Geschichte

Schon kurz nachdem die neue, auf Initiative des preußischen Bildungsreformers Wilhelm von Humboldt am 16. August 1809 gegründete, Universität zu Berlin ihren Betrieb aufnahm, wurde im Jahre 1812 der Orientalist Georg Heinrich Bernstein (1787–1860) als erster außerordentlicher Professor für Orientalische Sprachen an die Theologische Fakultät berufen.

1841 lockte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) – auf Empfehlung des Naturforschers Alexander von Humboldt – mit einem fürstlichen Gehalt das Sprachgenie Friedrich Rückert (1788–1866) auf den ersten Berliner Lehrstuhl für Orientalische Sprachen an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Hier vollendete dieser 1846 seine meisterhafte Nachdichtung „Hamâsa oder die ältesten arabischen Volkslieder“, bevor er sich im Jahre 1848 auf eigenen Wunsch aus dem Universitätsbetrieb zurückzog.

Von 1850 bis 1903 war Friedrich Heinrich Dieterici (1821–1903) außerordentlicher Professor für arabische Literatur an der philosophischen Fakultät der Universität zu Berlin, dessen Herausgabe der „Alfiyya“ des spanisch-arabischen Gelehrten Ibn Mālik (gest. ca. 1276) einen Meilenstein in der arabistischen Forschung bildet.

1876 folgte Carl Eduard Sachau (1845–1930), der sich in der Arabistik vor allem mit seinen Veröffentlichungen über den bedeutenden Universalgelehrten al-Bīrūnī (973–1048) einen Namen machte, auf den Lehrstuhl. Er wurde auch der erste Direktor des am 27. Oktober 1887 – auf Betreiben des Reichskanzlers Otto von Bismarck – neu gegründeten Seminars für Orientalische Sprachen (SOS), welches 1935 in Auslandshochschule umbenannt wurde.

1919 wurde Gotthelf Bergsträßer (1886–1933), dessen Einführung in die Semitischen Sprachen bis heute ein Standardwerk der Semitistik ist, außerordentlicher Professor für semitische Sprachen in Berlin. Sein in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandenes Archiv an Fotografien von Koranhandschriften und Lesartenwerken hat heute einen wichtigen Stellenwert für das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelte Projekt Corpus Coranicum.

In den Jahren 1922 und 1923 war einer der bedeutendsten deutschen Orientalisten des 20. Jahrhunderts, Carl Brockelmann (1868–1956), ordentlicher Professor für semitische Sprachen in Berlin.

1929 genehmigte Carl Heinrich Becker (1876–1933), seinerseits selbst Orientalist, die Errichtung eines Instituts für Semitistik und Islamkunde an der philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Unter Hans Heinrich Schaeder (1896–1957) erfolgte die Umbenennung in Institut für Arabistik und Islamkunde.

1963 wurde an der 1948 neu gegründeten Freien Universität Berlin ein Lehrstuhl für Semitistik und Arabistik eingerichtet, den der auf das Mandäische und Samaritanische spezialisierte Rudolf Macuch (1919–1993) bis zu seiner Emeritierung 1988 bekleidete.

Als im Jahre 1991 die renommierte Koranforscherin Angelika Neuwirth (geb. 1943) auf das Ordinariat für Arabistik am Seminar für Semitistik und Arabistik berufen wurde, bescherte dies der Berliner Arabistik einen nachhaltigen Aufschwung. In den Jahren 1994 bis 1999 wurde der Lehrstuhl von Renate Jacobi (geb. 1936) vertreten.

Seit 2014 bekleidet Beatrice Gründler den Lehrstuhl für Arabistik an der Freien Universität Berlin.