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Jenseits der Krise. Kontinuität, Wandel und Innovation in der Entwicklung der anatolischen Gesellschaft an der Wende zum 1. Jahrtausend v. Chr

Projektlaufzeit:
01.02.2017 — 31.01.2020

Jenseits der Krise. Kontinuität, Wandel und Innovation in der Entwicklung der anatolischen Gesellschaft an der Wende zum 1. Jahrtausend v. Chr: Eine Fallstudie aus der Region am Oberen Euphrat

Das Forschungsprojekt untersucht die Umstände, welche die türkische obere Euphrat-Region zwischen dem 13. und 10. Jahrhundert v. Chr beeinflusst haben und diese in einen historischen Kontext zu setzen. Diese Periode war in Anatolien durch den Untergang des Hethiterreiches gekennzeichnet. Es folgte eine anhaltende Phase ohne historische Quellen, die Dark Age genannt wird und, angesichts einer weit verbreiteten politischen und wirtschaftlichen Instabilität, als Krise bezeichnet wird. Diese Definition ist Aufgrund der Ergebnisse aus der erfolgreichen Synergie zwischen archäologischen, historischen und naturwissenschaftlichen Daten neu überdacht, wobei das Verständnis evolutionärer Prozesse und Interaktionsdynamik der Gesellschaften, die an diesen Phänomenen beteiligten waren, im Mittelpunkt der Forschungen steht. Die Ziele des Projekts werden durch die Analyse der aktuellen Daten von Arslantepe (Malatya, Türkei) und des umliegenden Gebietes erreicht. Als Hauptziel soll ein umfassendes Bild des kulturellen Entwicklungsprozesses sowie der Umwandlung und Umorganisation der Gesellschaften der oberen Euphrat-Region infolge des Zusammenbruchs des Hethiterreiches entstehen. Das Projekt strebt an, unter Anwendung und Überarbeitung der Elemente und Inhalte, die Traditionen der Hethiter im Zeitraum bis zur post-hethitischenen Epoche zu analysieren und zu verstehen. Eine systematische Auswertung der Artefakte, Architektur und Proben, die in Arslantepe ergegraben wurden, ermöglicht die relative und absolut-chronologische Bestimmung der Entwicklungsphasen der materiellen Kultur. Die Integration interdisziplinärer Forschungsmethoden erlaubt darüber hinaus auch die Analyse der vielfältigen Aspekten der Gesellschaft, wie zum Beispiel Verwaltung, Produktionsmittel. Herrschaft und Ideologie, die während dieses Übergangszeitraums Veränderung erfahren haben. Die Daten werden durch eine umfassende Neubewertung der kunsthistorischen und schriftlichen Quellen aus Arslantepe und dessen Umgebung - auch im Vergleich mit ähnlichen Fallstudien aus der syro-anatolischen Region - verarbeitet. Bei der vollständigen Untersuchung der Objekte der Bildhauerei einschließlich einer detaillierten ikonographischen und stilistischen Analyse der dargestellten Szenen, Themen, Figuren sowie den zugehörigen Inschriften, die bei den Altgrabungen gefunden wurden, wird der Fokus auf einer theoretischen Auseinandersetzung liegen, um zu einem besseren Verständnis der ideologischen Botschaften zu gelangen, die hinter diesen Formen von Machtäußerung verborgen sind. Auch wird ein umfassendes Bild der oberen Euphrat-Region während der letzten Jahrhunderte des 2. Jahrtausends v. Chr. erarbeitet, um die Entwicklungsprozesse, welche während der diese Epoche in der Region stattgefunden haben, zu verstehen. Dies geschieht durch die Neubewertung des archäologischen und kunstgeschichtlichen Materials, der absoluten Datierungen sowie der historischen Quellen.

Institution: Institut für Altorientalistik
Leitung: Dr. Federico Manuelli; Prof. Dr. Jörg Klinger
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: 01.02.2017 - 31.01.2020

Mentoring
Tutoring
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