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Kunst (im) Fernsehen: Akteure, Formate und Rahmungen von Fernsehperformances

06.06.2014 - 07.06.2014

Studientag im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ an der Freien Universität Berlin. Veranstaltet vom Teilprojekt A7 „Immanente Entgrenzung in Kunstpraxis und Kunsterfahrung der Gegenwart“

(Organisation und Konzept: Klaus Krüger, Christian Hammes, Matthias Weiß)

 

Ausgangspunkt des Studientags ist die Beobachtung, dass die Entgrenzungsbestrebungen der Nachkriegsmoderne und der Siegeszug des Fernsehens nicht nur im gleichen Zeitraum stattfanden, sondern auch, dass beide Phänomene dem Performativen einen hohen Stellenwert einräumten: Das Aufnahmestudio wird zum alternativen Ort der Kunstproduktion, das für die Performancekunst so wesentliche Moment der nicht wiederholbaren Aufführung findet sich in den Live-Übertragungen des Fernsehens massenmedial gespiegelt. Entsprechend lassen sich Positionen dingfest machen, die das Fernsehen nicht (nur) zur Berichterstattung über Kunst, sondern als dezidiert künstlerisches Medium nutzen wollten.

Neben einer Kritik des medialen Apparats sowie der Erkundung der Manipulationsmöglichkeiten des elektronischen Bildes und der Feedback-Potenziale, wie sie bislang für die Forschung prägend waren, legt der Studientag sein Frageinteresse stärker auf Formen der Auseinandersetzung mit fernsehtypischen Formaten und auf künstlerische Positionen, die anerkennen, dass die Gegenwart nicht ohne die Bild- und Erzählsprache des Fernsehens und seine sozialen Funktionen zu denken ist. Diskutiert wird darüber hinaus, wie Kunst – auch vor dem Hintergrund, dass hierbei Ähnlichkeiten zum zeitgenössischen Kunstbetrieb unverkennbar sind – mit den Kommunikations- und Verführungsmethoden des Fernsehens umgeht, wie sie auf seine vielfältigen Formate und narrativen respektive visuellen Sprachen reagiert und wie sie die Funktionslogik kommerziellen Fernsehens für ihre eigenen Belange einsetzt.

 

Programm

Freitag, 6. Juni 2014

14:30
Begrüßung und Einführung

15:00
Judith Revers, Wien

Fernsehkunst. Der zeitgenössischen Kunst eine Fernsehform

16:00
Nicola Schmidt, Berlin
10 000 Jahre Kunst im Fernsehen. Samuel Becketts QUADRAT I + II (1981) als exemplarische Einzelfallstudie

17:00
Kaffeepause

17:30
Matthias Weiß, Berlin

Ausgestrahlt? Zum Sendungsbewusstsein von Joseph Beuys

18:30
Jan Dammel, Berlin

Aktion im Kasten, Aktion mit dem Kasten. Zu Peter Weibels tele-aktionen

 

Samstag, 7. Juni 2014

9:00
Manuela Ammer, Wien

Versuchte Widerworte gegen das Fernsehen: Dara Birnbaums und Dan Grahams Local TV News Program Analysis (1978/80)

10:00
Kaffeepause

10:30
Samantha Schramm, Konstanz
Zwischen Subjekt und Kollektiv. Figurationen des Fernsehzuschauers in der Fernsehkunst

11:30
Stephanie Sarah Lauke, Köln

Produktive TV-Rezeptionen von Bewegtbildinstallationen

12:30
Mittagspause

14:00
Christian Hammes, Berlin

Spilling the contents without breaking the context. General Ideas Fernsehcocktails

15:00
Cecilia Valenti, Düsseldorf

Abfall für Alle: Blob als Fernsehtagebuch

 
Als Diskutanten sind eingeladen: Barbara Gronau, Berlin. Klaus Krüger, Berlin. Bettina Paust, Bedburg-Hau. Steffen Siegel, Jena. Frauke Surmann, Berlin. Annette Urban, Bochum. Christiane Voss, Weimar.


Programm (PDF)

Exposés zu den Vorträgen (PDF)

Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern (PDF)

 

Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

 

Organisation:

Prof. Dr. Klaus Krüger, Dr. des. Christian Hammes, Dr. Matthias Weiß

Kontakt: albeo@zedat.fu-berlin.de, christian.hammes@fu-berlin.de

Zeit & Ort

06.06.2014 - 07.06.2014

Kunstsaele, Bülowstr. 90, 10783 Berlin