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Forschungsstelle "Entartete Kunst"

Institution:

Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin
Koserstr. 20, 14195 Berlin, Raum A186 und A187

Förderung:

Ferdinand-Möller-Stiftung (langfristige Förderung bis 30.06.2015)
Gerda Henkel Stiftung (Förderungszeit: 2005 - 2011, 2012 - 2013)
Freie Universität Berlin (Überbrückung: Juli bis Dezember 2015)
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderungszeit: 2016 bis 2018)
Kulturstiftung der Länder (Förderungszeit: März 2020 bis August 2021)

Projektlaufzeit:
01.03.2003 — 31.08.2021
Fax:
+49 30 838 4 54523

Aktuelles

Aufgrund der aktuellen Situation finden vorerst keine persönlichen Sprechstunden mehr statt. Es besteht aber die Möglichkeit Telefonsprechstunden zu vereinbaren. Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" ist nach wie vor per E-Mail erreichbar unter fsek@campus.fu-berlin.de. Darüber hinaus entfallen leider alle geplanten Vorträge in den nächsten Monaten. 


Publikation

Meike Hoffmann, Dieter Scholz (Hg.): Unbewältigt? Ästhetische Moderne und Nationalsozialismus. Kunst, Kunsthandel, Ausstellungspraxis, Verbrecher Verlag, 2020

Link zur Publikation

Meike Hoffmann, Dieter Scholz: Unmastered Past? Modernism in Nazi Germany. Art, Art Trade, Curatorial Practice, Verbrecher Verlag, 2020

Link to the publication

Sommersemester 2020 Provenienzforschung in Berlin

An der FU werden im Sommersemester 2020 folgende Veranstaltungen durch die Forschungsstelle „Entartete Kunst” angeboten:

• Neu vorgestellt: Das Brücke Museum. Texte für eine aktuelle Sammlungspräsentation (BA/MA: Dr. Meike Hoffmann)
• Colloquium FSEK (Colloquium MA: Dr. Meike Hoffmann)

• Provenienzforschung zur Kunstsammlung Abraham Adelsberger (Seminar/Hauptseminar, BA/MA: Dr. Meike Hofmann)

Link zum aktuellen Flyer


Veröffentlichungstermin, Publikation

Meike Hoffmann, Andreas Hüneke (Hg.): "Entartete Kunst" in Breslau, Stettin und Königsberg, Schriften der Berliner Forschungsstelle „Enartete Kunst”, Wilhelm Fink Verlag: Paderborn, 2020


Gurlitt

Die vom Kunsthändler Hildebrand Gurlitt während der Zeit des Nationalsozialismus vom Deutschen Reich erworbenen Werke aus der Beschlagnahme-Aktion „Entartete Kunst“, sind in der Datenbank der Forschungsstelle vollständig erschlossen worden. Darunter befinden sich auch die Werke, die mit dem sogenannten „Kunstfund Gurlitt“ in München 2012 wieder aufgetaucht sind.

Sie sind über die Volltextsuche nach „Cornelius Gurlitt“ (mit Anführungszeichen) recherchierbar.

Geschichte

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" wurde zu Beginn des Jahres 2003 am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin eingerichtet. Seit April 2004 ist sie parallel dazu am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg mit einem eigenen Schwerpunkt angesiedelt.

Die Forschungsstelle wurde seit ihrer Gründung im Wesentlichen von der Ferdinand-Möller-Stiftung (Berlin) finanziert. Die Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf) trug von 2005 bis 2009 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. Seit 2016 wird die FsEK gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" feierte am 5. und 6. September 2013 ihr 10-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Festaktes wurde ein zweitägiges Symposium veranstaltet. Die gefilmten Beiträge des Symposiums sind online auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung abrufbar.

Gegenstand und Aufgaben

Im Mittelpunkt der Forschungen stehen die Methoden nationalsozialistischer Kunstpolitik, insbesondere die Vorgeschichte, Geschichte und die Auswirkungen der Beschlagnahme moderner Kunstwerke in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937. Eingebunden darin sind Recherchen zu den antimodernen Propagandaausstellungen seit 1933 und zu der Wanderausstellung "Entartete Kunst" von 1937 bis 1941. In diesem Zusammenhang fragt die Forschungsstelle nach dem Schicksal der betroffenen Künstler, den Strategien der Museumsleiter und der Rolle der Kunsthändler innerhalb des Verwertungssystems.

Zum Kernstück der Forschungen gehört die Arbeit an einem Gesamtverzeichnis der 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten Kunst“. Dieses Beschlagnahmeinventar ist als Datenbank angelegt und steht nach Veröffentlichung seiner Kerndaten im Frühjahr 2010 im Internet zur Verfügung.

Mit der Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe werden schlaglichtartig, aber auch in Überblicksdarstellungen neue Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschungsarbeit publiziert.

Die Arbeit an der Forschungsstelle ist eng verbunden mit der universitären Lehre. Angeboten werden Seminare zu wechselnden Themen aus dem Kreis der Forschungen. Insbesondere sollen die Studierenden an die systematische Erfassung und Auswertung von Archivmaterial herangeführt werden. Bachelor-, Master- und Dissertationsthemen werden im Hinblick auf Teilstudien des Forschungsbereichs vorgeschlagen.

Thema Restitution

Zahlreiche Rückgabeforderungen von „NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut“ an deutsche Museen hatten zur Folge, dass die Forschungsstelle seit ihrem Bestehen viele Anfragen aus betroffenen Museen zur Provenienz der eigenen Bestände  und zum Umgang mit dem Thema Restitution erreichten. Aus diesem Grund erarbeitete die Forschungsstelle zunächst ein Dossier zur NS-Kunstpolitik und zu ihren Auswirkungen auf private Sammlungen mit einer Chronologie der kulturpolitischen Vorgänge ab 1933 in Deutschland und einem Einblick in die eigentumsrechtliche Problematik der Beschlagnahmen aus den ehemaligen Privatsammlungen.

Zudem wurde mit Unterstützung der Ferdinand-Möller-Stiftung im Sommer 2006 die Initiative ergriffen, ein Informationsnetzwerk zur Unterstützung der Museen im Umgang mit Rückgabeforderungen anzuregen. Mehrere Gespräche in der Kulturstiftung der Länder mit Vertretern aus Bund und Ländern, des Deutschen Museumsbundes, der ehemaligen Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg, des Arbeitskreises Provenienzforschung sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz galten diesem Ziel. Die Verhandlungen des Deutschen Museumsbundes mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann führten zur Gründung der Arbeitsstelle für Provenienzforschung, die heute im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste aufgegangen ist.