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Ursprung, Entwicklung und Weiterleben der Hethitischen Kultur im Mittleren Schwarzmeergebiet - Archäologische Ausgrabungen am Oymaagac Höyük/Türkei

Förderung:

DFG (seit 2009), Gerda Henkel Stiftung (2006-2008), Freie Universität Berlin (2005), Tepe Knauf Ankara sowie private Spender

Projektlaufzeit:
01.06.2007 — 31.12.2022
Homepage:

Was Aachen für die deutschen Könige bedeutete Nerik für die hethitischen Großkönige des zweiten Jahrtausends v. Chr. Ähnlich wie Friedrich I. Barbarossa im Aachener Dom zum König von Gottes Gnaden gesalbt wurde, wurde Hattuschili III., der Bruder des Ägyptenbezwingers Muwatalli (1259 v. Chr.), vom Wettergott von Nerik zum König gemacht. Im Unterschied zu Hattuscha, der politischen Hauptstadt der hethitischen Könige, die seit mehr als 100 Jahren erforscht wird, weiß man von Nerik nur, daß sie im hethitischen Bergland Haharwa nahe des Flusses Kizilirmak in Nordanatolien liegt.

Gewichtige Gründe sprechen inzwischen dafür, Nerik mit dem Siedlungshügel „Oymaagac Höyük" bei Vezirköprü zu identifizieren, der seit Herbst 2005 von einem interdisziplinären Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Klinger und PD Dr. Rainer Czichon vom Institut für Altorientalistik der Freien Universität Berlin untersucht wird. Bereits während der zweijährigen Geländebegehungen wurden fünf (!) hethitische Keilschriftfragmente und zwei gesiegelte Tonbullen mit luwischen Hieroglyphen auf der Oberfläche aufgelesen. Sie bilden nicht nur die ältesten Schriftfunde Nordanatoliens, sondern auch den bislang nördlichsten Nachweis für die hethitische Kultur. Einer der Texte erwähnt eine Weihgabe für den Wettergott von Nerik, ein anderer „Haharwa", also jenes Gebirge, in dessen Nähe sich Nerik befindet!

Die Schrift- und Siegelfunde stammen aus dem Umfeld eines 3000qm großen repräsentativen Gebäudes auf der Hügelkuppe, das bei einer geomagnetischen Prospektion im Sommer 2006 sichtbar wurde. Die während der seit 2007 stattfindenden Ausgrabungen freigelegte nischen-gegliederte Südfassade sowie Fragmente von rotgeslipten Stierfiguren, Symbole des Wettergottes, stützen die Vermutung, daß es sich bei diesem exponierten Bau um einen Tempel des Wettergottes handelt. Ob es sich tatsächlich um den Tempel des Wettergottes von Nerik handelt, wird im Laufe der Ausgrabungen hoffentlich geklärt werden können.

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