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Forschungsschwerpunkt Geschichte und Kultur

Die Entstehung des modernen China

Dieser Forschungszweig betrachtet das gegenwärtige China als historisches Produkt indigener und globaler sozialer, ökonomischer, kultureller und politischer Prozesse. Das wissenschaftliche Interesse gilt der Identifizierung und Erklärung dieser Prozesse, sowie deren gegenwärtig beobachtbaren Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur. Im Ansatz wird hierbei in beide Richtungen geforscht: ausgehend von historischen Ereignissen zur Gegenwart, sowie aufarbeitend von der Gegenwart hin zu historischen, ursächlichen Faktoren. Dies gilt auch für globale und transnationale Verflechtungen und Interaktionen; dabei geht es nicht nur um die Sichtbarmachung globaler Impulse auf China, sondern auch um die Analyse der Reaktionen auf globale Wirkungsmechanismen sowie um Chinas Einfluss auf globale Entwicklungen in Geschichte und Gegenwart.

Kolonialismus

Kolonialismus bildet ein wichtiges Forschungsfeld in Bezug auf Chinas Geschichte und Kultur. Chinas Erfahrungen mit Imperialismus, Kolonialismus, sowie Aus- und Nachwirkungen europäischer und japanischer Kolonialpolitik prägen Chinas Kultur. Geschichts- und Selbstverständnis bis heute. Besonders Qingdao - als ehemalige deutsche Kolonie - steht im Fokus der Forschungsarbeiten am Institut.

Gender

Im Zentrum dieses Forschungsbereichs stehen historisch und gegenwärtig geprägte Konstrukte von gender: Diese beinhalten Vorstellungen, Idealbilder und Perzeptionen von Weiblichkeit und Männlichkeit in unterschiedlichen sozialen Gruppen in Geschichte und Gegenwart Chinas. Dabei werden sowohl historische Ideen, sowie auch gegenwärtige Vorstellungen und Rollenbilder fokussiert.

Wirtschaftsgeschichte

Der Bereich der Wirtschaftsgeschichte arbeitet geschichtliche Narrative durch einen ökonomischen Fokus auf. Durch diese Perspektive werden ökonomische Dimensionen hinter gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Trends sichtbar, und etablierte Narrative können hinterfragt werden. Was China zum Ende des 19. Jahrhunderts wirklich ökonomisch isoliert? War die chinesische Gesellschaft zu dieser Zeit unfähig auf globalisierende Politik zu reagieren? Durch detaillierte Fallstudien wird in diesem Forschungsbereich die Geschichte Chinas an Hand des ökonomischen Fokus neu betrachtet.

Intellektuelle Geschichte (Intellectual history)

In diesem Bereich werden ideologische Systeme, ihre Funktionen und Träger in geschichtlichem Wandel untersucht. Ein früher Schwerpunkt liegt in der Song-Zeit und der Entwicklung des Neokonfuzianismus. Ein weiterer liegt in den Transformationen durch die Begegnung mit den westlichen Denk- und Wissenschaftstraditionen seit dem 19. Jh. Insbesondere wird hier der Rezeption westlicher akademischer Disziplinen und Konzepte im modernen China nachgegangen. Auch der Bereich Religion kann als Teil von Kultur verstanden werden und wird mit historischen bzw. kulturwissenschaftlichen Methoden erforscht (vgl. Forschungsschwerpunkt Religion).

Mentoring
Tutoring