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Dr. Roman Seidel

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Institut für Islamwissenschaft

BMBF-Projekt "TransIranIdee"

Adresse
Institut für Islamwissenschaft
Fabeckstr. 23-25
Raum 1.1073
14195 Berlin
E-Mail
roman.seidel[at]fu-berlin.de

Studium der Islamwissenschaft, Iranistik und Philosophie in Mainz, Bochum, Teheran und Berlin (M.A. Islamwissenschaft FU-Berlin Okt. 2004)

Promotion an der Universität Zürich im Fach Islamwissenschaft (Sept. 2011)

 

Seit Dez. 2018                        Projektleiter des Drittmittel-Forschungsprojektes „TransIranIdee“ (Eigene Stelle, BMBF-Förderlinie „Kleine Fächer – Große Potentiale“).

Juli 2017 – Nov. 2018             Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Gründungsausschuss für ein Institut für Islamische Theologie an der Humboldt Universität-Berlin

2015 bis 2017                         Postdoctoral Fellow (POINT / Marie-Curie – Fellow), Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies, FU-Berlin.

Seit 03.2014 –                        Universitärer Forschungsschwerpunkt (UFSP) Asien und Europa, Universität Zürich.

03.2011 – 02.2014                  Assistent – Asien-Orient Institut; Abteilung Islamwissenschaft, Universität Zürich; Schwerpunkt Lehre, Administration; Studienberatung

01.2009 – 02.2011                  Doktorand UFSP Asien und Europa, Universität Zürich

04.2005 – 03.2008                  Doktorand Graduiertenkolleg Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im Christentum und Islam, Universität Bamberg.

11.2004 – 03.2005                  Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Koordinator desInterdisziplinären Zentrums "Bausteine zu einer Gesellschaftsgeschichte des Vorderen Orients, Institut für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin

2003/2004                               Freie Mitarbeit im Haus der Kulturen der Welt (Berlin) für das Literaturprogramm des Iran-Projektes "Entfernte Nähe" (Konzeptionsberatung, Recherche und Auswahl der iranischen Schriftsteller, Organisation)


Fellowships

BMBF – Drittmittel-Projekt (Eigene Stelle)

POINT 2015 Fellowship, Dahlem Research School, Freie Universität Berlin

UFSP Asien und Europa Doctoral-Fellowship, Universität Zürich

DFG Doctoral Fellowship. (4/2005 –3/2008)

DAAD 6-monatiges Stipendium Univ. Teheran / Dehkhoda Institute, Iran, WS 1999-2000

 

Mitgliedschaften

Association of Iranian Studies;

Schweizer Asien-Gesellschaft;

Schweizerische Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen;

Deutsche Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient,

Hans Jonas-Gesellschaft e.V.

SoSe 2018

Universität Siegen: Philosophisches Seminar

Philosophie, Islam und Islamwissenschaft (E-Learning-Seminar mit Präsenzblöcken)

Universität Bern, Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie

MA-Methodische Übung: Ideentransfer und Transkulturalität (Blockseminar)

Sprachvertiefung Persisch: Ideentransfer und Transkulturalität (Blockseminar)


WS 2015/2016

Freie Universität Berlin, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies

Critical Texts and Practices Seminar (Organized by Schirin Amir-Moazami) (Veranstaltung für DoktorandInnen der BGSMCS), Konzeption und Leitung einer Doppelsitzung „Intellectual History and the Problem of Contextualizing Ideas“ (10.Feb. 2016)

Friday-Seminars in combination with the lecture series "Engaging with Contemporary Philosophy in the Middle East and Muslim South Asia: Themes, Approaches, and New Perspectives" (organised by Roman Seidel and Nils Riecken; Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (BGSMCS), Winter term 2015/2016, Veranstaltung für DoktorandInnen der BGSMCS, 4 Termine (20. Nov./11.Dez/29. Jan/ 12. Feb.)

Eine ausführliche Liste der gegebenen Seminare finden Sie hier.

BMBF-Projekt TransIranIdee

Dr. Roman Seidel

 

Der iranische Intellektuelle Mīrzā Āqā Khān Kermānī und das Großnarrativ der Aufklärung.

Religionskritik, Nationalismus und Positivismus im ausgehenden 19. Jahrhundert im Lichte einer transregionalen Ideengeschichte

 

Die Aufklärung wird als geistiges Phänomen sowie als ideengeschichtliche Epoche bis heute meist als Exklusiverbe Europas bzw. „des Westens“ dargestellt. Außereuropäische Entwicklungen haben in diesem „Großnarrativ der Aufklärung“ allenfalls epigonalen Charakter. Ziel des Projekts ist es, dieses Narrativ durch die Linse eines außereuropäischen „Mikronarrativ“ in Form einer Detailstudie zu einem iranischen Denker des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu hinterfragen. Die Studie soll dadurch für eine die eurozentrische Engführung überwindende Ideengeschichte Modellcharakter haben.

Als Mikronarrativ werden exemplarisch Schriften zum Begriff der Nation, zur Religionskritik und zum philosophischen Positivismus untersucht, die der iranische Intellektuelle und Regimekritiker Mīrzā Āqā Ḫān Kermānī (1853-1896) in seinem Istanbuler Exil (1886 – 1896) verfasst hat. Durch die Auswertung und Kontextualisierung seiner Schriften, wird nicht nur ein Beitrag zur modernen Ideengeschichte Irans angestrebt, sondern dezidiert eine transregionale Perspektive auf die Geschichte der Aufklärung eröffnet. Dabei werden seine Schriften nicht allein textimmanent diskutiert, vielmehr geht es nicht zuletzt darum nachzuvollziehen, auf welche Weise Kermānī verschiedene Strömungen des europäischen Aufklärungsdiskurses sowie der islamischen Geistesgeschichte miteinander verband. Darüber hinaus wird sein Denken in einer synchron-komparatistischen Perspektive betrachtet, indem es exemplarisch im Verhältnis zu europäischen Diskursen zu den Konzepten von Nation und Religion untersucht wird. Unter Einbeziehung theoretischer Ansätze der globalen Ideengeschichte soll gezeigt werden, dass sich das Werk Kermānīs als Teil einer transregionalen Geschichte der Aufklärung verstehen lässt, die deren eurozentrische Engführung zu überwinden vermag.



Forschungsinteressen

  • Intellektuelle Verflechtungsgeschichte zwischen Europa und dem Nahen und Mittleren Osten.
  • Theorien der vergleichenden und transkulturellen Philosophie
  • Moderne Geistesgeschichte Irans
  • Rezeption „westlicher“ Philosophie in Iran
  • Gottesbeweise und Gottesbegriffe in der „islamischen“ und „westlichen“ Philosophie
  • Moderne philosophische Hermeneutik in Iran


Weitere Projekte

Ueberweg. Geschichte der Philosophie; Geschichte der Philosophie in der Islamischen Welt Bd. IV 19. / 20. Jahrhundert Hrsg. von Kügelgen, Anke / Rudolph, Ulrich, Basel. Mitverantwortlich für die Sektion „Iran“. Diverse Beiträge. (erscheint vors. 2020).

Buchreihe Philosophien der nahöstlichen Moderne (pnm), Herausgegeben von Anke von Kügelgen, Klaus Schwarz Verlag (Mitherausgeber). LINK:

http://www.klaus-schwarz-verlag.com/index.php?p=3&h=0

Buchreihe World Philosophies (MIMESIS – Book Series, edited by Cosimo Zene, Member of the Advisory Board (Islamic World))

http://mimesisinternational.com/world-philosophies-series-workshop/

 

Abgeschlossene Projekte

Kant in Teheran. Anfänge, Ansätze und Kontexte der Kantrezeption in Iran (abgeschlossen Univ. Zürich 2011) [bitte mit diesem Hyperlink]:

http://www.asienundeuropa.uzh.ch/de/research/begriffe/projects/iran2.html

Publikationen (Auswahl)


Monographien:

Kant in Teheran. Anfänge, Ansätze und Kontexte der Kantrezeption in Iran. (de Gruyter) Berlin et.al. 2014


Editions:

SGMOIK-Bulletin „Philosophie“ (eds. Kata Moser und Roman Seidel), Frühjahr 2016, 15 - 20.


Artikel:

“The philosophical proof for God’s Existence between Europe and the Islamic World: Reflections on an entangled history of philosophy and its contemporary relevance”, in Asiatische Studien 1.2019. (forthcoming, with Ulrich Rudolph)

The Reception of European Philosophy in Qajar Iran”, in: Pourjavady, R. (ed.), Philosophy in Qajar Iran, Leiden: Brill 2019.

"Philosophie im Iran im 19./20. Jahrhundert“ in Handbuchs der Iranistik , Bd. 2 Hrsg. Ludwig Paul (Wiesbaden: Reichert 2017), 484-493.

Nahöstliche Philosophie transregional. Eine ideengeschichtlich informierte Komparatistik“ in SGMOIK-Bulletin „Philosophie“ (eds. Kata Moser und Roman Seidel), Frühjahr 2016, 15 - 20.

“Early Translations of Modern European Philosophy. On the Significance of an under-researched Phenomenon for the Study of Modern Iranian Intellectual History”, in Ali Ansari (ed.) Irans Constitutional Revolution and Narratives of the Enlightenment, London: Gingko Library 2016, 200-222.

Eine ausführliche Liste der Publikationen finden Sie hier.


Vorträge (Auswahl):

“Kant into Arabic and Persian: Key Concepts of the Critique of Pure Reason in Translation. Some Comparative Observations”. (Philosophy and Translation in the Islamic World (International Workshop, June 21-22, 2018; Institute of Asian and Oriental Studies, University of Zurich)

‚Vergangenheit und Wahrheit‘ – Some Reflections on Jonas‘ Contribution to Debating the Philosophical Proof of God’s Existence. (Internationale Hans Jonas Tagung; 6. - 9. Juni 2018; Universität Siegen)

„Philosophische Bruch- und Verbindungslinien zwischen „westlicher“ und „islamischen“ Welt. Methodologische Überlegungen zur transkulturellen/transregionalen Philosophie mit Blick auf Iran und Europa“. (Philosophie, Religion und Wissenschaft in der islamischen Lebenswelt, Internationale Tagung Universität Wien, 12-15 März 2018.

„Identitär / Identität denken. Heidegger, Hans Jonas und „die“ Muslime“ (Identität und Verantwortung in der Welt von heute. Kritische Reflexion des Eigenen und Fremden im Anschluss an Hans Jonas, 19.-20. Januar 2018, Tagung der Hans Jonas Gesellschaft Mönchengladbach e.V. und des Fachbereiches Sozialwesen der Hochschule Niederrhein)

“Refining the Grand Narrative of the Enlightenment. The 19th Century Iranian Intellectual Mírzã Ãqã Khãn Kermãní. A Case Study in Transregional Intellectual History” (Inventing Europe in Modern History of Philosophy, Univ. Freiburg 26.-28. Okt. 2017)

„Übersetzung als Aneignung. Iranische Intellektuelle des 19. Jahrhunderts und die Übertragung moderner europäischer Philosophie ins Persische. Überlegungen zu einer transregionalen Ideengeschichte der Aufklärung“ (Vortrag Deutsch/Persisch auf der Tagung Übersetzen im interkulturellen Kontext, ʿAllāme Ṭabātabāʾī Univ. Teheran, 5. März 2017)

 “Apologetic Comparison and Alternative Designs. Methodological Considerations on Contemporary Philosophical Discourse in Iran.” (Paper presented at the panel: The Reception of Modern ‘Western Philosophy’ and Methods of Philosophical Comparison in Iran”, 11th Biannual Iranian Studies Conference of the International Society for Iranian Studies, Wien, 2.-5. August 2016).

“Comparing Now and Then. How to engage with Middle Eastern Philosophy from a comparative perspective, and Why.” (Paper presented at the Workshop “Time(s) in Comparison: Transregional Approaches to Contemporary Philosophical Thought in the Middle East and South Asia” (Freie Universität Berlin, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies, 3./4. Juni 2016).

“Der philosophische Gottesbeweis zwischen Europa und der islamischen Welt. Überlegungen zur einer verflochtenen Ideengeschichte und ihrer Relevanz heute”, Vortrag zusammen mit Ulrich Rudolph, Institut für Philosophie, FU-Berlin / Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies, 25.04.2016. Hier zum Podcast (Gottesbeweise in einer verflochtenen Philosophiegeschichte. DRadio Sein und Streit. Radiobeitrag von Étienne Roeder im Deutschlandradio Kultur vom 01.05.2016)

"Zwischen Asien und Europa. Zur Geschichte der Philosophie in und um die islamische Welt", Vortrag von Dr. Roman Seidel und Prof. Dr. Ulrich Rudolph, Ringvorlesung "'Asien und Europa': Akteure, Konzepte, Narrative", Universität Zürich, November 2015.

"Early Translations of Modern European Philosophy"
2015 Gingko Library – British Institute of Persian Studies Conference, September 2015.

"Towards an integrated 'Intellectual History' and 'Comparative Philosophy' approach to the Study of Contemporary Philosophy in the Modern Middle East"
School of African and Oriental Studies, Juni 2015.

"What is, and to what End shall we study the reception of Kantian Philosophy in Iran", Mai 2015.

"Kant in Iran: On the Significance of a Multifaceted Phenomenon"
Symposia Iranica, April 2015



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Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften