Springe direkt zu Inhalt

Erasmus Teaching Exchange an der Yarmouk University in Irbid

Im November reisten Forschende des Instituts für Vorderasiatische Archäologie nach Jordanien für ein Erasmus+ Teaching an der Yarmouk University.

News vom 16.12.2025

Im Rahmen eines zweiwöchigen Erasmus Teaching Exchange reisten Mitglieder des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin an die Yarmouk University in Irbid (Jordanien). Der Aufenthalt wurde in Kooperation mit dem Department of Archaeology an der Faculty of Archaeology and Anthropology organisiert und stand zugleich in enger Verbindung mit dem Tell-Ushayer-Projekt. Die Faculty, das Department sowie das International Office der Yarmouk University unterstützten die Vorbereitung und Durchführung des Trainingsprogramms in maßgeblicher Weise. Die zwei Wochen boten eine wertvolle Gelegenheit, gemeinsam mit Studierenden zentrale Methoden der archäologischen Materialbearbeitung zu vertiefen und in praktischen Übungen anzuwenden.

Inhalte des Erasmus Teaching Exchange

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit lag auf der Bearbeitung der Keramikfunde aus Tell Ushayer. Gemeinsam mit den Studierenden wurden verschiedene Arbeitsschritte vermittelt – darunter die fotografische Dokumentation, das technische Zeichnen und Profilieren der Scherben sowie die digitale Erfassung und Verwaltung der Daten.

Ein weiterer Bestandteil des Programms war die praxisorientierte Einführung in die Flotation von Bodenproben. Mithilfe einer Flotationsmaschine konnten Proben aus dem Projekt gemeinsam verarbeitet werden. Auf diese Weise ließ sich der gesamte Arbeitsablauf – von der Vorbereitung über die Trennung organischer und mineralischer Bestandteile bis hin zur Trocknung und fachgerechten Aufbewahrung der unterschiedlichen Fraktionen – anschaulich nachvollziehen. Die Bereitstellung und Nutzung der Flotationsmaschine wurde durch das American Center of Research (ACOR) in Amman ermöglicht.

Ein dritter Schwerpunkt des Programms lag auf der Bearbeitung der Kleinfunde, die vom Fundort gesammelt worden waren. Im Rahmen der Schulung wurden grundlegende Arbeitsschritte vermittelt, darunter die Kategorisierung des Materials, das Kennenlernen verschiedener Fundmaterialgruppen sowie die fotografische Dokumentation mithilfe einer Lichtbox.

Fazit und Ausblick

Die praktischen Arbeiten fanden überwiegend im Directorate of Antiquities in Irbid statt, das sich in einem historischen osomanischen Gebäude befindet, das über dem antiken Fundplatz von Tell Irbid thront. Die einzigartige Lage bot einen eindrucksvollen Rahmen für die Zusammenarbeit und veranschaulichte auf besondere Weise die Kontinuität archäologischer Forschung an diesem Ort. Durch die Offenheit und Unterstützung des Direktors, des Kurators des Archivs und der Mitarbeiterinnen vor Ort entstand eine äußerst angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre, die den Aufenthalt in besonderer Weise geprägt hat.

Besonders positiv hervorzuheben ist das große Engagement der teilnehmenden Studierenden, deren Offenheit, Neugier und Motivation das gemeinsame Trainingsprogramm bereichert und zu einer inspirierenden Erfahrung gemacht haben. Der Austausch erwies sich insgesamt als fachlich besonders gewinnbringend und hat die bestehende Zusammenarbeit in nachhaltiger Weise gestärkt. Eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Kooperation im Rahmen des Tell-Ushayer-Projekts ist vorgesehen.

4 / 67
Mentoring