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Zeichen – Körper – Macht. Politische Personifikationen im Römischen Reich

Klassische Archäologie

05.03.2026

Studierende bei der Arbeit in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik.

Studierende bei der Arbeit in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik.
Bildquelle: Lorenz Winkler-Horaček

Die Victoria auf dem Brandenburger Tor ist das Wahrzeichen Berlins – auf was geht sie zurück? Eine ‚Verkörperung‘ politischer Begriffe und Ideen als Gottheiten ist seit der Antike bekannt. In der Bilderwelt der römischen Kaiserzeit entwickelte sich ein Zeichensystem für diese Personifikationen. Durch sie konnten politische Ideen, Werte und Zustände kommuniziert werden. Für eine Sonderausstellung (2026) erforschen wir dieses System der Bilder und erarbeiten ein Konzept, um es der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Prof. Dr. Lorenz Winkler-Horaček

Prof. Dr. Lorenz Winkler-Horaček
Bildquelle: privat

Dr. Annegret Klünker

Dr. Annegret Klünker
Bildquelle: Lea Städler

Römische Münze des 2. Jhs. n. Chr. Göttin mit Füllhorn, Kornähren und Schiffsbug als Garantin der Getreideversorgung Roms. Abguss: Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin

Römische Münze des 2. Jhs. n. Chr. Göttin mit Füllhorn, Kornähren und Schiffsbug als Garantin der Getreideversorgung Roms. Abguss: Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin
Bildquelle: Lorenz Winkler-Horaček

Statue der Fortuna mit Füllhorn und (ehemals) Steuerruder. 2. Jh. n. Chr.

Statue der Fortuna mit Füllhorn und (ehemals) Steuerruder. 2. Jh. n. Chr.
Bildquelle: Abguss und Foto: Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin

Statue der Victoria von Calvatone. 2. Jh. n. Chr. Abguss: Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin,

Statue der Victoria von Calvatone. 2. Jh. n. Chr. Abguss: Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin,
Bildquelle: Lorenz Winkler-Horaček

Wer sind wir?

Prof. Dr. Lorenz Winkler-Horaček ist Kurator der Abguss-Sammlung Antiker Plastik am Institut für Klassische Archäologie.
Zu den Personifikationen in der römischen Repräsentationskunst forscht er seit vielen Jahren. Das aktuelle Projekt ent-
stand zusammen mit Dr. Annegret Klünker, die dazu 2022 eine Dissertationsschrift an der Freien Universität eingereicht
hat. Studierende arbeiten im Rahmen verschiedener Seminare an der Konzeption der Ausstellung und des Begleitbuchs
mit. Kooperationspartner sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Museum für Abgüsse München.

Wie arbeiten wir?

Aus den Beständen der Abguss-Sammlung, ergänzt durch Leihgaben, ist ein Korpus an Exponaten zusammengestellt worden. Es besteht aus Statuen, Reliefs, Gemmen und Münzen überwiegend der römischen Kaiserzeit. Um das komplexe Thema für fachfremde Besuchende der Ausstellung verständlich zu präsentieren, werden die Bilder in ihre Bestandteile ‚zerlegt‘: Was sagen die einzelnen Attribute und Bildzeichen wie Füllhorn oder Globus aus? Was hat es mit den Körperkonzepten der Gottheiten auf sich?

Welches Ergebnis ist besonders bedeutsam?

Die Interpretation dieser politisch so relevanten Personifikationen muss von den Bildern mit ihren Zeichen selbst
ausgehen. Die bildeigenen Aussagen sind wichtiger als eine Benennung der Gottheiten als ‚Pax‘, ‚Fortuna‘ oder ‚Victoria‘.
Die subtil ausgestalteten Darstellungen sind Teil eines politischen Aushandlungsprozesses von Macht zwischen dem
römischen Kaiser und verschiedenen Gruppen des Reiches.

Was bleibt zu erforschen?

Die Erforschung der Zeichen zeigt das Potenzial auf, wie mit Bildern in ganz konkreten politischen Situationen kommuni-
ziert werden konnte. Auch wird noch untersucht, wie das wechselseitige Verhältnis der Bilder in den verschiedenen
Gattungen – Statuen, Reliefs, Münzen – zu bewerten ist. Wir verbinden das Projekt zudem mit der Erschließung der Abgüsse römischer Münzen in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik.

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