Die konsumierte Rebellion - die bosozoku-Presse in Japan

 

Associate Prof. Andreas Riessland
Nanzan University, Nagoya, Japan

 

"Die konsumierte Rebellion: die bosozoku-Presse in Japan"

 

8. Juni 2010

 

Dieser Vortrag widmet sich der Subkultur der als bosozoku bekannten Motorradgangs, die in Japan bis heute als Synonym für Jugendgewalt und deviantes Sozialverhalten gelten. Neben einem Abriss zur Geschichte des Phänomens bosozoku liegt der Fokus dabei vor allem auf der Darstellung dieser Subkultur in dem Magazin Champroad, das sich als mediales Sprachrohr und Forum dieser Subkultur versteht.

Beleuchtet werden soll dabei vor allem, wie dieses Magazin den Balanceakt vollzieht, einerseits die durchaus an physischer Gewalt und provokativem Auftreten orientierten Interessen ihrer Kernleserschaft zu bedienen, andererseits aber als Apologet der bosozoku-Subkultur zu fungieren und dem gemeingesellschaftlichen Image von bosozoku aus gewaltbereiten jugendlichen Kriminellen entgegenzutreten.

 

Zur Person:

Andreas Riessland ist seit 2006 Associate Professor für Deutsch an der Nanzan-Universität. Er studierte Japanologie an der Universität Erlangen Nürnberg und verfügt zudem über einen M.A. in Anthropology of Japan von der Oxford Brookes University. Von 1993-2004 war er Lektor am Shonan Fujisawa Campus der Keio-Universität in Fujisawa, von 2004 bis 2006 Lektor an der Tamagawa-Universität in Tokyo. Seine Forschungsinteressen sind Nation und Ästhetik, gesellschaftlicher Wertewandel im Spiegel der Werbung und die motorisierte Gesellschaft.