Springe direkt zu Inhalt

Machzor: Ms. or. fol 1224

Entstehungsort: Aschkenas

Entstehungszeit: 13. Jahrhundert

Beschreibstoff: Pergament

Umfang: 179 Blatt

Format: Einband: 52x37,5x7 cm; Blatt: 50x35 cm; Schriftraum: 34x26 cm mit teilweise über dieses Maß hinausragenden Schmuckbuchstaben

Seitennummerierung: Foliierung mit hebräischen Buchstabenzahlen auf jeder Rectoseite oben links. In der hebräischen Zählung fehlen Blattnummer יז – 17 – und קמה  – 145 –, während Blatt סד – 64 – zweimal vorkommt. Auf diese Weise kommt die hebräische Zählung auf 180 Blätter. Diese Zählung wurde im Katalog der National Library of Israel falsch übernommen. Die Foliierung mit arabischen Ziffern läuft auf jeder Rectoseite oben links richtig bis Blatt 179.

Lagenstruktur: 2 IV (16). 1 III+1 (23). 1 IV (31). 1 IV+1 (40). 1 III+1 (47). 2 IV (63). 1 III+1 (70). 1 IV (78). 1 III+1 (85). 1 IV (93). 1 II (97). 1 I (99). 10 IV (179). Unregelmäßig Kustoden auf der Rectoseite des letzten Lagenblatts; Lagennummerierung auf dem jeweils ersten Blatt auf der Rectoseite in der linken unteren Ecke mit auf dem Kopf geschriebenen arabischen Ziffern

Einband: Buchdeckel mit braunem Stoff bezogen; Messingschließe mit Metallscharnier (vgl. Ms. or. fol. 1219, 1214, 1221 und 1222); je vier Messingbuckel auf der Vorder- und Rückseite; vorderer und hinterer Spiegel und die Rückseite des ersten und letzten fliegenden Blattes mit Buntpapier (Kamm-Marmorpapier, sehr feiner Kamm) beklebt, vorne und hinten je ein weiteres fliegendes Blatt

Zustand: stark abgenutzt; an den Ecken abgegriffen; Ruß- und Wasserspuren; zahlreiche vernähte Risse, Löcher und Flecken; wahrscheinlich durch Wasser verursachte Verwischung der Schrift auf einigen wenigen Seiten (vgl. fol. 171); zahlreiche hebräische Rezeptionsspuren

Inhalt: Pijjutim und Minhagim von Schabbat Schekalim bis Schabbat Paraschat Ekev

Entstehung und Provenienz der Handschrift:

Der Machzor umfasste ursprünglich zwei Bände: einen ersten Band mit 230 Blatt und den vorliegenden zweiten Band mit 179 Blatt. Der erste Band muss zwischen den 1868 – als Jaraczewski noch von beiden Bänden berichtete – und 1876 der Erfurter Ministerialbibliothek abhandengekommen sein, da Paul de Lagarde nur mehr den zweiten Band vorfand.

Auf fol. 1r gibt es Einträge durch verschiedene Hände. Besitzeinträge:

 

[Name weggekratzt] זה המחזור של  

לעולם יחתום על ספרו שלא

יאב  יבא איש אחד מן השוק.. [durchgestrichen]

.ויאמר ויאמר שלי הוא [durchgestrichen]

Dieser Machzor gehört [Name weggekratzt]. Immer setze [der Mensch seinen Namen] auf sein Buch, damit nicht ein Mann vom Markt komme und sage: „Das ist mein [Buch]“

'זה המחזור ישר' ב'ר' אברה – Dieser Machzor gehört Israel, Sohn des Rabbi Abraham. Darunter noch einmalזה המחזור ישר' ב'ר' אברהם ז'צ'ל'ה –  Dieser Machzor gehört Israel, Sohn des Rabbi Abraham, gesegneten Andenkens

 

 לעולם יחתום אדם על ספרו שלא יבא איש אחד מן[Name weggekratzt] זה המחזור

השוק ויערר עליו ויאמר שלי (הוא)  – Dieser Machzor [gehört …] Der Mensch soll immer seinen Namen in sein Buch schreiben, dass nicht jemand vom Markt komme und Anspruch darauf erhebe und sagt: „Das ist meins“.

 

Fol. 1 enthält auch Schreibproben verschiedener Hände, wie etwa die Strophe eines Pijjut von Isaak Nakdan (Vgl. Varianten in Ms. Vat.ebr.326, fol. 98v und 99r; Ms. Prag NK XVIII, F7, fol. 18v)

  י'ה' צור מחסי עוז מגדל. חסד עולם. לא יחדל. חרב גאווה.

.תאווה תקווה. עוז לדל. ייל ניסי מחסי כוסי י'ת'ג'ד'ל' צדקי היקקי גת דרך

משגבי ליבי הרך לפני דחווך ועוון נר ערך במגורם נרם ירעך ואברם י'ת'ב'ר'ך

חורפי ילך לא מיכל. חבל נחלתו מכל ומשחש תבל אבל נכלי מהכל יללת

גולה אולה עולה ת'ת'ק'ב'ל'  קומם רומם שומה כי ניפלל חלל באדמה ל(חם לא)

.לוחם החם נח לנוחמה צמאה רוה נוה צוה יהא שלמא

 

Es sind auch Zeilen aus einem Gedicht Jehuda ha-Lewis: –  אמרות האל טהרות מפנינים יקרות בלבות יגעו כל  – oder der Beginn eines Hochzeitssegens – אשר ברא ששן ושמחה חתן וכלה כל... מצהלו... – zu lesen.

 Bibliographie: Adolph Jaraczewsky, Die Geschichte der Juden in Erfurt, Erfurt 1868, S. 67–68; Paul de Lagarde, „Hebräische Handschriften in Erfurt“, in: Symmicta, Göttingen 1877, Nr. 11, S. 159–161; Moritz Steinschneider, Die Handschriften-Verzeichnisse der Königlichen Bibliothek zu Berlin, Bd. 2: Verzeichnis der Hebräischen Handschriften, Berlin 1878, Nr. 179, S. 23; siehe auch die Editionen von Yona Frankel, Mahzor Pesah, Jerusalem 1993; ders., Mahzor Schavuot, Jerusalem 2000


Zitierempfehlung: Annett Martini, "Handschriftenbeschreibung", in: Die hebräischen Handschriften der Erfurter Sammlung (2018), URL: www.geschkult.fu-berlin.de/e/erfurter_sammlung/dokumentation/handschriftenbeschreibung/1224.index.html

Ms. or. fol. 1224, fol. 171

Ms. or. fol. 1224, fol. 171
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, fol. 1r

Ms. or. fol. 1224, fol. 1r
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, "זה המחזור של"

Ms. or. fol. 1224, "זה המחזור של"
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, '"זה המחזור ישר' ב'ר' אברה"

Ms. or. fol. 1224, '"זה המחזור ישר' ב'ר' אברה"
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, "זה המחזור ישר' ב'ר' אברהם ז'צ'ל'ה"

Ms. or. fol. 1224, "זה המחזור ישר' ב'ר' אברהם ז'צ'ל'ה"
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, [Name weggekratzt] "זה המחזור"

Ms. or. fol. 1224, [Name weggekratzt] "זה המחזור"
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, Strophe eines Pijjut

Ms. or. fol. 1224, Strophe eines Pijjut
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, Gedicht Jehuda ha-Lewis

Ms. or. fol. 1224, Gedicht Jehuda ha-Lewis
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224, Hochzeitssegen

Ms. or. fol. 1224, Hochzeitssegen
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1224