Forschungsstelle "Entartete Kunst"

Institution:

Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin
Koserstr. 20, 14195 Berlin, Raum A186 und A187

Förderung:

Ferdinand-Möller-Stiftung (langfristige Förderung bis 30.06.2015)
Gerda Henkel Stiftung (Förderungszeit: 2005 - 2011, 2012 - 2013)
Freie Universität Berlin (Überbrückung: Juli bis Dezember 2015)
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderungszeit: 2016 bis 2018)

Projektlaufzeit:
01.03.2003 — 31.12.2018
Fax:
+49 30 838 4 54523

Aktuelles


97. Kunsthistorischer Studierendenkongress 2019 in Berlin

Dieses Jahr findet der 97. Kunsthistorische Studierendenkongress vom 28.11.2019 bis zum 01.12.2019 in Berlin statt. Der Kunsthistorische Studierendenkongress (KSK) ist die Vollversammlung aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften des deutschprachigen Raumes. Die Feierliche Eröffnung und Gesprächsrunde zum diesjährigen Thema "Exzess" findet am 28.11.2019 von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr statt.

Die Gesprächsrunde wird mit einem Grußwort von Herrn Horst Bredekamp (Humboldt-Universität zu Berlin) eingeleitet. Die Gesprächspartner*innen der Runde sind: Meike Hoffmann (Freie Universität Berlin), Hartmut Dorgerloh (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Anna Gien (Monopol / ZEIT), Kristian Jarmuschek (Bundesverband deutscher Galerien und Kunsthändler).

Ort: Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Hörsaal 3038, Unter den Linden 6

Zeit: 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr

Das ausführliche Programm können Sie diesem Link entnehmen.


Provenienzforschung in Berlin im Wintersemester 2019/2020

Wir freuen uns, den neuen Flyer zur Provenienzfoschung an den Berliner Universitäten vorlegen zu können. An der FU werden im Wintersemester 2019/2020 folgende Veranstaltungen durch die Forschungsstelle „Entartete Kunst” angeboten:

• Einführung in das Berufsfeld. Provenienzforschung als Bestandteil kunsthistorischer Gegenstandssicherung (Ringvorlseung, BA/MA: Dr. Meike Hoffmann mit Gastdozent*innen)
• Ausgewählte Themen und Fallbeispiele zur Provenienzforschung (Projektseminar, BA/MA: Dr. Meike Hoffmann)

• Provenienzforschung zur Kunstsammlung Abraham Adelsberger (Seminar/Hauptseminar, BA/MA: Dr. Meike Hofmann)

• Die Beschlagnahme und die „Verwertung” der „Entarteten Kunst” ab 1937 (Seminar/Hauptseminar, BA/MA: Dr. h.c. Andreas Hüneke)

• Von den Nationalsozialisten verfolgt - bis heute vergessen. Digitale Rekonstruktion einer „verlorenen” Künstlergeneration (Projektseminar, BA/MA: Dr. Meike Hoffmann, Dr. Michael Müller)

Hier der aktuelle Flyer als PDF


Symposium "Reviving the Archive: Material Records in the Digital Age" im Museum Barberini

Das Museum Barberini in Potsdam lädt zu dem Symposium "Reviving the Archive: Material Records in the Digital Age" ein. Die Veranstaltung findet am 19.09.2019 von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr statt. Es wird um vorherige Anmeldung gebeten. Genauere Informationen können aus dem beigefügten Programm entnommen werden.

Hier der Link zum Programm des Symposiums


"The Gurlitt Art Trove - A Never Ending Story" im Museum Rietberg, Zürich

Die "Swiss Friends of the Israel Museum in Jerusalem" organisieren in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bern, der Bundeskunsthalle Bonn, sowie dem Museum Rietberg eine Podiumsdiskussion zum Thema "The Gurlitt Art Trove - A Never Ending Story". Die Veranstaltung findet am 21.08.2019 im Vortragssaal des Museums in Zürich statt. Genauere Informationen und die Anmeldungsmöglichkeit finden Sie im Programm.


Provenienzforschung in Berlin Sommersemester 2019

Wir freuen uns, den neuen Flyer zur Provenienzfoschung an den Berliner Universitäten vorlegen zu können. An der FU werden im Sommersemester 2019 folgende Veranstaltungen angeboten:

• Quellenkundliche Einführung. Provenienzrecherche in Archiven (Praxisseminar, BA/MA: Dr. Meike Hoffmann)
• Provenienzforschung zur Kunstsammlung Rudolf Mosse (Projektseminar, BA/MA: Dr. Meike Hofmann)
• Die Kunst der Provenienz: Gedächtnis, Kultur, Politik (Proseminar, BA: André Rottmann)
• Kunst und Recht (Seminar, BA/MA: Dr. Frederike von Brühl, Dr. Mara Wantuch-Thole)

Hier der aktuelle Flyer als PDF 



Gurlitt

Die vom Kunsthändler Hildebrand Gurlitt während der Zeit des Nationalsozialismus vom Deutschen Reich erworbenen Werke aus der Beschlagnahme-Aktion „Entartete Kunst“, sind in der Datenbank der Forschungsstelle vollständig erschlossen worden. Darunter befinden sich auch die Werke, die mit dem sogenannten „Kunstfund Gurlitt“ in München 2012 wieder aufgetaucht sind.

Sie sind über die Volltextsuche nach „Cornelius Gurlitt“ (mit Anführungszeichen) recherchierbar.

Geschichte

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" wurde zu Beginn des Jahres 2003 am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin eingerichtet. Seit April 2004 ist sie parallel dazu am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg mit einem eigenen Schwerpunkt angesiedelt.

Die Forschungsstelle wurde seit ihrer Gründung im Wesentlichen von der Ferdinand-Möller-Stiftung (Berlin) finanziert. Die Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf) trug von 2005 bis 2009 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. Seit 2016 wird die FsEK gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" feierte am 5. und 6. September 2013 ihr 10-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Festaktes wurde ein zweitägiges Symposium veranstaltet. Die gefilmten Beiträge des Symposiums sind online auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung abrufbar.

Gegenstand und Aufgaben

Im Mittelpunkt der Forschungen stehen die Methoden nationalsozialistischer Kunstpolitik, insbesondere die Vorgeschichte, Geschichte und die Auswirkungen der Beschlagnahme moderner Kunstwerke in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937. Eingebunden darin sind Recherchen zu den antimodernen Propagandaausstellungen seit 1933 und zu der Wanderausstellung "Entartete Kunst" von 1937 bis 1941. In diesem Zusammenhang fragt die Forschungsstelle nach dem Schicksal der betroffenen Künstler, den Strategien der Museumsleiter und der Rolle der Kunsthändler innerhalb des Verwertungssystems.

Zum Kernstück der Forschungen gehört die Arbeit an einem Gesamtverzeichnis der 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten Kunst“. Dieses Beschlagnahmeinventar ist als Datenbank angelegt und steht nach Veröffentlichung seiner Kerndaten im Frühjahr 2010 im Internet zur Verfügung.

Mit der Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe werden schlaglichtartig, aber auch in Überblicksdarstellungen neue Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschungsarbeit publiziert.

Die Arbeit an der Forschungsstelle ist eng verbunden mit der universitären Lehre. Angeboten werden Seminare zu wechselnden Themen aus dem Kreis der Forschungen. Insbesondere sollen die Studierenden an die systematische Erfassung und Auswertung von Archivmaterial herangeführt werden. Bachelor-, Master- und Dissertationsthemen werden im Hinblick auf Teilstudien des Forschungsbereichs vorgeschlagen.

Thema Restitution

Zahlreiche Rückgabeforderungen von „NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut“ an deutsche Museen hatten zur Folge, dass die Forschungsstelle seit ihrem Bestehen viele Anfragen aus betroffenen Museen zur Provenienz der eigenen Bestände  und zum Umgang mit dem Thema Restitution erreichten. Aus diesem Grund erarbeitete die Forschungsstelle zunächst ein Dossier zur NS-Kunstpolitik und zu ihren Auswirkungen auf private Sammlungen mit einer Chronologie der kulturpolitischen Vorgänge ab 1933 in Deutschland und einem Einblick in die eigentumsrechtliche Problematik der Beschlagnahmen aus den ehemaligen Privatsammlungen.

Zudem wurde mit Unterstützung der Ferdinand-Möller-Stiftung im Sommer 2006 die Initiative ergriffen, ein Informationsnetzwerk zur Unterstützung der Museen im Umgang mit Rückgabeforderungen anzuregen. Mehrere Gespräche in der Kulturstiftung der Länder mit Vertretern aus Bund und Ländern, des Deutschen Museumsbundes, der ehemaligen Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg, des Arbeitskreises Provenienzforschung sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz galten diesem Ziel. Die Verhandlungen des Deutschen Museumsbundes mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann führten zur Gründung der Arbeitsstelle für Provenienzforschung, die heute im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste aufgegangen ist.