Architektur als politisches Symbol und Instrument US-amerikanischer Kulturpropaganda im West-Berlin der 1950er Jahre

Institution:

Kunsthistorisches Institut

Projektleitung:
Förderung:
DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektlaufzeit:
01.02.2012 — 31.01.2018


Das Projekt wird erstmals eine umfassende Studie zu den von US-Amerikanern initiierten und geförderten repräsentativen Bauten im West-Berlin der Nachkriegszeit vorlegen. Neu daran ist die Erforschung der politischen Motivation und Planung aus amerikanischer Perspektive, u. a. anhand des bislang unberücksichtigten Quellenmaterials in US-Archiven. Im Fokus der Analyse stehen die politisch-ideologische Bedeutung und Zeichenhaftigkeit der Gebäude, deren Programmatik bislang unterschätzt wurde, sowie die gezielte Assoziierung und Propagierung bestimmter Inhalte und Wertvorstellungen mittels Architektur im Kalten Krieg. In Fallstudien zur Amerika-Gedenkbibliothek, der Freien Universität, dem Hotel Hilton und dem Klinikum Benjamin-Franklin als ausgewählten Prestigebauten der 1950er Jahre soll die politische Semantik von der Konzeption bis zur Rezeption der Gebäude herausgearbeitet werden. Im Vergleich werden dabei die Hauptverantwortlichen, Leitbilder und Strategien seitens der amerikanischen Besatzungsmacht in Erscheinung treten, vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen und Ereignisse im Untersuchungszeitraum außerdem Kontinuitäten und Veränderungen. Rückgebunden an zeitgenössische architekturtheoretische Diskurse über die Repräsentation „westlicher“ Werte sollen die Bauten in den historischen Kontext der US-amerikanischen Kulturpropaganda eingebettet werden. Diese artikulierte sich im geteilten Berlin, Brennpunkt des Kalten Krieges, verstärkt und vielfältig. Welche Rolle Architektur als wirkmächtiges Medium dabei spielte, wird damit erstmals in größerem Umfang untersucht.