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Colinda Lindermann, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin innerhalb der Dahlem International Network Junior Research Group “Arabic Philology and Textual Practices in the Early Modern Period” 

lindermann

Seminar für Semitistik und Arabistik

Fachrichtung Arabistik

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Drittmittel

Junior Research Group "Arabic Philology and Textual Practices in the Early Modern Period"

Adresse
Fabeckstraße 23-25
14195 Berlin

Colinda Lindermann arbeitete von 2015 bis 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin innerhalb der Dahlem International Network Junior Research Group “Arabic Philology and Textual Practices in the Early Modern Period”, geleitet von Prof. Dr. Islam Dayeh und unterstützt durch die Freie Universität Berlin im Rahmen der Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Momentan arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt Orient-Digital an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.



Wissenschaftlicher Werdegang

2020 -

 Leitende Redakteurin, Philological Encounters (Brill).

2020 -

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt Orient-Digital an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

2016-2019

Redaktionsassistentin, Philological Encounters (Brill).

2015-2019

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Dahlem International Network
Junior Research Group „Arabic Philology and Textual Practices
in the Early Modern Period“. 

2014-2016

Studium der Arabistik an der Freien Universität Berlin,
Abschluss: Master of Arts (M.A.). 

2009-2014

Studium der Geschichte und Kultur des Vorderen Orients
(Schwerpunkt Arabistik) an der Freien Universität Berlin,
Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.). 

1999-2005

Studium der Klassischen Philologie an der Universiteit Leiden,
Niederlande, Abschluss: doctorandus (M.A.). 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/18

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016


Soziointellektuelle Dimensionen arabischer Sprachgelehrsamkeit in den arabischen Provinzen unter osmanischer Herrschaft

Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert fand in den arabischen Provinzen des osmanischen Reiches und darüber hinaus einen lebhaften Diskurs über die Feinheiten der arabischen Sprache statt. Berühmte Gelehrte wie Šihāb ad-Dīn al-Ḫafāǧī (gest. 1659) und Muḥammad al-Muḥibbī (gest. 1699) widmeten Themen wie korrektem Sprachgebrauch, dem Einfluss von Fremdsprachen auf das Arabische, und der Sprache des „gemeinen Volkes“ (al-ʿāmma) ganze Abhandlungen und Wörterbücher. Diese Texte basieren auf bereits reichhaltig vorhandenem soziolinguistischem Material, spiegeln aber auch Debatten über die Position und Funktion von Sprache in einer sich schnell verändernden Gesellschaft wider, in der Gelehrte arabischer Abstammung mit einer klassischen Ausbildung nicht länger die einzigen Bewerber für die wissenschaftliche und/oder Verwaltungslaufbahn waren. In meiner Doktorarbeit analysiere ich diese Werke und verorte sie in ihrer soziointellektuellen Umgebung. Indem ich sprachwissenschaftliche und literarisch-biographische Quellen kombiniere, zeige ich, dass die arabische Sprachgelehrsamkeit nicht nur eine propädeutische und Hilfsfunktion hatte, sondern zentral war für das Herausbilden einer Gruppenidentität. Indem die Sprachgelehrten die Grenzen des Arabischen zogen, neu zogen und verteidigten, erneuerten sie die klassische sprachwissenschaftliche Tradition. Die Tradition umfasste so auch die Gegenstände, die sie in ihren Begegnungen mit osmanischen Gelehrten und Quereinsteigern ohne traditionellem ʿulamāʾ-Hintergrund diskutierten. Die Intensität, mit der Themen klassischer und zeitgenössischer Sprache debattiert wurden, zeigt, dass Sprache ein relevanter und lebendiger Forschungsgegenstand in der madrasa und dem majlis war, sowie ein Mittel, um intellektuelle Netzwerke zu bilden und zu unterhalten, welche die gesamte arabischsprachige Gemeinschaft umspannten.



Teilnahme und Mitarbeit an Konferenzen und Workshops

2017 Mit Islam Dayeh, Rossella De Luca und Katharina Kloss: Conference “What Was Philology in Arabic?”, Freie Universität Berlin, 13. - 15. July 2017.
2017 Mit Rossella De Luca: Workshop mit Dana Sajdi (Boston College) “Texts as Objects and Images”, Freie Universität Berlin, 14. - 26. June 2017.


Forschungsinteressen

  • Lexikographie und Grammatik
  • Arabische Philologie in der europäischen Orientalistik
  • Vorislamische Dichtung
  • Moderne arabische Literatur

Artikel

2019 “A Shared Set of Solecisms: The Mamlūk and Ottoman Reception of al-Ḥarīrī’s Durrat al-ghawwāṣ,” Philological Encounters 4,1-2 (2019), 55-79.
2017 “Al-Fīrūzābādī togatus: Arabische Wörterbücher in der europäischen Frühmoderne,” Geschichte der Germanistik 51/52 (2017), 66-74.


Vorträge

2019

شبكات اللغويين الاجتماعية والفكرية في مصر والشام في القرن السابع عشر     

(„Die soziointellektuellen Netzwerke der Lexikographen in Ägypten und Bilād aš-Šām im siebzehnten Jahrhundert“), Summer School der Arab German Young Academy (AGYA) „Mapping the Urban: Cities in Arabic Literature, Culture, and Society“, Universität Ca´ Foscari, Venedig, 18. Oktober 2019.

2019 „In or out? Word lists in early modern Arabic lexicography,“ Enumeration, Epistemology, Etcetera: International Conference „Lists and List-Making in Literature and Culture“, Universität Freiburg, 5. Juli 2019.
2019 „Arabic lexicography in a competitive context: Discussing language deviation in the Ottoman empire,“ Cambridge Graduate Middle East Conference: Languages of Legitimation in the Middle East, Woolf Institute, Cambridge, 7 Juni 2019.
2018

„Widespread Errors: Kemālpaşazāde’s view on solecism,“ Turkologentag Bamberg, 21. September 2018.

2018

„What’s in a Lemma? Functions of early-modern Arabic treatises on language deviation,“ Doha Institute for Graduate Studies, 21. Februar 2018.

2017

„An den Grenzen der ʿArabīya: laḥn und muʿarrab,“ Deutscher Orientalistentag 2017, Jena, 19. September 2017.