Spiel-Räume der Demokratie. Theaterbau in der Bundesrepbulik Deutschland 1949-1975

Institution:

Kunsthistorisches Institut

Projektleitung:
Förderung:

DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Projektlaufzeit:
01.03.2016 — 28.02.2019

Das Projekt untersucht Theaterbauten und Opernhäuser der ersten und zweiten Nachkriegsmoderne (1949-1975) in der Bundesrepublik unter der Fragestellung gesellschaftlicher und demokratischer Repräsentation. Das Vorhaben gliedert sich in einen analytischen Teil und einen Katalogteil, der alle im Untersuchungszeitraum neu errichteten Spielstätten erstmals umfassend darstellen soll. Leitend für den analytischen Teil ist die Frage nach den demokratischen Implikationen von Theaterbauten hinsichtlich ihrer architektonischen Gestaltung, ihrer stadträumlichen Bedeutung sowie den Wirkungsweisen staatlicher und gesellschaftlicher Repräsentation. Dem Theaterbau kam als einer der frühesten Baugattungen nach dem Zweiten Weltkrieg eine herausragende Rolle bei der Etablierung eines »demokratischen« Ausdrucks bundesrepublikanischer Architektur zu. Der Bedeutungsgehalt der Bauten erstreckte sich von einer Umwertung traditioneller Materialikonografien bis hin zur Neudefinition räumlicher und städtebaulicher Strukturen. Zudem wurden partizipatorische Planungsprozesse am Beispiel öffentlicher Kulturbauten modellhaft erprobt, da zahlreiche Theater nicht allein von den Bauverwaltungen, sondern unter Beteiligung von Vereinen und damit von Bürgern getragen wurden. So soll der Theaterbau der Bundesrepublik nicht nur als Visualisierung, sondern als Konstituens einer sich als demokratisch legitimierenden Gesellschaft beschrieben und interpretiert werden.