DFG-Erkenntnistransfer-Projekt „Evidenz ausstellen. Praxis und Theorie der musealen Vermittlung von ästhetischen Verfahren der Evidenzerzeugung“

Institution:

Kolleg-Forschergruppe 'BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik'

Projektleitung:

Kooperationspartner:

Kupferstichkabinett - Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz

Prof. Dr. Heinrich Schulze-Altcappenberg

Dr. Andreas Schalhorn

Förderung:

DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Projektlaufzeit:
15.01.2015 — 14.01.2018
Ansprechpartner/in:
Dr. Elke Anna Werner, Tabea Metzel

Evidenz ausstellen. Praxis und Theorie der musealen Vermittlung von ästhetischen Verfahren der Evidenzerzeugung

Das von der DFG geförderte Transferprojekt „Evidenz ausstellen. Praxis und Theorie der musealen Vermittlung von ästhetischen Verfahren der Evidenzerzeugung“ erforscht in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz die relationalen Bedeutungsgefüge von Exponaten und ihrer Präsentation in Museen und Ausstellungen. Wie werden Sinnzusammenhänge und Erkenntnisse, Wissensformen und Evidenzeffekte von Bildern in musealen Zeigeformen sowohl generiert als auch vermittelt? Mit dieser Fragestellung knüpft das Vorhaben an die kunst- und bildwissenschaftliche Grundlagenforschung der Kolleg-Forschergruppe „BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik“ an und transferiert sie in den institutionellen Bereich der Museen und Ausstellungen, wo angesichts der Dynamik von Ökonomisierung, Globalisierung und Digitalisierung eine Reflexion über die Aufgaben und Ziele, Adressaten und Vermittlungsformen derzeit von hoher Relevanz ist. Ziel des Vorhabens ist es, aus kunsthistorischer Perspektive einen grundlegenden Beitrag zur Ausstellungstheorie zu leisten.

Die Kooperationspartner erarbeiten gemeinsam eine forschungsorientierte Ausstellung, die ab Ende November 2015 am Berliner Kulturforum zu sehen sein wird. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das vielfältige grafische Werk des südafrikanischen Künstlers William Kentridge (geb. 1955 in Johannesburg) sowie mit diesen Arbeiten gezielt zusammengeführte Holzschnitte und Kupferstiche von Albrecht Dürer (1471-1528). Im Hinblick auf Evidenzverfahren aufschlussreich ist die beiden Künstlern eigentümliche, von ihnen in besonderem Maße reflektierte, 'grafische' Ästhetik des Schwarz-Weiß. Diese heuristische Klammer – nicht vorrangig die Rückgriffe Kentridges auf Bildfindungen Dürers – motiviert die epochenübergreifende Zusammenschau der Künstler aus Renaissance und unserer eigenen Zeit.

Die Kentrigde-Dürer-Ausstellung als visuelles Labor ist Ausgangspunkt und exemplarischer Untersuchungsgegenstand des Transferprojektes. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung modellhafter Präsentationsformen, deren Potential auch für andere historische und kulturelle Konstellationen fruchtbar gemacht werden kann. Dazu wird der methodische Ansatz der Kolleg-Forschergruppe auf die Sammlungsbestände des Kupferstichkabinetts bezogen und eine analytische Perspektive entwickelt, mit welchen Formen und Verfahren im Medium Ausstellung genuin visuell-ästhetische Evidenzprozesse erzeugt, der breiteren Öffentlichkeit vermittelt und nachhaltig ausgewertet werden können.