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Dr. Francesca Zilio

Universität Rom ‘La Sapienza’

Zeitraum: 1.10.2013 – 31.07.2014

Förderorganisation: Deutscher Akademischer Austauschdienst

Von der Entspannung bis zur Wiedervereinigung: 20 Jahre politische Beziehungen zwischen BRD und Italien

Mit der Ostpolitik fing eine selbständigere Phase der Außenpolitik an, welche die Beziehungen der Bundesrepublik mit ihren Verbündeten langfristig veränderte. Einerseits verschwand die Nichtanerkennungspolitik der DDR als Hindernis zugunsten der Beziehungen der westlichen Ländern zu beiden deutschen Staaten und der europäischen Entspannung, andererseits wuchs das Misstrauen gegenüber einer zu großen Eigenständigkeit Bonns, die zur Verfolgung nationaler Interessen dienen konnte, die nicht unbedingt im Einklang mit den gemeinsamen westlichen Zielen standen.

Italien war davon besonders betroffen, durch den innenpolitischen Druck zur Anerkennung der DDR und engere Beziehungen zu Osteuropa, sowie durch die steigende Angst, von seinem engsten europäischen Verbündeten vernachlässigt zu sein. Solche Angst tritt schließlich durch die bekannte Äußerung Andreottis über das Verbleiben zwei deutscher Staaten hervor. In der Zwischenzeit fand eine Entwicklung der gegenseitigen Bilder über das andere Land sowie der Auseinandersetzungen mit den wichtigsten internationalen Ereignissen statt, die das Thema der Forschung bildet.

Als diplomatische Quellen für die deutsche Seite sind die Akten des Bundesarchivs und des politischen Archivs des Auswärtigen Amts bis zum 1983/4 offen. Die Unzugänglichkeit des Nationalarchivs und des historischen Archivs im italienischen Außenministerium soll in weitem Maße durch die Nachlässe Aldo Moros und Giulio Andreotti und vor allem durch die Akten des privaten Archivs vom Botschafter Luigi Vittorio Ferraris - ehemaliger Bürochef für die Beziehungen zu Osteuropa im italienischen Außenministerium, dann zweiter Chef der italienischen Delegation bei der KSZE und 1980-87 italienischer Botschafter in Bonn – hervorgehoben werden.

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