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Gegen Erbschleicherei und Bürgerrechtsbetrug: zur Funktion attischer Marmorlutrophoren bei der Konstruktion von Deszendenzstrukturen

Fig. 1: Grabbezirke mit Lutrophorenmonumenten im Kerameikos von Athen

Fig. 1: Grabbezirke mit Lutrophorenmonumenten im Kerameikos von Athen
Bildquelle: J. Fabricius

Projektleitung Prof. Dr. Johanna Fabricius

Die verschiedenen Grabmonumenttypen, die innerhalb der Familiengrabbezirke im Athen des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. aufgestellt wurden (figürliche Naiskoi, Bildfeldstelen, Namensstelen, Lekythen, Lutrophoren), sind aufgrund ihrer Namensinschriften wichtige Zeugnisse für die genealogischen Strukturen innerhalb einzelner oikoi (Haushalte). Das Projekt verfolgt eine Neubewertung der Lutrophoren – marmorne Grabgefäße mit Reliefszenen, die in zwei geschlechtsspezifisch verwendeten Formen als Grabmäler unverheiratet Verstorbener dienten. Eine Analyse der Grabkontexte und des umfangreichen Corpus der attischen Gerichtsreden lässt soziale Praktiken erkennen, bestimmte Verwandtschaftsbeziehungen, die sich über mehrere Generationen erstrecken konnten, durch den gezielten Einsatz von Grabmonumenten zu betonen oder gar zu manipulieren und sie damit – in Stein gehauen – für die Zukunft festzuschreiben. 

 

Publikationen:

J. Fabricius, Επιτύμβια μνημεία 4ου αιώνα π.Χ. Τα μαρμάρινα αγγεία του Μουσείου Μπενάκη: μια ερμηνεία, in: S. Vlizos (Hrsg.), Ελληνική & ρωμαϊκή γλυπτική από τις συλλογές του Μουσείου Μπενάκη (Athen: Melissa 2004) 138–145. 149–150. 151–161. 334–335.

 

Aufsatzpublikation in Vorbereitung