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Masora: Ms. or. fol. 1219

Entstehungsort: Aschkenas, verschiedene semikursive aschkenasische Handschriften

Entstehungszeit: 14./15. Jahrhundert

Beschreibstoff: Papier

Umfang: 111 Blatt

Format: Einband: 28,5x23x3,5 cm; Blatt: 27x20,5 cm; Seitenspiegel: 25x18 cm

Blattzählung: Foliierung mit arabischen Ziffern auf jeder Rectoseite in der oberen linken Ecke (Bleistift)

Lagenstruktur: 1 VIII-1 (15). 1 VIII (31). 1 VIII-1 (46). 2 VIII (78). 1 VIII+1 (95). 1 VIII (111)

Zustand: Ersten beiden Blätter stark abgedunkelt; Manuskript insgesamt abgegriffen, speckig mit zahlreichen Benutzerspuren in Form von Ergänzungen und Glossen

Einband: Buchdeckel mit braunem Stoff bezogen; Messingschließe mit Metallscharnier (vgl. Ms. or. fol. 1222, 1221, 1224 und 1214); vorderer und hinterer Spiegel und die Rückseite des ersten und letzten fliegenden Blattes mit Buntpapier (Kamm-Marmorpapier, sehr feiner Kamm) beklebt, vorne und hinten je ein weiteres fliegendes Blatt

Inhalt: Fol. 1–109v fünfspaltige kleine Masora mit zahlreichen Erweiterungen zu: fol. 1–8v Genesis; fol. 9r–15r Exodus; fol. 15r–19r Leviticus; fol. 19r–24r Numeri; fol. 24r–29v Deuteronomium; fol. 30r–32v Josua; fol. 32v–35v Richter; fol. 35v–42r Samuel 1 und 2.; fol. 42r–48r Könige; fol. 48r–54v Jeremia; fol. 54v–61r Ezechiel; fol. 61r–68r Jesaja; fol. 68r–74r Zwölfprophetenbuch; fol. 74v–75r Rut; fol. 75r–76r Prediger; fol. 76r–76v Hohelied; fol. 76v–77v Klagelieder; fol. 77v–78v Ester; fol. 78v–86v Ps; fol. 86v–90v Hiob; fol. 90v–93r Sprüche; fol. 93r–95v Daniel; fol. 95v–99v Esra/Nehemia; fol. 99v–109v Chroniken. Es fehlt ein Blatt nach fol. 39 mit 1Sam 28,24 – 2Sam 9,7.

Fol. 110r–111v einspaltige Auflistung von Wörtern, die den Buchstaben sin enthalten.

Beigefügter Brief vom 15. November 1876 von Samuel Baeck an den Diakon der Barfüßerkirche Friedrich Heinrich Winkler, den er um Verleihung der Handschrift außer Haus bittet.

Entstehung und Provenienz der Handschrift: Die Handschrift weist auf den Lagen 1: Blatt 10/5, 11/6, 13/4 und 15; 2: Blatt 25/22, 27/20, 29/18; 3: Blatt 45/33, 43/35, 42/36 und 39; 4: Blatt 60/49, 58/51, 56/53; 5: Blatt 77/64, 76/65; 6: Blatt 93/80, 90/83, 88/85 und 92; 7: Blatt 111/96, 109/98, 108/99, 105/102, 104/103 ein Wasserzeichen auf: Kreis Kreis Kreuz (einkonturig) ohne Beizeichen, Breite 30 mm Höhe 100 mm. Diese Motivgruppe ist mit diesen Abmessungen in Handschriften der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Frankreich, Deutschland und auch Norditalien bezeugt. 

Fol. 1r: Der Name des Schreibers: יה לימים טובים]שיח קלונימוס נקדן בר אליעזר – Qalonymus Naqdan, Sohn des Eliezer, dem noch gute Tage sein mögen. Dieser Name war laut Bellermann (IX, S. 7) auch auf dem früheren Einband notiert.

Fol. 111v: יוסף בן החר שלמה – Josef der Sohn des Edlen Salomo hat die Kompilation der Wörter mit sin für einen gewissen Gerschom zusammengestellt mit einem Gruß an „Natan Hizkia, deinen Schwager, und eure Frauen“.

Letzterer Abschnitt (fol. 110r–111v) ist von einer zweiten Hand ebenfalls in einer semikursiven aschkenasischen Schrift geschrieben. Beide Handschriften weisen aus paläographischer Perspektive in das späte 14. bzw. beginnende 15. Jahrhundert hin. 

Auf dem ersten fliegenden Blatt vorne ist die alte Nummerierung des Bandes, die Accessionsnummer und die Signatur der Berliner Staatsbibliothek notiert: Cod. Erf. XI; Acc. 10972; Ms. or. Fol. 1219; fol. 111v und der Brief von Samuel Baeck weisen Besitzstempel der Königlichen Bibliothek Berlins auf: Ex Biblioth[eca] Regia Berolinensi; fol. 1r und v weisen einen etwas anderen Besitzstempel der Königlichen Bibliothek Berlins auf: Ex Bibl[iotheca] Regia Berolinensi Regia Berolin[ensi]; auf dem letzten fliegenden Blatt hinten steht auf dem Kopf: Volumen XI, Codex X, Masora; Rückentitel: Erfurter Handschr. XI, Hebr., Ms. orient. Fol. 1219 

Bibliographie: Johan J. Bellermann, De bibliothecis et museis Erfordensibus, praecipue de Rev[erendi] Ministerii Aug[ustanae] Conf[essionis] Bibliotheca. Pars 1-7, Erfurt 1800–1803, Teil 9, S. 2–7; Adolph Jaraczewsky, Die Geschichte der Juden in Erfurt, Erfurt 1868, S. 115–116; Paul de Lagarde, „Hebräische Handschriften in Erfurt“, in: Symmicta, Göttingen 1877, Nr. 6, S. 142–151; Moritz Steinschneider, Die Handschriften-Verzeichnisse der Königlichen Bibliothek zu Berlin, Bd. 2: Verzeichnis der Hebräischen Handschriften, Berlin 1878, Nr. 139, S. 4


Zitierempfehlung: Annett Martini, "Handschriftenbeschreibung", in: Die hebräischen Handschriften der Erfurter Sammlung (2018), URL: www.geschkult.fu-berlin.de/e/erfurter_sammlung/dokumentation/handschriftenbeschreibung/1219.index.html

Ms. or. fol. 1219, fol. 9r, fünfspaltige kleine Masora

Ms. or. fol. 1219, fol. 9r, fünfspaltige kleine Masora
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1219, fol. 110r, einspaltige Auflistung

Ms. or. fol. 1219, fol. 110r, einspaltige Auflistung
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1219, Brief vom 15. November 1876 Samuel Beck

Ms. or. fol. 1219, Brief vom 15. November 1876 Samuel Beck
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1219, fol. 1r

Ms. or. fol. 1219, fol. 1r
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1219, fol. 111v

Ms. or. fol. 1219, fol. 111v
Bildquelle: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ms. or. fol. 1219, fol. 110r

Ms. or. fol. 1219, fol. 110r

Ms. or. fol. 1219