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Mosse Art Research Initiative (MARI)

Institution:

Kunsthistorisches Institut
Mosse Art Research Initiative (MARI)
Berliner Mäzenatentum. Die Kunstsammlung Rudolf Mosse (1843—1920). Aufbau — Bedeutung — Verlust

Mitarbeiter/innen:

Werkvertragsnehmerinnen: Esther Sabelus

                                            Lily Sabelus

Förderung:

Förderphase 1 und 2: Das Forschungsprojekt wurde durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg und das Mosse Art Restitution Project gefördert. 

Förderphase 3: Das derzeitige Forschungsprojekt wird durch die Mosse-Foundation, Berkeley, finanziert.

Projektlaufzeit:
01.03.2017 — 01.06.2022

Berliner Mäzenatentum. Die Kunstsammlung Rudolf Mosse (1843—1920). Aufbau — Bedeutung — Verlust

Mosse Art Research Initiative (MARI)

Datenbank

Das Projekt erforscht den Verbleib Tausender Werke aus dem früheren Besitz des deutsch-jüdischen Verlegers Rudolf Mosse (1843–1920) und die näheren Umstände des Entzugs durch die Nationalsozialisten. Als Kooperationsprojekt zwischen Universität, Museen, Archiven und der Erbengemeinschaft der Familie Mosse kann die Mosse Art Research Initiative (MARI) als weltweit einmaliges Vorhaben der Provenienzforschung gelten.

Konkretes Ziel des Projekts ist es, die ehemals Rudolf Mosse und seiner Familie gehörenden Werke zu identifizieren und zu lokalisieren, das heißt die einzelnen Stationen und Wege bis zum heutigen Standort nachzuvollziehen und die genauen Verlustumstände während des NS-Regimes zu klären. Ferner sollen Erkenntnisse über das Verwertungssystem von entzogenem Kulturgut in der Frühphase des nationalsozialistischen Regimes gewonnen werden. Die Forschungsergebnisse beider Annäherungen – Provenienz- und Kontextforschung – sollen in ihrem relationalen Bedeutungsgefüge sowohl zur allgemeinen Aufklärung von NS-Verbrechen beitragen als auch ein ehrendes Gedenken an Rudolf Mosse, den prägenden Kunstförderer, Mäzen und Philanthropen, wachrufen.

Beteiligt waren neben der Mosse-Erbengemeinschaft und der Freien Universität die Kulturstiftung der Länder, die Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Stiftung Jüdisches Museum Berlin und das Landesarchiv Berlin. Kooperationspartner sind zudem die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, das Wallraf-Richartz-Museum Köln, das Museum Wiesbaden, das Museum der Stadt Worms und die Mathildenhöhe Darmstadt. Das Forschungsprojekt wurde in den ersten zwei Förderphasen durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg und das Mosse Art Restitution Project gefördert. Die derzeitige Förderphase wird alleinig durch die Mosse-Foundation, Berkeley, finanziert.

Erfolgsstatistik

Es wurde die Forschung zu allen in den Auktionskatalogen von 1934 und den Sammlungskatalogen verzeichneten Positionen aufgenommen, diese beinhalten ca. 1.000 Positionen.

Zu knapp 200 Werken haben wir aussagekräftige Dokumente gefunden, 106 davon konnten eindeutig identifiziert und Spuren des Verbleibs bis mehrere Jahrzehnte nach dem Entzug gefunden werden. Teilweise kennen wir den Verbleib der Werke dieser Gruppe bis ins Jahr 2013. Bei 217 Gemälden konnte das MARI-Team den heutigen Standort ermitteln, wenn auch in diesen Fällen noch Lücken in der Provenienzkette bestehen. Bei 16 Werken wiederum sind alle Fragen geklärt und die Recherchen abgeschlossen. Insgesamt sind bis heute 11 Werke auf Grundlage der MARI-Provenienzforschung restituiert worden, bei dreien davon haben die aktuellem Besitzer mit den Mosse-Erben einvernehmliche Lösungen gefunden. Wiederum drei Ansprüche wurden zurückgewiesen und die Rückgabe verweigert, da sich die Werke heute in Privatbesitz befinden, für den die Washingtoner Prinzipien nicht bindend sind. Die restlichen Werke, die von MARI lokalisiert werden konnten, befinden sich in Verhandlungen.