Psychisch versehrte Offiziere des Ersten Weltkriegs in Deutschland

  • Bearbeiterin: Dr. Gundula Gahlen
  • Laufzeit: 2013 - 2018
  • Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Gegenstand des Forschungsprojektes sind die deutschen Offiziere, die während oder infolge ihres Militäreinsatzes im Ersten Weltkrieg psychische Schäden davontrugen. Ziel der Studie ist es, die Kriegserfahrungen dieser militärischen Führer, die medizinische Behandlung und die Auswirkung der Krankheit auf ihre Karriere, ihren Lebensweg und ihr Selbstbild zu analysieren. Zudem sollen die psychisch versehrten Offiziere als Diskursobjekt innerhalb des Militärs, der Ärzteschaft, der staatlichen Stellen und der Öffentlichkeit untersucht werden. Die Analyse wird zeigen, wie und aus welchen Gründen sich die Wahrnehmungs- und Deutungsmuster dieser Gruppen von 1914 bis 1939 veränderten und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf den Werdegang der militärischen Führer hatten. Dabei richtet sich der Blick sowohl darauf, welche Stellung diese Offiziere innerhalb der psychisch versehrten Militärangehörigen einnahmen, als auch auf ihre Position innerhalb des Offizierskorps. Im Hinblick auf die so genannten Kriegsneurotiker soll geklärt werden, inwieweit denmilitärischen Führern gegenüber den einfachen Soldaten eine Sonderrolle zugestanden wurde. In Bezug auf das Offizierskorps soll die Frage beantwortet werden, welche Bedeutung psychischen Versehrungen für die „Offiziersfähigkeit“ im Selbst- und Fremdbild der militärischen Elite beigemessen wurde. Die am Schnittpunkt zwischen Medizin- und Militärgeschichte angesiedelte Studie wird so neue Erkenntnisse zum Umgang mit seelischen Kriegsschäden und zu den Werturteilen und der Funktionsweise des Militärs in Deutschland vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges erbringen.

Mentally Traumatized Officers of World War One in Germany

  • Researcher: Dr. Gundula Gahlen
  • Duration: 2013 - 2018
  • Funding: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

German officers who acquired a mental illness during, or because of their deployment in World War One are subject of this research project. The study comprises an analysis of their war experiences, their medical treatment and the effects of their illness on their career, life-path and self-image. The discourses concerning the mentally ill officers in various social groups, in the military, in the medical fraternity and in the public at large, constitute a further topic of investigation. The analysis will show how and why the categories of meaning within which their mental illness was considered changed from 1914 to 1939, as well as the consequences these changes had on the officers’ careers. Furthermore, the officers’ position among the mentally traumatized soldiers as well as among the officer corps will thereby be assessed. With regard to the so called war neurotics, the analysis will clarify to what extent these officers were allocated a special position in the military. With reference to the officer corps, the research project will feature an analysis of the military elite’s and the public’s opinion about the effect of mental trauma on officers’ capabilities to fulfill their duties. Poised between medical and military history, this study will reveal new insights into society’s developing relationship to war and mental illness in Germany as well as into the values and the inner workings of the German military between the beginnings of the First and of the Second World War.

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