und fürstliche Urkunden, der gelehrte astro-meteorologische Diskurs sowie die zeitgenössische Geschichtsschreibung und ausgewählte literarische Werke intensiv auf Erwähnungen von Umwelteinflüssen hin untersucht und diese Erwähnungen kritisch in dem jeweiligen Entstehungskontext der Überlieferungen verortet.

Die verschiedenen Wahrnehmungen von Umwelt im England des 14. Jahrhunderts in ihren politischen, ökonomischen und sozialen Kontexten zu verstehen und die narrativen und argumentativen Muster zu erhellen, in denen sie genutzt wurden, ist das zentrale Anliegen dieses Ansatzes. Angesichts der enormen Umweltherausforderungen, denen sich Gesellschaften heute gegenübersehen, trägt dieses Vorgehen nicht nur zum historischen Erkenntnisgewinn, sondern auch zu einem besseren Verständnis unseres Umgangs mit natürlichen Einflüssen und ihren Instrumentalisierungen bei.

Ausführlichere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Monographie

  • Aneignungen des Humanismus. Institutionelle und individuelle Praktiken an der Universität Ingolstadt im 15. Jahrhundert (Education and Society in the Middle Ages and Renaissance 47), Leiden / Boston 2013.

Studienmaterialien

  • Orte des Wissens in der Vormoderne III: Universitäten vor 1800. Wissensvermittlung und -aneignung als soziale und kulturelle Praxis (Kurs 33552), 3 Bände, Hagen 2018.

Sammelbände

  • zus. mit Jan-Hendryk de Boer / Marian Füssel (Hg.), Universitäre Gelehrtenkultur vom 13.–16. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres Quellen- und Methodenhandbuch, Stuttgart 2018.
  • zus. mit Dominik Collet (Hg.), Famines During the ‘Little Ice Age’ (1300-1800). Socionatural Entanglements in Premodern Societies, Cham 2018.
  • zus. mit Hartwin Brandt / Ulrike Siewert (Hg.), Familie – Generation – Institution. Generationenkonzepte in der Vormoderne (Bamberger Historische Studien 2), Bamberg 2008.
  • zus. mit Eva Schlotheuber (Hg.), Denkweisen und Lebenswelten des Mittelalters (Münchener Kontaktstudium für Geschichtslehrer 7), München 2004.

Aufsätze

  • Die Universität Ingolstadt und ihre Mitglieder in der Registerüberlieferung von päpstlicher Kanzlei und Pönitentiarie (1459–1519), in: Kurie und Kodikologie. Festschrift für Claudia Märtl zum 65. Geburtstag, hg. v. Jörg Schwarz / Georg Strack, Ostfildern 2021, S. 181-202.
  • Repräsentation der Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden. Die Matrikelcodices der Universität Ingolstadt im 15. und 16. Jahrhundert, in: Szepter, Ketten und Pokale. Die Insignien der Ludwig-Maximilians-Universität Ingolstadt – Landshut – München (Beiträge zur Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München 11), hg. v. Katharina Weigand, München 2020, S. 29-43 und S. 165-173.
  • Rhetorikvorlesungen an der spätmittelalterlichen Universität. Wissensvermittlung zwischen Autoritätentexten und studentischer Lebenswirklichkeit, in: Lob der Vorlesung? Vorschläge zur Verständigung über Form, Funktion und Ziele universitärer Lehre (Doing Higher Education), hg. v. Rudolf Egger / Balthasar Eugster, Wiesbaden 2020, S. 49-60.
  • Narratives of Environmental Events in the Winchester Pipe Rolls and English Historiography of the Early Fourteenth Century, in: The Crisis of the 14th Century Teleconnections between Environmental and Societal Change? (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte 13), hg. v. Martin Bauch / Gerrit Jasper Schenk, Berlin / Boston 2020, S. 247-262. Open Access
  • zus. mit Tobias Kluge, Providing reliable data? Combining Scientific and Historical Perspectives on Flooding Events in Late Medieval and Early Modern Nuremberg (1400-1800), in: Making the Medieval Relevant. How Medieval Studies Contribute to Improving our Understanding of the Present (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte 6), hg. v. Chris Jones / Conor Kostick / Klaus Oschema, Berlin / Boston 2020, S. 31-44. Open Access
  • Die Universität Ingolstadt und der Südwesten des Reiches. Individuelle und institutionelle Kontakte im 15. Jahrhundert, in: Universitäten und ihr Umfeld. Südwesten und Reich in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. v. Benjamin Müsegades / Ingo Runde, Heidelberg 2019, S. 229-240.
  • zus. mit Jan-Hendryk de Boer / Marian Füssel, Einleitung, in: Universitäre Gelehrtenkultur vom 13.–16. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres Quellen- und Methodenhandbuch, hg. v. Jan-Hendryk de Boer / Marian Füssel / Maximilian Schuh, Stuttgart 2018, S. 11-15.
  • Kolleghefte, Vorlesungsmitschriften, in: Universitäre Gelehrtenkultur vom 13.–16. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres Quellen- und Methodenhandbuch, hg. v. Jan-Hendryk de Boer / Marian Füssel / Maximilian Schuh, Stuttgart 2018, S. 255-263.
  • Matrikeln, in: Universitäre Gelehrtenkultur vom 13.–16. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres Quellen- und Methodenhandbuch, hg. v. Jan-Hendryk de Boer/ Marian Füssel / Maximilian Schuh, Stuttgart 2018, S. 103-117.
  • zus. mit Dominik Collet, Famines: At the Interface of Nature and Society, in: Famines During the ‘Little Ice Age’ (1300-1800). Socionatural Entanglements in Premodern Societies, hg. v. Dominik Collet / Maximilian Schuh, Cham 2018, S. 3-16.
  • Genderspezifische Ernährung in der spätmittelalterlichen Subsistenzkrise? Die Große Hungersnot in England (1315-1318/22), in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte 35 (2017), S. 17-35.
  • zus. mit Chantal Camenisch / Kathrin M. Keller / Melanie Salvisberg u. a., The 1430s. A cold period of extraordinary internal climate variability during the early Spörer Minimum with social and economic impacts in north-western and central Europe, in: Climate of the Past 12 (2016), S. 2107-2126. Open Access Zuvor erschienen als Discussion Paper: The Early Spörer Minimum – a Period of Extraordinary Climate and Socio-economic Changes in Western and Central Europe, in: Climate of the Past. Discussions 2016, S. 1-33.
  • Umweltbeobachtungen oder Ausreden? Das Wetter und seine Auswirkungen in den grundherrlichen Rechnungen des Bischofs von Winchester im 14. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Historische Forschung 43 (2016), S. 445-471.
  • Praktiken studentischen Lebens im Spätmittelalter, in: Jahrbuch für Universitätsgeschichte 17 (2014), S. 85-102.
  • zus. mit Dominik Collet, Famines during the ‘Little Ice Age’ (1300–1800). Socio-natural entanglements in premodern societies, in: Environment & History 21 (2015), S. 471-474.
  • Die Universität Ingolstadt als Station akademischer Mobilität im Spätmittelalter. Zu- und Abwanderungen im 15. Jahrhundert, in: Ingolstadt in Bewegung. Grenzgänge am Beginn der Reformation, hg. v. Susanne Greiter / Christine Zengerle, Göttingen 2015, S. 175-191.
  • Zwischen Erfurt, Wien und Padua. Wege Wilhelms von Reichenau in der Bildungslandschaft des Spätmittelalters, in: Reform und früher Humanismus in Eichstätt. Bischof Johann von Eych (1445-1464) (Eichstätter Beiträge N.F. 69), hg. v. Jürgen Dendorfer / Jessika Nowak, Regensburg 2015, S. 163-179.
  • Wein ist viel herrlicher als Bier. Praktiken der Wissensvermittlung und -aneignung im universitären Rhetorikunterricht des Spätmittelalters, in: Akademische Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne (Veröffentlichung der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte 13), hg. v. Martin Kintzinger / Sita Steckel / Julia Crispin, Basel 2015, S. 121-141.
  • Student Mobilities and Masculinities. The Case of the Empire North of the Alps in the Fifteenth Century, in: Travels and Mobilities in the Middle Ages. From the Atlantic to the Black Sea (International Medieval Research 21), hg. v. Marianne O’Doherty / Felicitas Schmieder, Turnhout 2015, S. 245-263.
  • Making Renaissance Humanism Popular in the Fifteenth Century Empire, in: Renaissance Now! The Value of the Renaissance Past in Contemporary Culture, hg. v. Brendan Dooley, Oxford u.a. 2014, S. 81-101.
  • Humanismus vor Celtis. Die studia humanitatis an der Ingolstädter Artistenfakultät, in: Humanismus in Ingolstadt (Pirckheimer-Jahrbuch für Renaissance- und Humanismusforschung 27), hg. v. Franz Fuchs, Wiesbaden 2013, S. 9-28.
  • Sieg des Humanismus? Aristotelismus an der Universität Ingolstadt an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert, in: Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen 34 (2012/13), S. 85-97.
  • Praxisorientierte Ausbildung oder elitäres Wissen? Universitäre Didaktik der Rhetorik im 15. Jahrhundert, in: Das Mittelalter 17 (2012), S. 116-125.
  • Ingolstadt oder Italien? Möglichkeiten und Grenzen akademischer Mobilität im Reich des 15. Jahrhunderts, in: Von Bologna zu ‚Bologna‘. Akademische Mobilität und ihre Grenzen (Itinera 31), hg. v. Tina Maurer / Christian Hesse, Basel 2011, S. 23-45.
  • In dicendo et ornatus et copiosus. Zur Diversität der Rhetorik an der Artistenfakultät der Universität Ingolstadt im 15. Jahrhundert, in: Rhetorik in Mittelalter und Renaissance. Konzepte – Praxis – Diversität (Münchner Beiträge zur Geschichtswissenschaft 6), hg. v. Georg Strack / Julia Knödler, München 2011, S. 315-336.
  • Von alten Bürgern und jungen Studenten im spätmittelalterlichen Ingolstadt. Das Verhältnis von Stadt und Universität als Generationenkonflikt? in: Generationen in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten (Konflikte und Kultur 20), hg. v. Mark Häberlein / Lina Hörl / Christian Kuhn, Konstanz 2011, S. 73-92.
  • zus. mit Ulrike Nagengast: Natur vs. Kultur? Zu den Konzepten der Generationenforschung, in: Familie – Generation – Institution. Generationenkonzepte in der Vormoderne (Bamberger Historische Studien 2), hg. v. Hartwin Brandt / Maximilian Schuh / Ulrike Siewert, Bamberg 2008, S. 11-30.

Lexikonartikel

Kleinere Beiträge

  • Gelehrtes medizinisches Wissen im mittelalterlichen Europa, in: Medicus. Macht des Wissens, hg. v. Alexander Schubert / Wolfgang Leitmeyer / Sebastian Zanke, Darmstadt 2019, S. 162-163.
  • Die Universität Ingolstadt als Ort sozialer Netzwerke im 15. Jahrhundert, in: Georgianum. Ein Ingolstädter Baudokument im Strom der Zeit, Ingolstadt 2018, S. 63-67.
  • zus. mit Tobias Kluge, Detektivarbeit. Extremen Klimaereignissen auf der Spur, in: Ruperto Carola 12 (2018), S. 96-105.
  • Blogbeitrag: Kopieren, zuhören, notieren. Zeugnisse des Vorlesungsbetriebs im Spätmittelalter, URL: https://dhip14.hypotheses.org/maximilian-schuh
  • Grundherrschaft, Reichsfürsten, Reichskirchensystem, Vogtei, Islam, Zünften, Transport, Lebenserwartung, Scholastik und Medizin, in: Claudia Märtl, Die 101 wichtigsten Fragen: Mittelalter, München 2006.
  • Mohammeds Flucht, Dschingis Khan schlägt die russischen Truppen, Die erste Leichensektion, Ausbruch der Pest in Italien, Einweihung des Genter Altars und Spanische Inquisition in: Nachrichten, die Geschichte machten. Von der Antike bis heute, hg. v. Claus Kleber, München 2006. 
  • Mohammed, Marco Polo, Dschingis Khan und Thomas von Aquin, in: Die musst du kennen. Menschen machen Geschichte, hg. v. Sandra Maischberger, München 2004.

Rezensionen

Buchbesprechungen in: Historische Zeitschrift, Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Zeitschrift für Historische Forschung, H-Soz-Kult, sehepunkte, Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte

Mentoring
Tutoring
OSA Geschichte
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