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Identität und Differenz in Denkform und Metapher. Reichweitenbestimmung und Interferenzanalyse zweier theologischer Denkformen im Abgleich mit der Leib-Christi-Metapher

Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsprojekt will die Reichweite und das Problemlösungspotential zweier prominenter theologischer Denkformen – das Denken der Differenz (Pröpper, Striet u.a.) und das Denken der Einheit (Müller u.a.) – nicht im direkten Vergleich ermitteln, sondern an einem Stück materialer Dogmatik, das um die in beiden Denkformen virulente Grundspannung von Identität und Differenz im Verhältnis des Endlichen zum Absoluten kreist: dem Leib-Christi-Begriff. Im materialen Fokus steht dabei der ekklesiologische Gebrauch der Leib-Christi-Metapher im 19. und 20. Jahrhundert. Der Sinnüberschuss der Metapher wird genutzt, um beide Denkformen einem Belastungstest auf ihre heuristische Leistungsfähigkeit und auf die Grenzen ihrer Plausibilisierungskraft zu unterziehen. Dabei auftretende Interferenzen mit dem Erprobungsobjekt helfen, die Strukturlogiken des Leib-Christi-Begriffs seinerseits transparenter werden zu lassen.

Der Antrag plant mit zwei unterschiedlichen Materialobjekten. Zum einen steht Johann Adam Möhler im Zentrum (Projektteil I), zum anderen ist die Leib-Christi-Ekklesiologie im deutschen Sprachraum zwischen den 1920er- und 1940er-Jahren sowie deren radikale Dekonstruktion ab 1940 zu analysieren (Projektteil II).

Erste Forschungsergebnisse wurden jüngst in der Theologischen Quartalschrift publiziert:

  • Matthias Remenyi, "Identität und Differenz in Denkform und Metapher. Eine Problemskizze zur Denkformdebatte und zur Leib-Christi-Ekklesiologie", in: Theologische Quartalschrift 195 (2015), 3-32.
  • Ruben Schneider, "Panentheismus und Ekklesiologie. Die Leib-Christi-Ekklesiologie Johann Adam Möhlers und der gegenwärtige Denkformenstreit", in: Theologische Quartalschrift 195 (2015), 33-56.
  • Hartmut Westermann, "Ecclesia ab Abel? Zur Auseinandersetzung zwischen Karl B. Adam und Mannes D. Koster", in: Theologische Quartalschrift 195 (2015), 57-73.


Projektleiter: Prof. Dr. Matthias Remenyi


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