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CfP – Zum Thema gemacht. Aushandlung von Wissenschaftlichkeit in den Bildenden Künsten der Frühen Neuzeit.

News vom 21.05.2021

Virtueller Nachwuchs-Workshop vom 04.-05.10.2021

Einreichungsfrist: 15. Juli 2021

Ausgerichtet von Dr. Sophie Luise Mävers, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln und Dr. Christine Beese, Kunsthistorisches Institut der FU Berlin

Traditionell gilt das 17. Jahrhundert als epistemologische Zeitenwende von einer umfassenden Naturphilosophie hin zu einer auf Beobachtung und Versuch basierenden rationalen Naturwissenschaft. Nicht mehr ein Denkmodell aus Analogien und Repräsentationen, sondern die Dinge selbst führen in dieser einflussreichen Erzählung zu letzter Erkenntnis. Ein von Empfindungen und Begierden befreiter Naturforscher wird zum Ideal des neuzeitlichen Wissenschaftlers, dem Künstler bleiben kunstfertige Illustrationen oder die ästhetisch-moralische Belehrung. Obschon dieses Narrativ nachhaltig wirkmächtig ist, zeigen jüngere Untersuchungen (Alexander Wragge-Morley etc.), dass dieses Idealbild eine rückwirkende Projektion darstellt, dass der sinnliche Genuss von Schönheit zum Methodenrepertoire des Naturforschers gehören konnte und der Betrachtung und Sammlung von Kunst selbst heilende Wirkung zugesprochen wurde (Frances Gage). Eine scharfe Trennung zwischen künstlerischem und wissenschaftlichem Schaffen ist somit obsolet (Hans Holländer), Eigenschaften, Funktionsweisen und Ziele gestalterischen Schaffens laden dazu ein, neu betrachtet zu werden. An diesem Punkt setzt der Workshop an.

Anhand folgender Leitfragen möchten wir Berührungspunkte zwischen ars und scientia in der Frühen Neuzeit ausloten, die bildenden Künstler und ihre Werke als wirkmächtige Agenten im Prozess der Wissenserzeugung und Wissenslegitimierung in den Blick nehmen: Welche Rolle kam den Künstlern innerhalb des sich verschiebenden Gefüges von Wissenserzeugung und Wissenslegitimation zu? Wie verorteten sie sich selbst, wie verstanden und konzipierten sie ihre eigenen Werke? Wie einflussreich ist das Prinzip des sinnlich unbeteiligten Beobachters, inwieweit nehmen Künstler und Architekten Strategien der aufkommenden Naturwissenschaften auf, inwieweit prägen sie selbst mit ihrem Werk die Möglichkeiten (natur-) wissenschaftlichen Forschens?

Der Workshop richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Kunst-, Architektur- und Wissensgeschichte, die im Rahmen folgender Themen ein konkretes Werk oder breiter angelegte Beiträge zur Diskussion stellen möchten:

  • Künstlerische Strategien der Wissenserzeugung in den Bildenden Künsten
  • Selbstdarstellung und Selbstverortung von Künstlern und Architekten zwischen ars und scientia in Text und Bild
  • Ausbildung einer eigenständigen Sphäre des „Wissenschaftlichen“ durch die Etablierung spezifischer Objekte, Ikonographie, Darstellungsweisen oder Raumtypen
  • Orte der Wissenserzeugung – räumliche und architektonische Ausstattung von Laboren, Bibliotheken, Museen, Akademien aber auch Fürstenhöfen, Kirchen, Krankenhäusern etc.

Ihren Vorschlag für einen 20-minütigen Vortrag (max. 500 Wörter) senden Sie bitte zusammen mit einer Kurzvita bis zum 15. Juli 2021 an:

Dr. Sophie-Luise Mävers (s.maevers@uni-koeln.de) und

Dr. Christine Beese (c.beese@fu-berlin.de)

 

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