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ToRoll: Materialisierte Heiligkeit

Torarollen als kodikologisches, theologisches und soziologisches Phänomen der jüdischen Schriftkultur in der Diaspora

Auftragen der Tinte und Formung der Buchstaben beim Schreiben einer Torarolle

Auftragen der Tinte und Formung der Buchstaben beim Schreiben einer Torarolle
Bildquelle: Annett Martini

Materialisierte Heiligkeit ist ein Verbundprojekt, in dem die Herstellung von rituell reinen Torarollen als ein außerordentliches kodikologisches, theologisches und soziales Phänomen der jüdischen Schrifttradition untersucht wird. Das Vorhaben umfasst die digitale Edition ausgesuchter Schreiberliteratur aus der Antike bis in die Neuzeit, paläographische Analysen zu den Buchstabenkrönchen und besonderen Buchstabenformen, Analysen der verwendeten Tinten und Beschreibstoffe mittelalterlicher Torarollen europäischer Provenienz sowie qualitative Interviews mit heutigen Schreiber*innen. Es ist ein Grundanliegen des geplanten Vorhabens, zentrale Forschungsfelder des Faches Judaistik verstärkt in inter- und transdisziplinäre Forschungsdiskurse einzubinden und mithilfe der Digital Humanities für neue methodologische Ansätze zu öffnen. Zur Bearbeitung neuer Forschungsfragen bündelt das Projekt die fachwissenschaftliche Expertise der Judaistik mit den Methoden der Materialforschung, der Sozialwissenschaften und der Kunstgeschichte sowie mit zukunftsweisenden Ansätzen der Informatik. 

 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für einen Zeitraum von vier Jahren (2022–2026) in der Förderlinie Kleine Fächer – Zusammen stark gefördert. Es ist mit fünf Wissenschaftlerinnen am Institut für Judaistik der Freien Universität Berlin angesiedelt und wird durch Expertinnen der Verbundpartner – der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – unterstützt. Gemeinsam mit externen Projektpartnern – der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Kolleg*innen des Instituts für Kunstgeschichte der Freien Universität Berlin arbeiten wir an einem digitalen Wissensspeicher, der gleichermaßen der nationalen und internationalen Forschungsgemeinschaft aber auch der interessierten Öffentlichkeit zur Nutzung und wissenschaftlichen Weiterentwicklung im Open Access zur Verfügung gestellt werden soll.

Magdeburger Torarolle, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Bildquelle: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel