Springe direkt zu Inhalt

Dr. Antje Fehrmann

fehrmann

ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lebenslauf

2015-2017
Planungsteam und Koordination des IV. Forums Kunst des Mittelalters in Berlin und Brandenburg im September 2017

Juli 2015-Juni 2017
Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität (Prof. Christian Freigang) 

April 2012-Juni 2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Assistenz) am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität (Prof. Christian Freigang)

2011-April 2012

Postdoc und wissenschaftliche Koordinatorin im DFG-Graduiertenkolleg „Kunst und Technik“, Technische Universität Hamburg-Harburg

2010-2012
Lehraufträge am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg

2009-2010
Wissenschaftliche Mitarbeit an der Konzeption und Übersetzung des deutschen „Art and Architecture Thesaurus“, Marburg/Berlin

2005
Promotion: „Sepulkrale Inszenierung am englischen Königshof. Die Selbstdarstellung der Lancaster und die Tradition der königlichen Grabmäler und Kapellen 1066-1509“ (bei Prof. Ingo Herklotz, Marburg, und Prof. Julian Gardner, Warwick University, England), ausgezeichnet mit dem Promotionspreis der Philipps-Universität Marburg

2001-2006
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte, Marburg

1998-1999
Promotionsstipendiatin der Gerda Henkel Stiftung

1991-1996
Magister in Kunstgeschichte, Christlicher Archäologie und Byzantinischer Kunstgeschichte sowie Völkerkunde: „Chantry Chapels in der Kathedrale von Winchester: Totengedächtnis und Mikroarchitektur im spätmittelalterlichen England“ (bei Prof. Hans-Jochen Kunst und Dr. Frank Druffner)

1988-1991
Industriekauffrau und Betriebswirtin (BA), Lübeck

1988
Diplôme Supérieur d’Etudes Françaises an der Universität Grenoble

Lehre

Lehre im Sommersemester 2017 siehe aktuelles Vorlesungsverzeichnis


Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016

Vergangene Lehre (Auswahl)

Freie Universität Berlin

Fünf Grundkurse Architektur 2012-2016

Seminare zu Architektur in Berlin vom Mittelalter bis in die Moderne (mit Didaktik und Mentorenqualifikation)

Ephemere Festarchitektur vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit

Deutscher Sakralbau der Moderne

Europäische Herrschergrabmäler im MIttelalter

Verflechtungsgeschichten: Strategien fürstlicher Repräsentation in Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit

Universität Hamburg

Kirchen in Hamburg vom MIttelalter bis in die Neuzeit

Europäische Sakralarchitektur der Moderne

Gotische Architektur in England und Frankreich

Universität Leicester

Studientag zu deutscher Architektur des 19. Jahrhunderts und zur Mittelalterrezeption: „German Romantic Castles and a Gothic Revival Church“ (Lamport Hall)

Universität Marburg

Ravenna. Kirchen, Mosaiken, Bauplastik

Klö­ster: Vom Beginn bis zum Mittelalter

Spätantike und Frühes Christentum im Gebiet von Rhein, Mosel und Donau, mit Ex­kursionen nach Köln und Mainz

Vorro­mani­sche Kirchen in Hes­sen, mit Exkursionen

Habilitationsprojekt

Projektentwurf moderner Kirchenbau in Hamburg

Antje Fehrmann, FU Berlin, Kunsthistorisches Institut                   

 

Die Beschäftigung mit Architekturzeichnungen und -entwürfen hat eine lange Tra­dition in der kunst- und architekturgeschichtlichen Forschung; meist werden diese Dokumente als schöpferische oder technische Produkte einzelner Künstler, Ar­chitekten und Auftraggeber untersucht. Selten aber sind die kollektiven Pro­zesse, die dem Baubeginn vorausgingen, selbst Gegen­stand der Analyse. Sie sind Thema meiner Habilitation: die Diskurse zwischen Pfarrer, Gemeinde, Architekt, Ingenieur sowie kirchlichem und städtischem Bauausschuss um den modernen Kirchenbau in Hamburg ab 1842. Nicht nur das Baumaterial und der Bau selbst, sondern auch diese Ideen, Entwürfe, Diskussionen und Ablehnungen im Vorfeld konstitu­ieren die Architektur als Ge­meinschaftswerk aller beteiligten Parteien. Gerade in den letzten Jahren rückten Fragen von Diskursanalyse, Partizipation und Netz­werken in der städtischen Re­präsentation verstärkt in das Blickfeld insbesondere soziologischer Unter­suchungen. Der moderne Kirchenbau in Hamburg ist ein ide­ales Feld, diese methodischen Ansätze auch für die Kunstgeschichte fruchtbar zu machen. 

In Hamburg planten Stadt, Pfarrer und Gemeinden seit den 1840er Jahren den Wieder­aufbau ihrer zerstörten Kirchen, deren außergewöhnliche Architektursprache und Raumatmosphäre nicht selten der Identitätsfindung der zerstörten alten Stadtteile und der modernen Wohnsiedlungen dienen sollten. Die wichtigste Plattform zum Austausch von Ideen waren die Kirchenbauwettbewerbe, die Reisen von Architekten und Ausschussmitgliedern und die Berichte und Abbildungen in Bauzeitschriften, ab 1946 auch die evangelischen Kirchbautage an wechselnden Orten. Der gedachte und gebaute Raum ist dabei nicht bedingt durch eine vorge­gebene Funktion sondern vielmehr der inspirations­ge­bende Motor für liturgische Reformen und formale wie inhaltliche Innovationen, die in den Diskussionen um Wege und Wahrnehmung von Raum und Aktion ent­ste­hen.

Das komplexe Geflecht der Abhängigkeiten zwi­schen Pastor, Gemeinde, Archi­tekten, städtischer Öffentlichkeit, Bauunternehmern sowie kirchlichen und städtischen Bauämtern ist in den kirchlichen und städtischen Archiven in Form von Berichten, Briefen, Sitzungs- und Te­lefon­protokollen, Entwürfen, Zeichnungen, Fotografien und Modellen gut dokumentiert. Wie sehr diese diskursiven Pro­zesse die Entwürfe, Architektur und Ausstattung der Kirchen bestimmen, die üb­licherweise als das Werk eines Architekten gewürdigt werden, untersuche ich mit einem Schwerpunkt auf modernen Kirchenbauten des 19. und 20. Jahrhunderts.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Architektur und Bildkünste in Mittelalter und Moderne
  • Kunstgeschichte Englands
  • Kirchenbau und Konzepte städtischer Repräsentation im 19. und 20. Jahrhundert
  • Architekturwettbewerbe im Kirchenbau (19. und 20. Jahrhundert)
  • Mittelalterrezeption im 19. Jahrhundert
  • Kunst und Technik
  • Architektur in Berlin
  • Inszenierung und politische Repräsentation in Grabmälern und Grabkapellen
  • Prozesse des Kulturtransfers England – Frankreich – Italien
  • Konstanzer Konzil 
  • Kunstgeschichte Hamburgs

Dr. Antje Fehrmann

Ausgewählte Veröffentlichungen

aktuell:

  • Interdisziplinarität aushandeln: Architektur und religiöser Raum als kollektiver Prozess zwischen Geisteswissenschaften und Ingenieurwissenschaften in: Margarete Jarchow, Dominik Orth (Hg.), Kultur und Technik. Interdisziplinäre Perspektiven, Kiel 2020, 93–108. https://doi.org/10.5771/9783529092770-93
  • „… their feelings of patriotism were stirred up in a wonderful manner": Sir George Gilbert Scott und der Bau der Hamburger Nikolaikirche nach 1842, in: Christina Strunck (Hg.), Kulturelle Transfers zwischen Großbritannien und dem Kontinent,  1680-1968, Petersberg 2019, 62–81. 
  • Plausible Fiktionen: König Sigismund und die englische Repräsentation während des Konstanzer Konzils, in: Jiří Fajt, Markus Hörsch (Hg.), Vom Weichen über den Schönen Stil zur Ars Nova. Neue Beiträge zur europäischen Kunst zwischen 1350 und 1470, Wien, Köln, Weimar 2018, 199–228. https://doi.org/10.7788/9783412510114.199
  • Das Grabmal als Prozess: Form, Raum, Liturgie und Rezeption am englischen Königs- und Königinnengrabmal und an den königlichen Chantry Chapels, in: Francine Giese, Anna Pawlak, Markus Thome (Hg.), Grab, Erinnerung, Raum. Repräsentationskonzepte in der christlichen und islamischen Kunst der Vormoderne / Tomb, Memory, Space. Concepts of Representation in Premodern Christian and Islamic Art, Berlin 2018, S. 271–289, 341. https://doi.org/10.1515/9783110517347-016

Monografie:

  • „Grab und Krone. Königsgrabmäler im mittelalterlichen England und die post­hume Selbstdarstellung der Lancaster“, München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 2008, ISBN 978-3-422-06728-8. – Rezensionen in: Journal of the British Archaeological Association (Ute Engel); Francia (Jean Genet); Kunstform/Sehepunkte (Steffen Krä­mer); Church Monuments (Sophie Ooster­wijk).   

Aufsätze:

  • Interdisziplinarität aushandeln: Architektur und religiöser Raum als kollektiver Prozess zwischen Geisteswissenschaften und Ingenieurwissenschaften in: Margarete Jarchow, Dominik Orth (Hg.), Kultur und Technik. Interdisziplinäre Perspektiven, Kiel 2020, 93–108. https://doi.org/10.5771/9783529092770-93
  • „… their feelings of patriotism were stirred up in a wonderful manner": Sir George Gilbert Scott und der Bau der Hamburger Nikolaikirche nach 1842, in: Christina Strunck (Hg.), Kulturelle Transfers zwischen Großbritannien und dem Kontinent,  1680-1968, Petersberg 2019, 62–81.
  • Plausible Fiktionen: König Sigismund und die englische Repräsentation während des Konstanzer Konzils, in: Jirí Fajt, Markus Hörsch (Hg.), Vom Weichen über den Schönen Stil zur Ars Nova. Neue Beiträge zur europäischen Kunst zwischen 1350 und 1470, Wien, Köln, Weimar 2018, 199–228. https://doi.org/10.7788/9783412510114.199
  • Das Grabmal als Prozess: Form, Raum, Liturgie und Rezeption am englischen Königs- und Königinnengrabmal und an den königlichen Chantry Chapels, in: Francine Giese, Anna Pawlak, Markus Thome (Hg.), Grab, Erinnerung, Raum. Repräsentationskonzepte in der christlichen und islamischen Kunst der Vormoderne / Tomb, Memory, Space. Concepts of Representation in Premodern Christian and Islamic Art, Berlin 2018, S. 271–289, 341. https://doi.org/10.1515/9783110517347-016
  • Schriftliches Interview zum Modernen Kirchenbau, L.I.S.A.-Portal der Gerda Henkel Stiftung, URL: http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/kirchen_hamburg
  • Heterotopien: kindliche Raumwahrnehmung als produktive Kategorie der Architektur- und Kunstgeschichte, in: Annette Cremer (Hg.), Elternschaft und Forschung: zum generativen Potenzial einer Gratwanderung, Gießen 2017, S. 223-243 (URL: https://d-nb.info/1126923370/34).
  • "Im Straßenbild wirkungsvoll". Kirchenbauten in der Stadt Hamburg vom Mittelalter bis 1965, in: Das Münster, Schwerpunkt "Kirche baut Stadt" 68/1, 2015, S. 12-19, 88. URL: http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000022939 (Das komplette Heft zum Schwerpunkt "Kirche baut Stadt" mit optimaler Bildqualität ist zu beziehen über www.schnell-und-steiner.de).
  • "Ein harmonisches Ganzes": Der Architektenwettbewerb um die Groß Flottbeker Kirche und das Pastorat, in: Matthias Lobe, Jochen Hermann Vennebusch (Hg.), Die Flottbeker Kirche in Hamburg, Lindenberg 2013, S. 2-8.
  • Fragmente des Sarkophags Ludwigs des Frommen, in: M. Puhle, G. Köster (Hg.), Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter, Ausstellungskatalog Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Kat. IV.37, Regensburg 2012, S. 474-475.
  • Politics and Posterity: English Royal Chantry Provision 1232-1509, in: J. Luxford, J. McNeill (Hg.), The Medieval Chantry in England (The Journal of the British Archaeological Association, 164), Leeds 2011, S. 74-99 (siehe Rez. von Gervase Rosser in: The Journal of Ecclesiastical History 64, 2013, S. 397-398). Online: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1179/174767011X13184281107965
  • „Mikroarchitektur oder Makroskulptur? Kapellen, Festarchitektur und ihre Rezeption im England des Spätmittelalters“, in: C. Kratzke, U. Albrecht (Hg.), Mikroarchitektur im Mittelalter. Ein gattungsübergreifendes Phänomen zwischen Realität und Imagination, Leipzig 2008, S. 61-80.
  • Grabmal und Totengedächtnis im westlichen Mittelalter, in: C. Elsas (Hg.), Ster­ben, Tod und Trauer in den Religionen und Kulturen der Welt. Gemeinsamkeiten und Besonderheiten in Theorie und Praxis, Hamburg 2007, S. 281-298.
  • „Das Grabmalskonzept am Hof Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England und der englische Anspruch auf den französischen Thron“, in: C. Freigang, J.-C. Schmitt (Hg.), Die Hofkultur in Frankreich und Europa im Spätmittelalter. Die Konstruktion von Handlungsräumen und Repräsentationssystemen, Berlin 2006, S. 349-373.
  • „Quasi castrum pulcherimum. Englische spätmittelalterliche Festarchitektur im Spiegel ihrer zeitgenössischen Inszenierung und Beschreibung“, in: E. Vavra (Hg.), Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter, Akten des 10. Symposiums des Mediävistenverbandes Krems, Berlin 2005, S. 281-304.
  • The Chantry Chapel of King Edward IV, in: L. Keen, E. Scarff (Hg.), Windsor. Medie­val Archaeo­logy, Art and Architecture of the Thames Valley, BAA Con­fe­rence Transactions, Leeds 2002, S. 177-191.

 

Rezensionen/Tagungsberichte:

  • Stephan Freund, Gabriele Köster (Hg.), Dome – Gräber – Grabungen. Winchester und Magdeburg. Zwei Kulturlandschaften des 10. Jahrhunderts im Vergleich [Cathedrals – Tombs – Excavations. Win­chester and Magdeburg. A comparison of two cultural landscapes of the tenth century] (2016), Church Monuments 32, 2018.

  • 1066. Die britischen Inseln vor, während und nach der Normannischen Eroberung, Historisches Seminar der Universität zu Köln, Oktober 2016, hsozkult.de/conferencereport.
  • John Matusiak: Henry V. (= Routledge Historical Biographies) (2013), sehepunkte.de/2014/09/23116.html.
  • Inga Menn: Richard II. Der Wolf im Schafspelz oder das Lamm unter Wölfen? Ein Portrait des letzten Plantagenet (= Geschichte, Bd. 99) (2011), sehepunkte.de/2014/09/23262.html.
  • Rolf de Weijert / Kim Ragetli, Arnoud-Jan Bijsterveld et al. (Hg.), Living Memoria. Studies in Medieval and Early Modern Memorial Culture in Honour of Truus van Bueren (2011), in: Journal of the British Archaelogical Association 166, 2013, S. 216f.
  • Sally Badham, Sophie Oosterwijk (Hg.): Monumental Industry. The Production of Tomb Monuments in England and Wales in the Long Fourteenth Century (2010), sehepunkte.de/2013/07/20909.html.
  • Tim Ayers (Hg.), The History of British Art 600-1600 (2008), sehepunkte.de/2011/12/16151.html.
  • Nigel Saul (Hg.), St George’s Chapel, Windsor, in the Fourteenth Century (2005), sehepunkte.de/2007/12/10417.html.
  • Jeanette Kohl, Fama und Virtus. Bartolomeo Colleonis Grabkapelle (2004), in: Journal für Kunstgeschichte 11 (Heft 2), 2007, 122-126.
  • Anthony Harvey, Richard Mortimer (Hg.), The Funeral Effigies of Westminster Abbey (rev. ed. 2003), sehepunkte.historicum.net/2005/10/7333.html.
  • Mark Duffy, Royal Tombs of Medieval England (2003), sehepunkte.historicum.net/2004/12/7264.html.
  • Anne McGee Morganstern, Gothic Tombs of Kinship in France, the Low Countries and England (2000), http://www.h-net.org/reviews/showrev.cgi?path=99111045849117.
  • Ulrich Krings et al.: Thesaurus Coloniensis, Beiträge zur mittelalterlichen Kunst­ge­schich­te Kölns (1999), in: Geschichte in Köln 48, 2001, 284f.
  • Klaus Gereon Beuckers: Rex iubet. Christus imperat. Studien zu den Holztüren von St. Maria im Kapitol und zu Hero­desdarstellungen vor dem Investiturstreit (1999), in: Geschichte in Köln 48, 2001, 286f.