Dr. Miyuki Hashimoto: Gender und Identität in der Otaku-Kultur

 

 

Dr. Miyuki Hashimoto
Universität Wien

 

"Gender und Identität in der Otaku-Kultur
am Beispiel der österreichischen Yaoi-Fans"

 

27. Januar 2009

 

Seit ca. 4 Jahren erlebt Yaoi auch im deutschsprachigen Raum einen Boom. Yaoi ist ein Genre der Otaku-Kultur (eine von Jugendlichen mit besonderer Intensität und Begeisterung betriebene spezielle Art japanischer Populärkultur). Es handelt sich dabei um männliche homosexuelle Liebesgeschichten. Diese werden von weiblichen Autorinnen geschrieben und von weiblichen Leserinnen gelesen. So ist es offensichtlich, dass dieses Genre eine hoch dosierte Gender-Thematik anbietet. Warum lesen österreichische Yaoi-Fans gerne männliche homosexuelle Liebesgeschichten? Hat das mit der Gender-Problematik in Österreich zu tun? Welche Bedeutung hat das Yaoi-Fantum für ihre Identität? Bei diesem Vortrag beschäftige ich mich mit diesen Fragen. Dafür stelle ich den Forschungsstand zu Yaoi und Interviews mit österreichischen Yaoi-Fans, die von mir durchgeführt wurden, vor. Das Ziel dieses Vortrags ist, einerseits die Bedeutung der japanischen Populärkultur für westliche Fans zu untersuchen und andererseits theoretische und methodische Überlegungen zum Thema zu verfeinern.

 

zur Person:

Miyuki Hashimoto, Kulturwissenschaftlerin (Dr. phil. Universität Wien, M.A. und B.A. Waseda Universität), 2004-2005, 2006-2007, 2008 (Wintersemester): Lehrbeauftragte an der Universität Wien - Japanologie, 2008 (1. März bis 30. Juni): Research Fellow beim IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften), Wien.