Michel von Ehenheim

Michel von Ehenheim

1.1. Name, Tätigkeiten und Positionen

Michel von Ehenheim

adlig; mil. und gerichtliche Dienste; Ritter; verh.

1.2. Geburts- und Todesjahr und -ort

* 1463 Wallmersbach bei Uffenheim (?)

† 1518 ebd. (?)

1.3. Herkunft, Lebensbeschreibung, Konfession

Familie: weit verzweigtes fränkisches Adelsgeschlecht, im 15. und 16. Jh. im Dienst der Kurf. und Mgf. v. Brandenburg (Albrecht Achilles und seine Söhne); 1476/77 zur mil. Ausbildung in Brandenburg; zw. 1481 und 1485 Beteiligung an mehreren Turnieren; ab 1486 versch. mil. Dienste; fünf Jahre Beisitzer des ksl. Landgerichts der Burggrafenherrschaft Nürnberg; 1502 Heirat mit Margaretha v. Kolln und Wohnsitz in Wallmersbach; 1506 Beisitzer des Landgerichts Würzburg im Dienst des Bf. (mehr als zehn Jahre lang); ein Sohn und drei Töchter v. insges. acht Kindern überlebten die Kinderjahre; fünfmal zum Ritter geschlagen; 1512 Aufnahme in den markgfl. Schwanenorden; Mitglied in mehreren rel. Bruderschaften

1.4. Literatur zur Person

VL2 6 (1987) 514-516 (Helgard Ulmschneider) [danach entstammen die bekannten biogr. Daten i. W. der Autobiographie]; Meyer ed. (s.u. 2.1.) 3-5; ders., Die Familienchronik des Ritters Michel v. Ehenheim, in: Hohenzollersche Forschungen 5 (1897) 369-419

2.1. Quelle: benutzte Edition

Familien-Chronik des Ritters Michel von Ehenheim. Hg. v. Christian Meyer. Würzburg 1891, 6-53; dass. auch in: Zeitschrift f Dt Kulturgesch NF 1 (1891) 69-96. 121-146, und in: Hohenzollerische Forschungen. Jb f die Gesch der Hohenzollern 5 (1897) 369-419

2.2. Beschreibung der Edition, Bemerkungen

Ed. einer zeitgenössischen Abschrift (vermutlich durch ein Familienmitglied)

2.3. Literatur zur Quelle bzw. Edition

Meyer ed. (s.o. 2.1.) 5; Adolf Rein, Über die Entwicklung der Selbstbiographie im ausgehenden dt. Mittelalter. In: Archiv f Kulturgesch 14 (1919) 193-213: 203.209; Wenzel 1 (1980) 171-173 [Lit.]; Horst Wenzel, Höfische Geschichte: Literarische Tradition und Gegenwartsdeutung in den volkssprachigen Chroniken des hohen und späten Mittelalters. (= Beiträge zur älteren Dt Literaturgesch 5). Bern/Frankfurt, M./Las Vegas 1980, 255f.; Burghart Wachinger, Liebe und Literatur im spätmittelalterlichen Schwaben und Franken. Zur Augsburger Sammelhandschrift der Clara Hätzlerin. In: Dt Vjs f Literaturwissenschaft und Geistesgesch 56 (1982) 398 Anm. 26; Henry J. Cohn, Götz von Berlichingen and the Art of Military Autobiography. In: J. Ronnie Mulryne/Margaret Shewring (eds.), War, Literature and the Arts in Sixteenth-Century Europe. (= Warwick Studies in the European Humanities). Basingstoke/London 1989, 22-40: 23; vgl. auch: Robert J. Knecht, Military Autobiographies in Sixteenth-Century France. In: J. Ronnie Mulryne/Margaret Shewring (eds.), War, Literature and the Arts in Sixteenth-Century Europe. (= Warwick Studies in the European Humanities). Basingstoke/London 1989, 3-21; Jancke (2002) 203f. (Publikationswege)

2.4. weitere Editionen; Auszüge, Übersetzungen

Auszug: Leben Michael Ehenheim Ritters zu Wollmersbach, Marggraf Friderichs zu Brandenburg Dieners, worinnen verschiedene merckwürdige Flandrisch und Ungarische Feldzüge und Thurniere mit vorkommen de Anno 1488. Hg. v. C. F. Jung. In: Miscellaneorum. T. 3. Ansbach 1740, 306-373; Teilabdruck in: Wenzel 1 (1980) 174-186

3.1. Abfassungszeit

ab 1515 (MvE S. 7); ab 1490 (MvE. S. 29)

3.2. AdressatInnen

Widmung an den Vetter Georg, der offenbar die Abfassung veranlasste und dem die Schrift auch − zu weiterer Überlieferung an einen v. Ehenheim − anvertraut wurde

3.3. Funktion der Quelle

„unserm geschlecht zu ern, das dester kündlicher wird“ − Ehre seines Geschlechts; Tradierung des Büchleins in der Familie; Gedenken der Familie an Verf. und an Widmungsempfänger

3.4. Medium (hsl.; gedr.); Überlieferung; Ort der Hs.

hs.; Orig. verschollen; Abschrift 16. Jh. (vermutlich durch ein Familienmitglied): Staatsarchiv Nürnberg, Fstm. Ansbach, Historika Nr. 198; Meyer ed. (s.o. 2.1.) vermutet, die einzig erhaltene Abschrift sei eine v. mehreren, die zur Vervielfältigung der Schrift f. den Gebrauch der Familie angefertigt worden seien

4.1. Berichtszeitraum

1137-1516

4.2. Sprache

dt.

4.3. Form der Quelle

Autobiographie schließt sich an Familienchronik an; Ich-Form; MvE nennt das Büchlein „Register“; Auflistung v. Vorfahren, Kindern, den Verf. ehrenden Ereignissen

4.4. Inhalt

Turniere, Ritterschläge, mil. Aktionen; Heirat und Geburten (z.T. auch Firmungen) der Kinder; Aufzählung der weitverzweigten Verwandtschaft; Mitgliedschaften, geistl. Stiftungen; MvE definiert sich über seine Zugehörigkeit zu versch. sozialen Einheiten: Reich, Landesherrn, mil. Befehlshaber und Soldatengruppe, Landschaften und Adelsvereinigungen, Familie etc.

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