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Arabistin Prof. Dr. Beatrice Gründler erhält Ehrendoktorwürde der Universität Leiden

News vom 03.11.2022

Aus den Pressemitteilungen der Freien Universität:

Wissenschaftlerin der Freien Universität Berlin wird für ihre Arbeit auf dem Fachgebiet des klassischen Arabisch geehrt

Nr. 198/2022 vom 03.11.2022

Die Arabistin Prof. Dr. Beatrice Gründler der Freien Universität Berlin erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Leiden, Niederlande. Mit der Verleihung wird die Wissenschaftlerin für ihre zahlreichen Beiträge zum Verständnis der klassischen arabischen Sprache, ihrer Geschichte, Literatur und Soziologie gewürdigt. Ihre Arbeit spiele eine bahnbrechende Rolle dabei, Dynamiken der arabisch-persischen literarischen Praxis, deren Ausdruck in der Handschriftentradition sowie deren Transformation über religiöse, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zu verstehen, begründete die holländische Hochschule. Die Auszeichnung wird am 8. Februar 2023 im Rahmen der Jubiläumsfeier, der Dies Natalis, zum 448-jährigen Bestehen der Universität Leiden verliehen. Ebenfalls mit der Ehrendoktorwürde geehrt wird der belgische Virologe Professor Marc van Rast.

Beatrice Gründler über das Fachgebiet des klassischen Arabisch: „Die schiere Menge arabischer Texte, die bis heute unbekannt in Manuskriptsammlungen ihrer Entdeckung harren, wird noch vieles in der Wahrnehmung unseres Faches verändern. Das Arabische hört nie auf, einen zu überraschen, das Schrifttum ist zu multiform, und seine Dynamik ungebrochen. Ich finde das immer aufs Neue faszinierend. Man muss auch wissen, dass die Rolle des Arabischen vergleichbar damit ist, wie früher das Lateinische der sprachübergreifenden Kommunikation diente – außer, dass die geografische Verbreitung des Arabischen weiter reicht, und dass es bis heute in dieser Funktion gebraucht wird.“

Prof. Dr. Beatrice Gründler leitet seit 2014 den Bereich Arabistik am Seminar für Semitistik und Arabistik an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die arabische Schrift- und Buchkultur sowie die klassische arabische Literatur in ihrer Rolle als Bindeglied zwischen Asien und Europa. Gründlers Arbeiten zeichnen sich durch höchste philologische Kompetenz, analytische Virtuosität und die Verknüpfung innovativer Methoden aus. Seit 2015 untersucht sie die Text-, Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Fabelsammlung Kalīla and Dimna, eine der frühesten Manifestationen der arabischen Prosa und zentrales Werk der arabischen Weisheitsliteratur seit dem 8. Jh. u.Z. Beatrice Gründler und ihr Forschungsteam edieren und kommentieren diese vielschichtige Texttradition erstmals kritisch in einer digitalen Multitext-Ausgabe. Mit ihrer Arbeit und ihrem institutionellen Engagement trägt sie in höchstem Maße zur Profilierung und Sichtbarmachung geisteswissenschaftlicher Forschung am Wissenschaftsstandort Berlin und zur Entwicklung der Digital Humanities als Berliner Zukunftsfeld bei. Unter diesem Vorzeichen leitet sie ein Projekt zur Nachhaltigkeit von Forschungsdaten in nichtlateinischen Schriften im Rahmen der Berlin University Alliance.

Beatrice Gründler studierte in Straßburg, Tübingen und an der Harvard University, wo sie 1995 auch promoviert wurde. Ab 1996 lehrte sie an der Yale University, zunächst als Assistenzprofessorin, seit 2002 als Professorin für arabische Literatur. Im Jahr 2014 kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie seitdem an der Freien Universität Berlin forscht und lehrt. Sie ist Studienleiterin der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studienund der Graduiertenschule Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies. Außerdem ist sie Mitglied des Vorstands des Dahlem Humanities Center der Freien Universität Berlin. Beatrice Gründler war von 2010 bis 2011 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und von 2016 bis 2017 Präsidentin der American Oriental Society. Für ihre herausragende Forschung wurde sie mit renommierten Preisen im In- und Ausland geehrt. So erhielt sie im Jahr 2017 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis, sowie einen ERC Advanced Grant, die höchste Auszeichnung des Europäischen Forschungsrates. Der Berliner Wissenschaftspreis 2019unterstrich ihre Verdienste um die Berliner Arabistik.

Beatrice Gründler denkt dabei global: „Forschende, die auf Arabisch und in westlichen Sprachen publizieren, müssen sich intensiver austauschen. Dazu gehört auch, dass wir das Arabische als gemeinsame Wissenschaftssprache ausdrücklich pflegen.“

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Beatrice Gründler, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin, Seminar für Semitistik und Arabistik; Telefon: 030 - 838 60489, E-Mail: beatrice.gruendler@fu-berlin.de

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