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Übung (Ü 13220): Vergleich, Transfer und transnationale Geschichte

Dr. Patrick Merziger

M.A.-Modul 3

Donnerstag, 16-18 Uhr, Koserstr. 20, A 121

Lange Zeit bewegte sich die (deutsche) Geschichtswissenschaft in den Grenzen des Nationalstaates, spätestens seit den 90er Jahren wird sie aber „internationaler“. Am Anfang stand eine intensive Beschäftigung mit der Methode des Vergleichs, der immer noch nationalstaatlich orientiert war, da zumeist zwei Länder gegen einander gehalten wurden. Dann wandte sich die Forschung in den Transfer- und Verflechtungsgeschichten der gegenseitigen Beeinflussung und dem Austausch zu; die europäische Geschichte erlebte einen Aufschwung. Schließlich nahm eine transnationale Geschichtsschreibung überstaatliche Akteure, Organisationen und Entwicklungen in den Blick, gleichzeitig mehrten sich die Versuche, eine Globalgeschichte zu schreiben. In der Lektüreübung soll es zuerst um eine historische Einordung des Phänomens gehen, denn auch vor der geschilderten Konjunktur wurde bereits internationale Geschichte und Weltgeschichte geschrieben, und über einen Abgleich mit frühen Ansätzen kann aufgezeigt werden, dass auch diese besondere Perspektive einen bestimmten historischen Ort hat. Dann sollen grundlegende Texte zu den unterschiedlichen Ansätzen gelesen und diskutiert werden, um schließlich ihre Umsetzung an ausgewählten historischen Arbeiten überprüfen zu können.

Einführende Literatur: Hartmut Kaelble / Jürgen Schriewer (Hg.): Vergleich und Transfer. Komparatistik in den Sozial-, Geschichts- und Kulturwissenschaften. Frankfurt 2003; Gunilla Budde u.a. (Hg.): Transnationale Geschichte. Themen, Tendenzen und Theorien. Göttingen 2006; Wolfgang Hardtwig / Philipp Müller (Hg.): Weltgeschichte in Berlin. 13 Entwürfe. Universalhistorisches Denken in Berlin. Göttingen 2010.

Geschichte und Gesellschaft
Arbeitsbereich Zeitgeschichte
Stadtgeschichte