Visualisierte Über-Setzungen. Nagasaki als Paradigma eines transkulturellen Verhandlungsraumes in Japan 1590-1800

Institution:

FOR 'Transkulturelle Verhandlungsräume von Kunst'
PORTUS. Medialität und visuelle Topik des maritimen Fernhandels in Japan und den Niederlanden

Projektleitung:
Mitarbeiter/innen:
Förderung:

DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Projektlaufzeit:
01.04.2014 — 31.03.2017

Das Unterprojekt untersucht die Genese und Entwicklung der Werkgruppe der nanban byōbu (Stellschirme mit Darstellungen der Ankunft europäischer Handelsschiffe) als Bildform litoraler Kontaktzonen im japanischen Archipel vom späten 16. bis zum mittleren 17. Jahrhundert. Darüber hinaus werden Weiterentwicklungen dieser Visualisierungsformen kultureller Kontaktszenarien auf Stellschirmen und Querrollen des 18. Jahrhundert am Fallbeispiel Nagasaki analysiert. Die Hafenstadt im Südwesten Kyushus bildet einen konkreten topologischen Bezugspunkt für die Hinterfragung des bis heute wirksamen kulturhistorischen und identitätspolitischen Narrativs einer japanischen Isolation während der Edo-Zeit (1615-1868).

Für die Analyse der Wechselwirkungen zwischen der wesentlich durch Transferprozesse charakterisierten litoralen Lokalität Nagasaki und den bildkulturell wirksamen visuellen Übersetzungsvorgängen ist in Relativierung der zentralisierenden Zugriffe des Shogunats von einem multilateral orientierten und multilingual organisierten Verhandlungsraum auszugehen, für den eine ebensolche Multifunktionalität im Bereich der involvierten Bildmedien zu vermuten ist.