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Ornamentik der Kleidung und ihr Verhältnis zu Gewebetechniken und Accessoires“ als ein Teil des Forschungsverbundes „Silk-Road-Fashion - Kleidung als Kommunikationsmittel im ersten Jahrtausend v. Chr. in Ostzentralasien

Institution:

Freie Universität Berlin
Kunsthistorisches Institut
Abteilung Ostasien

Mitarbeiter/innen:
Förderung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 

Projektlaufzeit:
01.08.2013 — 31.07.2016

Kurzbeschreibung:

Das Kooperationsprojekt „Silk-Road-Fashion - Kleidung als Kommunikationsmittel im ersten Jahrtausend v. Chr. in Ostzentralasien“ befasst sich mit archäologischem Fundmaterial aus der chinesischen Provinz Xinjiang des Zeitraums von 1000 v. Chr. Bis 300 n. Chr. Interdisziplinär werden verschiedene Methoden und Fachbereiche miteinander verbunden, um die „Sprache der Kleidung“ zu erforschen, zu verstehen und letztendlich zu konservieren. Es steht nicht nur der archäologische Kontext im Blickpunkt, sondern das Projekt widmet sich beispielweise auch intensiv der Datenerfassung und -sicherung, der umfangreichen Betrachtung des Textilien von der Faser bis zur Verarbeitung, der Forschung und Rekonstruktion der Schnitte und mit dem Kontext Mensch und Umwelt.
Das Hauptaugenmerk der kunstwissenschaftlichen Untersuchung von Prof. Dr. J. Lee-Kalisch liegt auf dem neuen Stellenwert der Ornamente in der Bekleidung der Bestatteten. Dadurch öffnet sich eine Fülle von neuen Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Ornamenten, den Trägern und der Gesellschaft. Um eine leserliche und auch entzifferbare Sprache der Ornamente umfassend zu erforschen, werden schrittweise folgende Fragestellungen und Ziele gesetzt: Zuerst werden Motive und Muster in Bezug auf ihre Materialität, die Gewebetechnik, sowie in aussagekräftiger Matrix werkimmanent und in ihrer Gesamtheit ihrer Beziehung mit anderen Accessoires wie Schmuck, Körperbemalung, Haartracht etc. analysiert.
Zweitens werden die Ornamente in Bezug auf ihre Funktion, ihren Symbolgehalt und ihre Wirkmächtigkeit im Zusammenhang mit dem Trägermodus, als Identitäts- und Statusmerkmal und unter dem Aspekt des Kommunikationsmittels zwischen den Regionen und Epochen synchronisch und diachronisch verglichen.
Drittens werden die Textilornamente in ihrer Stilbildung und ihrer Entwicklung im transkulturellen und globalen Kontext erfasst und ihre ästhetische, universelle Gültigkeit bis zur Gegenwart dargestellt.
Die Aufgabe der Projektmitarbeiterin Nicole Kreusel MA ist es, Faser- und Gewebetechniken zu bestimmen, individuelle Gesamtausstattungen, sowie das Verhältnis von Ornamenten zu Gewebetechniken und Accessoires zu studieren und Vorlagen für Bekleidungsrekonstruktionen herzustellen.

Projektpartner/ Forschungsthemen und Verantwortlichkeiten:

Prof. Dr. M. Wagner, DAI Berlin-Peking
Verbundkoordination, deutsch-chinesische Kooperation, archäologischer Kontext, Schnittforschung, Vorbereitung der Rekonstruktionen, Datensicherung, Öffentlichkeitsarbeit

Dr. H. Wunderlich, LDA Sachsen-Anhalt     
Coloristik und Textilfaserbestimmung

Prof. Dr. R. Csuk, MLU Halle                      
Farbstoffarten und Färbetechniken

Prof. Dr. J. Lee-Kalisch, FU Berlin               
Ornamentik der Kleidung und ihr Verhältnis zu Gewebetechniken und Accessoires 

Prof. Dr. P. Tarasov, FU Berlin                    
Umweltrekonstruktion und Altersmodell

Dr. Julia Gresky, DAI Berlin                        
Paläopathologie (Alter, Geschlecht, Körperbau)

Prof. Dr. Desmond Durkin Meisterernst      
Textinformationen zu Bewohnern Xinjiangs