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Kompetenzstandards für Chinesisch im deutschen Bildungssystem (KompChin)

Mitarbeiter/innen:
Förderung:

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)  (Förderkennzeichen: 01DO25005A)

Projektlaufzeit:
01.10.2025 — 30.09.2028
BMFTR

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KompChin

KompChin

Im Rahmen des vom BMFTR-geförderten Projekts „KompChin“ entwickeln das Institut für Sinologie an der Freien Universität, Prof. Andreas Guder, in Kooperation mit dem Sprachenzentrum der Universität Leipzig, Prof. Olaf Bärenfänger und Prof. em. Erwin Tschirner, realistische, empirisch fundierte und auf dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) basierende Kompetenzstandards und diagnostische Verfahren für Chinesisch als Fremdsprache im deutschen Bildungssystem.

 

Über die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Chinesisch von 1998 (minimal ergänzt 2018) hinaus bestehen bislang keine länderübergreifenden Grundlagen, die einen standard- und kompetenzorientierten Chinesischunterricht definieren würden. Gleichzeitig steht der Erwerb des Chinesischen vor allem durch das komplexe Schriftsystem vor Herausforderungen, die europäischen Fremdsprachen unbekannt sind. Ziel des vorliegenden Projekts ist daher die Ermittlung realistischer, empirisch validierter und auf dem GER beruhender Kompetenzziele für das Abiturfach Chinesisch, für das Ende des ersten Studienjahrs eines chinawissenschaftlichen Studiums sowie für den Abschluss des chinawissenschaftlichen BA-Studiums als bildungsbiographische Referenzpunkte. Dabei wird untersucht, wie sich Sprachfertigkeiten und sprachliche Mittel in der Fremdsprache Chinesisch zwischen Niveau unter A1 und B2 entwickeln und wie die damit verbundenen mündlichen und schriftlichen Kompetenzen, Lernziele und Kompetenzstandards systematisch beschrieben und diagnostisch erfasst werden können. Ein Fokus liegt dabei auf der Entwicklung diagnostischer Verfahren, um Sprachstandsmessung und Zweitspracherwerb des Chinesischen bei Lernenden mit der Erstsprache Deutsch zu verbessern. Zielsetzung ist insbesondere die Stärkung der Anschlussfähigkeit zwischen schulischer und akademischer Sprachausbildung Chinesisch.

 

Zur Ermittlung der Kompetenzstände werden über einen Zeitraum von drei Jahren vier Gruppen von Chinesisch-Lernenden in Deutschland untersucht: a) Abiturienten im Grundkurs oder Leistungskurs Chinesisch, b) Bachelor-Studierende nach dem ersten Jahr Chinesisch-Studium, c) Bachelor-Absolventen chinawissenschaftlicher Studiengänge ohne Auslandsaufenthalt und d) Bachelor-Absolventen nach einem Auslandsaufenthalt in einem chinesischsprachigen Land von mindestens einem Jahr. Die Testteilnehmenden absolvieren standardisierte sprachliche Kompetenztests für Chinesisch (Sprechen, Hören, Schreiben, Lesen) von ACTFL (American Council on the Teaching of Foreign Languages) sowie im Rahmen des Projekts entwickelte Wortschatzumfangstests (rezeptiv, produktiv sowie auditiv) des Instituts für Testforschung und Testentwicklung (ITT) und füllen Fragebögen zu Biographie, Lernhintergrund, Motivation und Auslandsaufenthalten aus.

 

Auf Grundlage der Deskriptoren des GER, des Projekts EBCL (European Benchmarks for the Chinese Language; ed. Guder & Fachverband Chinesisch 2015) sowie der NCCSFL-ACTFL Can-Do Statements werden außerdem belastbare Kompetenzstandards für alle vier Fertigkeiten – Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen – entwickelt, die sowohl für Selbst- als auch für Fremdevaluationen geeignet sind und mithilfe von Standard-Setting-Verfahren validiert werden. Ein wesentliches Kriterium für die Entwicklung dieser Kompetenzstandards bilden dabei Erkenntnisse aus der Zweitspracherwerbsforschung, insbesondere zum Chinesischen als Fremdsprache, sowie die mittels der im Projekt selbst gewonnenen empirischen Testergebnisse.

 

Die im Rahmen des Projekts erarbeiteten Ergebnisse, Kompetenzstandards und diagnostischen Verfahren sollen so aufbereitet werden, dass sie für Schulen und Universitäten in allen deutschen Bundesländern einsetzbar sind und auf diese Weise eine belastbare Grundlage für die chinesische Sprachausbildung, für bildungspolitische Entscheidungen sowie für die Curriculum- und Lehrwerkentwicklung schaffen.

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