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Die Rezitation heiliger Texte - Formgebende Austauschprozesse zwischen syrisch-aramäischen Gesangstraditionen und der Koranrezitation

Rezitationsprojekt

Rezitationsprojekt
Bildquelle: Charlotte Asbrock

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

An der Freien Universität Berlin

Seminar für Semitistik und Arabistik, Fachrichtung Semitistik

 

  • Projektleitung: Prof. Dr. Angelika Neuwirth und Dr. Ulrike-Rebekka Nieten
  • Wissenschaftliche Mitarbeiter: Stephanie Schewe
  • Rezitatoren: Priester und Malfono Murat Üzel (Syrisch Orthodoxe Kirche, Berlin), Imam Aḥmad al-Arabī (al-Azhar Universität, Kairo), Imam Muˁāḏ as-Saḥābī (Madrasa Ibn al-Qāḍī li l-qirāˀāt, Rabat, Salé)


Zusammenfassung des Projekts

1) Musik, Grammatik und Rhetorik in den syrisch-aramäischen Rezitationen (Dr. Ulrike-Rebekka Nieten)

2) Die Rolle der Rhetorik in der Koranrezitation: Sprach- und musikwissenschaftliche Untersuchungen (Dr. Stephanie Schewe)

 

In dem Projekt wurden in zwei Teilprojekten die Gesetzmäßigkeiten der syrisch-aramäischen Rezitation sowie der Koranrezitation erforscht und miteinander verglichen, da die musikalische Aufführungspraxis heiliger Texte in beiden Traditionen große Gemeinsamkeiten aufweist.

Der Bearbeitung des Projektes lagen folgende Arbeitsschritte zugrunde: Die Rezitationen wurden bei verschiedenen Rezitatoren aufgenommen, transkribiert und notiert. Diese Arbeit bildete den Forschungsgegenstand. Die Rezitationen wurden nach philologischen und musikwissenschaftlichen Methoden untersucht, sodass Bezüge hergestellt werden konnten zwischen der Aufführungspraxis und den Akzentbeschreibungen der syrischen Grammatiker bzw. den taǧwīd-Regeln der arabischen Gelehrten. Die Forschungsergebnisse für die Rezitation heiliger Texte im syrisch-aramäischen Ritus (Ṭūr ˁAbdīn) und in der Koranrezitation (Kairo, Rabat) belegen die Zusammenhänge zwischen Musik, Grammatik, Metrik und Rhetorik. Die heiligen Texte sollten einem nicht lesenden Publikum vermittelt werden. Der Vortrag des Textes richtete sich an eine hörende Gemeinde, und damit er nicht falsch verstanden werden konnte, wurde er präzise geregelt und sogar inszeniert. Im Syrischen entstand ein nach grammatikalischen und rhetorischen Kriterien entwickeltes Notationssystem mit der Markierung von Versanfängen und -enden. Die musikalisch sehr vielschichtige Ausführung wird in der Art der Performance des Korans noch erweitert. Es konnten wesentliche Erkenntnisse über das Akzentsystem in der syrisch-aramäischen Rezitationspraxis gewonnen werden. Es hat sich hat sich gezeigt, dass sich grammatische und rhetorische Phänomene gestaltbildend auf die islamische Rezitationspraxis auswirken. Die Ergebnisse aus dem DFG-Projekt erscheinen in der Reihe Musica Sacra Orientalis, Bde. 1 u. 2, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden (Druck in Vorbereitung)

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