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M.A. Vera Henze-Mengelkamp

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Kurzvita

2010–2018: Studium der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin

 

Thema der Masterarbeit: „Die Marienkirche auf dem Harlunger Berg bei Brandenburg an der Havel. Zur Baumotivation, Gestaltung und Funktion“

 

2015: Auslandssemester an der Université Rennes II im Studiengang „Histoire et critique des arts, Master 1“

Forschungsinteressen

Promotionsprojekt:

„Eidreliquiare und Schwurkästchen“

In der Dissertation soll eine Gruppe von Kästchen untersucht werden, die speziell für das Ablegen von Eiden angefertigt oder zumindest nachweislich für Eidesleistungen genutzt wurden. Ziel der Arbeit ist es, diese, später als „Eidreliquiare“ oder „Schwurkästchen“ bezeichneten Behältnisse systematisch zu erschließen und ihre Verbreitung, Nutzung sowie ihre Bedeutungen herauszuarbeiten.

Bislang sind vorrangig Objekte aus Norddeutschland bekannt. Zwei mit Edelsteinen verzierte Reliquiare aus Edelmetall, der Lüneburger Bürgereidkristall sowie das Schwurkästchen aus Tangermünde, wurden im 15. Jahrhundert angefertigt und bewahrten mutmaßlich beide eine Reliquie auf. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden weitere aus Holz in Auftrag gegeben. Sie haben alle eine hausförmige Gestalt und weisen ein ähnliches Bildprogramm auf: dargestellt sind Christus als Weltenrichter, oftmals auf einem Regenbogen thronend, eine Kreuzigungsdarstellung sowie Apostel, Engel und weitere Heilige. Sie stammen aus Rathäusern und wurden vermutlich bei Amtseiden der Ratsherren und Bürgereiden genutzt.

Mit diesem Thema wird eine Tradition ins Blickfeld genommen, die in vielen Städten vom frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert fest verankert war. Die Reformation, die oftmals als Zäsur wahrgenommen wird, veränderte die Art und Weise der Eidesleistung anscheinend nur bedingt – gerade in den protestantischen Städten wurde überraschenderweise diese Tradition beibehalten. Um der Bedeutung, oder vielmehr den Bedeutungen und Funktionen der Kästchen näher zu kommen, werden in der Arbeit nicht nur kunstgeschichtliche Aspekte berücksichtigt, sondern ebenso objekt-, rechts- sowie religionsgeschichtliche Fragen behandelt.

 

Forschungsinteressen: Architekturgeschichte des Spätmittelalters (v.a. Sakralbauten); Frühe Mittelalterrezeption in Landschaftsgärten; Denkmalpflege; materielle Kultur / Objektgeschichte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit  

Publikationen

2017: Zwei Beiträge für die im Rahmen eines Seminars erarbeiteten Onlinepublikation „Mechanische Reissladen“ von Joseph Furttenbach:

 Joseph Furttenbach d. Ä., in: Sebastian Fitzner (Hg.), Joseph Furttenbach. Mechanische Reissladen (FONTES 83), Universitätsbibliothek Heidelberg 2017, S. 19‒27.

Adressaten, in: Sebastian Fitzner (Hg.), Joseph Furttenbach. Mechanische Reissladen (FONTES 83), Universitätsbibliothek Heidelberg 2017, S. 27‒33.