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Buch Neuerscheinungen zu Kreisgrabenanlagen aus dem Institut

Buch-Neuerscheinungen aus dem Institut zu mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen

Im vergangenen Jahr sind im Rahmen des Projekts „Gebautes Wissen“ die ersten beiden Publikationen zum Thema mittelneolithische Kreisgrabenanlagen in der Reihe "Berliner Archäologischen Forschungen" erschienen.

News vom 25.01.2024

Tagungsband Kreisgrabenanlagen

Im Herbst 2023 erschien der Tagungsband zur online-Konferenz „Rondel ´22- Ritual arena, calendrical monument or performative archtitecture?“, die im im Januar 2022 stattfand.

Schier, Wolfram (Ed.): Rondels revisited; Recent research on Neolithic circular enclosures in Central Europe 5000-4500 cal. BC. Berliner Archäologische Forschungen, Bd. 21 (Rahden/Westf. 2023). (Eintrag im WorldCat)

Der Band enthält 22 Beiträge zur aktuellen Kreisgrabenforschung in Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn.

Monographie Ippesheim

Ebenso ist nun die erste der vier vom Lehrstuhl untersuchten Kreisgrabenanlagen abschließend monographisch vorgelegt.

Gebhard, Kirsten und Schier, Wolfram: Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Ippesheim, Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Berliner Archäologische Forschungen, Bd. 22 (Rahden/Westf. 2023) mit Beiträgen von Susann Möller, Stefan Suhrbier, Silviane Scharl, Maaike Groot, Jörg Orschiedt und Rita Beigel. (Eintrag im WorldCat)

Die Ausgrabungen in der Kreisgrabenanlage von Ippesheim fanden in den Jahren 1998-2004 statt. 2019 ermöglichte ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt die Aufarbeitung der Funde und Befunde. Die einfache Grabenanlage mit innenliegendem Wall und in Resten erhaltenem Palisadengräbchen weist eine erstaunlich komplexe Baugeschichte auf. Ursprünglich besaß der Kreisgraben 9 Erdbrücken, von denen drei sukzessive abgegraben wurden. Zwei der verbliebenen sechs Tore wurden später verengt respektive erweitert. Der Graben wurde, abgesehen von kleineren begrenzten Reparaturmaßnahmen einer grundlegenden Neugestaltung unterzogen, wobei die Schauseite mit einem besonders tiefen Graben beiderseits des Nordwesttores nach dem Umbau nach Nordosten verlagert wurde. Auf der Basis von 50 14C-datierten Tierknochen konnte die etwa 140-jährige Nutzungszeit in das späte 49. und 48. Jahrhundert datiert und in vier Hauptphasen sowie etliche Subphasen untergliedert werden.

Die Ausrichtung der Tore im Nordosten, Südosten und Westen orientiert sich nach dem Aufgangs- bzw. Untergangspunkt der Sonne zur Sommer- und Wintersonnwende sowie der Tag-und-Nachtgleiche. Die ersteren beiden nehmen überdies Landmarken des naheliegenden Steigerwaldrands in den Blick.

Trotz nachweislicher solarer und möglicher stellarer Visuren durch mehrere Tore wird die Anlage nicht als “Sonnenobservatorium“ oder „Kalenderbau“ gedeutet. Vielmehr sehen wir in dem Rondell eine Arena für zeremonielle Aktivitäten mit jahreszeitlichem Bezug, wahrscheinlich unter Nutzung dramatischer Lichteffekte der auf- oder untergehenden Sonne durch die Palisadenlücken. Die baulichen Details und ihre Umgestaltungen unterstreichen den performativen Charakter der Kreisgrabenanlage, deren visuelle Effekte bei der Inszenierung der rituellen Aktivitäten eine wichtige Rolle spielten.

Ohne direkten Vergleich ist bislang „Ippsy“, die im Mittelpunkt der Kreisgrabenanlage kopfüber in einer Grube entdeckte menschliche Senkrechtbestattung, die zwar erst nach Aufgabe der Kreisgrabenanlage in den Boden kam, wohl aber auf eine weitere Nutzung des Geländes hinweist.

Tipp

Im Herbst 2021 wurde in Ippesheim ein Modellnachbau der Kreisgrabenanlage in der Nähe des Fundplatzes vom ortsansässigen Heimat- und Weinbauverein realisiert. Mit von uns mitgestalteten Infotafeln wird die Anlage als touristisches Ausflugsziel (Verweise auf Online-Seiten des Marktes Ippesheim und des Heimatvereins Ippesheim) in der Weinbauregion Mainfranken gut angenommen.

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