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Seminar (13062): Die Mittelschichten in Deutschland im 20. Jahrhundert

Dagmar Hilpert M.A.

Dienstag 10-12 Uhr, Koserstr. 20, A 121

Schon in der Antike wurde die „Mitte" als entscheidender Faktor der politischen und sozialen Ordnung wahrgenommen. Der aristotelische Entwurf einer möglichst homogenen, um eine breite gesellschaftliche Mitte zentrierte Bürgergesellschaft wurde seit dem 19. Jh. immer wieder als Zukunftskonzept aktualisiert. In der Bundesrepublik erlangte die „Mitte“ als zentrale Denkfigur eine Bedeutung wie nie zuvor in der Geschichte: dazu trug v.a. die „erlösende“ Formel von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ (H. Schelsky) bei.
Welche Kräfte haben die Mittelschichten in Deutschland im 20. Jahrhundert geprägt? Wie und in welchen Dimensionen hat sie sich konstituiert, was waren die Bedingungen für ihre Expansion oder Schrumpfung, für ihre Kohäsion oder Offenheit? Das Seminar beschäftigt sich mit dem sozialen und gesellschaftlichen Wandel in Deutschland im 20. Jahrhunderts, der durch die Herausbildung der mittleren Schichten ganz entscheidend gekennzeichnet war.

Literatur: Conze, Werner: Art. „Mittelstand“, in: Otto Brunner u.a. (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 4, Stuttgart 1978, S. 49-92; Geiger, Theodor, Die soziale Schichtung des deutschen Volkes, Stuttgart 1932; Kocka, Jürgen: Die Angestellten in der deutschen Geschichte 1850-1980, Göttingen 1981; Nolte, Paul: Die Ordnung der deutschen Gesellschaft, München 2000; Winkler, Heinrich August: Zwischen Marx und Monopolen. Der deutsche Mittelstand vom Kaiserreich zur Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt a.M. 1991; Zunz, Oliver u.a. (Hg.): Social Contracts under Stress. The Middle Classes of America, Europe, and Japan at the Turn of the Century, New York 2002.

Geschichte und Gesellschaft
Arbeitsbereich Zeitgeschichte
Stadtgeschichte
Moral Economies of Modern Societies