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Übung (Ü 13215): Die Musealisierung des Krieges

M.A.-Modul 3

Patrick Merziger, M.A.

Donnerstag, 16-18 Uhr, Koserstr. 20, A 121

Gerade in der Bundesrepublik Deutschland sind Ausstellungen zum Thema „Krieg“ ein „vermintes Feld“. Da es lange Zeit kaum eigene Denkmale zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg gab und deren Errichtung bis heute angesichts des verbrecherischen Angriffskrieges, den das „Dritte Reich“ vom Zaum brach, wenig einleuchtend erscheint, sind die Museen in zweierlei Richtung gefordert und damit häufig überfordert: Sie sollen ein Ort des Erinnerns sein, gleichzeitig aber auch zur „korrekten“ Aufarbeitung beitragen. Deutlich zeigt sich diese Überforderung in den heftigen Diskussionen, um die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ des Hamburger Institutes für Sozialforschung oder um die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, die ein „Dokumentationszentrum“ vorbereitet. Aber die Museumsmacher stehen noch vor einem zweiten Dilemma: Der Krieg ist entsprechend aufbereitet ein attraktives und emotional bewegendes Thema; angesichts der Schrecken der europäischen Kriege scheinen sich jedoch Entertainment oder monumentale Shows zu verbieten.
In der Übung soll nun anhand neuerer Ansätze aus der Militärgeschichte über die Ausstellbarkeit des Krieges nachgedacht werden; aus der museumspädagogischen Literatur erarbeiten wir mögliche Ausstellungskonzepte. In einem zweiten Teil wollen wir ausgewählte Museen auf die Umsetzung des Themas „Krieg“ in eine Ausstellung analysieren. Dazu werden wir Museen in Berlin und Umgebung besuchen. Die Teilnahme an der Übung setzt zudem die Bereitschaft voraus, an einer eintägigen Exkursion nach Dresden (12.7.) teil zu nehmen. Wir werden dort die alte Übergangsausstellung und die neue Ausstellung des Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, die noch im Aufbau sein wird, besichtigen können.

Einführende Literatur: Joachim Baur (Hg.): Museumsanalyse. Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes. Bielefeld 2010; Susi K. Frank: Einleitung: Kriegsnarrative. In: Zwischen Apokalypse und Alltag. Kriegsnarrative des 20. und 21. Jahrhunderts. Hg. v. Natalia Borissova. Bielefeld 2009, S. 7-40.

Geschichte und Gesellschaft
Arbeitsbereich Zeitgeschichte
Stadtgeschichte