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Masterstudiengang Judaisik

Zulassungsbedingungen

Erforderlicher Abschluss

Für den Zugang zum Masterstudiengang Judaistik müssen Bewerberinnen und Bewerber einen berufsqualifizierenden deutschen oder gleichwertigen ausländischen Abschluss eines Hochschulstudiums mit einem Studienanteil von mindestens 60 Leistungspunkten in Modulen mit für Judaistik/Jüdische Studien relevanten Inhalten nachweisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese nachzuweisenden Leistungen in Judaistik/Jüdische Studien im Kontext der Antisemitismusforschung, der Arabistik, der Geschichtswissenschaft, der Holocaust Studies, der Islamwissenschaft, der Osteuropastudien, der Philosophie, der Religionswissenschaft, der Semitistik oder in vergleichbaren Fächern erworben wurden.

Bachelor-Abschluss zum Zeitpunkt der Einschreibung

Der Bachelor-Abschluss muss zum Zeitpunkt der Einschreibung noch nicht vorliegen. Es werden auch Bewerber/innen zugelassen, die ihren ersten Studienabschluss noch nicht erhalten haben. In diesem Fall muss ersatzweise ein aktueller Leistungsnachweis („Transcript of Records“) eingereicht werden. Auf dem Transcript muss eine Durchschnittsnote ausgewiesen sein. Ist dies nicht der Fall, nehmen die Bewerber/innen zwar am Zulassungsverfahren teil, stehen jedoch am Ende der Rangliste. An der Freien Universität Berlin immatrikulierte Studierende können statt des Transcript of Records eine Bescheinigung des für ihren Studiengang zuständigen Prüfungsbüros einreichen, aus der der aktuelle Leistungsstand sowie die vorläufige Durchschnittsnote hervorgehen. Grundsätzlich gilt, dass mindestens zwei Drittel der im Bachelorstudiengang zu erbringenden Leistungen bewertet sein müssen und das Thema der Bachelorarbeit ausgegeben wurde. Eine Bewerbung für den Masterstudiengang Judaistik ist nur sinnvoll, wenn sicher gestellt ist, dass das erste berufsqualifizierende Studium entweder bis zur Immatrikulation oder spätestens im Laufe des 1. Fachsemesters abgeschlossen ist.

Sprachliche Voraussetzungen

Nachweis von Hebräischkenntnissen im Umfang des Hebraicums, die Teil der nachzuweisenden 60 Leistungspunkte Judaistik/Jüdische Studien sein können. Zudem ist der Nachweis von Englischkenntnissen (Niveau B2 GER) erforderlich. Bewerberinnen und Bewerber, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die ihren Studienabschluss an einer ausländischen Universität oder gleichgestellten Einrichtung erworben haben, müssen den Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse für den Studiengang oder eines gleichwertigen Kenntnisstandes gemäß der Ordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerberinnen und -bewerber an der Freien Universität Berlin erbringen.

Bewerbung und Fristen

Die Bewerbungen laufen nicht über das Institut für Judaistik, sondern über den (zentralen) Bereich Bewerbung und Zulassung. Der größte Teil der Plätze wird nach Abschlussnote vergeben.

Für das Wintersemester 2018/19 endet die Bewerbungsfrist erst am 15. August 2018. Ab Wintersemester 2019/20: Nur für das 1. Fachsemester: 15.04.-31.05. (zum Wintersemester), nur für das höhere Fachsemester: 01.07.-15.08. (zum Wintersemester) und 01.01.-15.02. (zum Sommersemester).

Studium und Masterarbeit

Gegenstand und Aufbau des Studiums

Der Masterstudiengang Judaistik bietet eine interdisziplinär ausgerichtete fachwissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung, die neben dem fachspezifischen Kernbereich „Judaistik“ auch die Profilbildung in den Bereichen „Judentum und Islam“ sowie „Holocaust Studies“ anbietet, wobei die Module zu Holocaust Studies am amerikanischen Touro College Berlin studiert werden. Mit seiner Konzentration auf die Themen „Judentum und Islam“ sowie „Holocaust Studies“ besitzt dieser Master ein hohes Maß an gesellschaftlicher und politischer Relevanz, wobei diese Studieninhalte zudem eine besondere Aktualität aufweisen.

Im Kernbereich werden vertiefte Kenntnisse über die verschiedenen Ausprägungen jüdischen Selbstverständnisses, über die gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Aspekte jüdischer Existenz in multireligiös geprägten Kontexten sowie über jüdische Antworten auf die Moderne und Postmoderne, die durch die Begriffe Aufklärung, Emanzipation, Akkulturation und Zionismus, aber auch durch den Begriff Antijudaismus/Antisemitismus gekennzeichnet sind, vermittelt.

Die Module des Wahlpflichtbereichs vertiefen, je nach gewählter Schwerpunktsetzung, Aspekte des Kernbereichs. Sie vermitteln vertiefte Kenntnisse zu den Akteuren, der Medialität und der Präsentation von Wissen in der rabbinischen Literatur und in weiteren spezifisch jüdischen Wissenstraditionen in Wissenschaft, Philosophie und Mystik von der Antike bis zur Gegenwart. Sie vermitteln Kenntnisse zu jüdischem Leben im islamischen Kulturkreis sowie zu den Dynamiken dieser beiden Religionsgemeinschaften in der Moderne und in der Gegenwart (Profil "Judentum und Islam") und sie verbinden judaistisches Fachwissen mit wissenschaftlich fundierten Kenntnissen in Ursachen, Ausformungen und Wirkungen von Antisemitismus und Rassismus sowie detaillierte Kenntnisse über den Holocaust, seine Voraussetzungen, seinen Ablauf sowie seine Auswirkungen bis in die Gegenwart (Profil "Holocaust Studies").

Im Komplementärbereich ohne Profilstudium stehen Sprachmodule, Fachmodule aus dem Wahlpflichtbereich sowie Fachmodule anderer Masterstudiengänge zur Wahl. Im Komplementärbereich für das Profilstudium „Judentum und Islam“ stehen Sprachmodule sowie Fachmodule, vorzugsweise der Fächer Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaft, Philosophie, Religionswissenschaft, Semitistik und Turkologie zur Wahl. Im Komplementärbereich für das Profilstudium „Holocaust Studies“ stehen Sprachmodule sowie Fachmodule, vorzugsweise der Fächer Geschichtswissenschaft und Osteuropastudien zur Wahl. Die Module des Komplementärbereichs und die darin erbrachten Leistungen dürfen nicht mit bereits absolvierten oder noch zu absolvierenden Modulen und Leistungen des Masterstudiengangs übereinstimmen.

Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module und der Master-Prüfung. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.

Masterarbeit

Die Masterarbeit soll etwa 15.000 bis 18.000 Wörter umfassen. Sie kann in deutscher oder englischer Sprache abgefasst werden und soll zeigen, dass die Studierenden in der Lage sind, eine Forschungsaufgabe mit wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu bearbeiten und darzustellen. Es ist ratsam, sich bereits im Laufe des 2., spätestens im 3. Semester Gedanken über die thematische Ausrichtung der Masterarbeit zu machen.

Standortvorteil Berlin

Der Masterstudiengang Judaistik schöpft die Bandbreite der an der FU-Berlin angesiedelten Fächervielfalt aus, vor allem der Geschichtswissenschaft sowie derjenigen Fächer, die sich im weitesten Sinn mit der islamischen Geschichte und Kultur befassen. Darüber hinaus bietet die Freie Universität Berlin hervorragende Bibliotheken, Recherchequellen und auch unbeschränkten Zugang zum Visual History Archive der Shoah Foundation.

Die Freie Universität Berlin gehört zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Universität Potsdam, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie mit dem Abraham Geiger Kolleg und mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien zu den Trägereinrichtungen des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, deren Lehrveranstaltungen zu Jüdischen Studien und Antisemitismusforschung als Studienleistungen gegenseitig anerkannt werden.

Am Standort Berlin haben Studentinnen und Studenten Zugang zu umfangreichen Sammlungen von Archiven (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz mit Orientabteilung; Neue Synagoge – Centrum Judaicum; Leo Baeck Archiv am Jüdischen Museum) und Spezialbibliotheken (Bibliothek des Jüdischen Museums, Haus der Wannseekonferenz, Topographie des Terrors, Bibliothek der Jüdischen Gemeinde; Bibliothek des Touro College Berlin) sowie zu Sammlungen der anderen Universitäten und öffentlichen Bibliotheken. Das Institut ermöglicht Studentinnen und Studenten den Zugang zu den wichtigsten Datenbanken der rabbinischen Literatur.

Ansprechpartner: Dr. Klaus Herrmann

Tel. (030) 8385 6428

E-Mail klaus.herrmann@fu-berlin.de

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Tutoring
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