Dr. Birgit Näther

Birgit Näther

Friedrich-Meinecke-Institut

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Geschichte der Frühen Neuzeit

Adresse
Koserstr. 20
Raum 382
14195 Berlin

Sprechstunde

In der Vorlesungszeit: dienstags, 15-16 Uhr (Eintragung in Sprechstundenliste an Bürotür),

in den Semesterferien: nach Vereinbarung

Werdegang
  • Seit 2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsbereich Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Daniela Hacke), FU Berlin

  • 2013-2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, SFB-Projekt „Vigilanzkulturen“ (Prof. Dr. Arndt Brendecke), LMU München

  • 2009-2013: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Projekt „Herrschaftsvermittlung“ (Prof. Dr. Stefan Brakensiek), Universität Duisburg-Essen

  • 2007-2009: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, WWU Münster

  • 2001-2007: Magisterstudium (Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie, Evangelische Theologie), Lehramtsstudium (Geschichte, Philosophie), WWU Münster

Mitgliedschaften
  • Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)

  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ)

  • Verein Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven (Leibniz-Institut für Maritime Geschichte)


Einführungsseminare

Stadtgeschichte(n) der Frühen Neuzeit

Reformation: Voraussetzungen, Verlauf, Folgen

Herrschaft und Geschlecht

Vertiefungsseminare

„A Great and Monstrous Thing“: London in der Frühen Neuzeit

Der Dreißigjährige Krieg – Geschichte eines europäischen Konflikts

Der Bauernkrieg von 1525

Staatsbildung in der Frühen Neuzeit

Tradition und Innovation: Englische Medizingeschichte (1500-1850)

Forschungskolloquien

Forschungskolloquium Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit

Betreute Bachelor- und Masterarbeiten

Erstbetreuung:
Thomas Müntzer im Geschichtsbild der DDR

Zweitbetreuung:
Europäische Siedler im Süden New Englands (1620-1680)
Isabella d’Este und ihre Praxis der Selbstinszenierung in ihren Portraits

Forschungsschwerpunkte
  • Stadtgeschichte Londons bis 1850

  • Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit

  • Geschichte frühneuzeitlicher Herrschaft und Verwaltung

  • Reformations- und Konfessionalisierungsgeschichte

  • Geschichte der Sinne
     

Aktuelle Vorträge
  • "Clowds of Smoake and Sulfur": Emission, Infektion und Geruchssinn im frühneuzeitlichen London, Kolloquiums-Workshop zur Geschichte der Frühen Neuzeit (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Juni 2019)

  • "A London Particular": Emission, Infection, and Olfaction (c. 1650-1850), Workshop der Oxford-Berlin-Kooperation "New Approaches to Cultural History in the Early Modern World" (FU Berlin, Feb. 2019)

  • Die Akte und die Würmer: Ungewöhnliche Quellen in der Forschung zur Geschichte der Frühen Neuzeit, Ringvorlesung "Quellen der Geschichte" (FU Berlin, Dez. 2018, Livemitschnitt)

  • Smelling the Metropolis: Emission, Infektion und olfaktorisches Monitoring im frühneuzeitlichen London, Forschungskolloquium zur außereuropäischen und frühneuzeitlichen Geschichte (Universität Duisburg-Essen, Nov. 2018)

  • Air, Atmosphere, and Infection in 17th c. London, Workshop "Senses and Knowledge in Early Modern History" (FU Berlin, Nov. 2018)
     

Aktuelles Forschungsprojekt

Smelling the Metropolis: Emission, Infektion und Olfaktion in London (ca. 1650-1850) 

(English version: see below)

Den Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens bildet die Beobachtung, dass die Umgebungsluft in der Vormoderne zentraler Gegenstand wissenschaftlicher, gesellschaftlicher, rechtlicher und politischer Diskurse war und ihrer Qualität große Bedeutung für die Gemeinwesen zugeschrieben wurde. Was Luft als Element ausmachte, wodurch sie beeinflusst, verunreinigt oder gereinigt werden konnte und wie sie sich auf menschliche Körper und städtisches Leben auswirkte, waren daher intensiv diskutierte Fragen. Diese galten insbesondere in verdichteten Räumen wie der bevölkerungsreichen Metropole London als existenziell – einer Stadt, die zwischen 1650 und 1850 mit gravierenden ökologischen und medizinischen Problemen konfrontiert war, die zeitgenössisch als unmittelbar mit der Umgebungsluft verknüpft galten. Grundlage der Diskurse waren Humoralpathologie, Miasmentheorie und Alchemie, deren Annahmen miteinander kombiniert wurden. Die Fragen erlangten aber nicht nur in Medizin und Wissenschaft Relevanz, sondern spielten auch im städtischen Alltag eine Rolle: Die Bevölkerung bewertete regelmäßig den Zustand der städtischen Luft und ihre Beobachtungen flossen in politische wie gerichtliche Verfahren ein. Ein Instrument zur Bewertung von Luft war der Geruchssinn, welcher zur Erschließung und Versicherung über die Umwelt und ihre Gefahren diente und damit neben der ästhetischen eine instrumentelle Funktion hatte, die aus zeitgenössischer Sicht als existenziell gelten konnte.
 

Smelling the Metropolis: Emission, Infection and Olfaction in London (c. 1650-1850)

The starting point of the research project is the observation that the ambient air in the pre-modern period was a central subject of scientific, social, legal and political discourses and that its quality was of great importance for communities. What constituted air as an element, how it could be influenced, polluted or purified, and how it affected human bodies and urban life, were therefore intensively discussed questions. These were considered existential, especially in densely populated spaces such as the metropolis of London – a city that between 1650 and 1850 was confronted with serious ecological and medical problems that were directly linked to the ambient air. The discourses were based on a combination of humoral pathology, miasm theory and alchemy. The questions not only gained relevance in medicine and science, but also played a role in everyday urban life: the population regularly assessed the state of the urban air and their observations flowed into political and judicial proceedings. One instrument for evaluating air was the sense of smell, which was used to access and insure the environment and its dangers – and thus had an instrumental function alongside the aesthetic one, which could be regarded as existential from a contemporary point of view.

Monographie

Die Normativität des Praktischen: Strukturen und Prozesse vormoderner Verwaltungsarbeit. Das Beispiel der landesherrlichen Visitation in Bayern (= Verhandeln, Verfahren, Entscheiden – Historische Perspektiven 4). Münster 2017. (Link)

Druckkostenfinanzierung durch:
Geschwister BOEHRINGER INGELHEIM Stiftung für Geisteswissenschaften; OESTREICH-Stiftung;
FONTE-Stiftung

Rezensiert durch: 

Immo Eberl, in: Genealogie 67.4, 2018.
Franziska Neumann, in: ZHF 46.2, 2019. (Link)
Ben Pope, in: German History 37.1, 2019. (Link)
Markus Schlosser, in: ZNR 41, 2019.
Martin P. Schennach, in: ZRG 136.1, 2019. (Link)
Wolfgang E. J. Weber, in: JbRG 37, 2019.


Herausgeberschaft

Herrschaft und Verwaltung in der Frühen Neuzeit (= Historische Forschungen 101). Berlin 2014 (gemeinsam mit Stefan Brakensiek/ Corinna von Bredow).


Beiträge

Kommunikation unter Abwesenden: Verweise auf Herkommen und Amt als Argumente verlässlicher Verwaltungspraxis – das Beispiel der bayerischen Mittelbehörden. In: Ulrike Ludwig (Hg.): Adlige Beamte – eine frühneuzeitliche Machtelite zwischen Stand und Funktion (= Historische Forschungen), voraussichtl. Berlin 2018 [im Erscheinen].

Eintrag "Geruchssinn" (im Dacheintrag "Sinne"). In: Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit Online, 2019. (Link)

Pragmatismus, Delegieren und Routinebildung. Zum Verhältnis vormoderner Verwaltungspraxis und Herrschaftsausübung. In: Administory: Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte 2/2017, S. 1-14. (Link)

Systemadäquate Artikulation von Eigeninteressen: Zur Funktion von Heuchelei in der frühneuzeitlichen bayerischen Verwaltung. In: Arndt Brendecke (Hg.): Praktiken der Frühen Neuzeit (= Frühneuzeit-Impulse 3). München 2015, S. 607-618. (Link)

Die Normativität des Praktischen: Das landesherrliche Visitationsverfahren im frühneuzeitlichen Bayern aus kulturhistorischer Sicht. In: Stefan Brakensiek/ Corinna von Bredow/ Birgit Näther (Hg.): Herrschaft und Verwaltung in der Frühen Neuzeit (= Historische Forschungen 101). Berlin 2014, S. 121-135.

Kurbayerische Visitationen im 17. und 18. Jahrhundert: Zur Inszenierung von Herrschaftsrechten zwischen Aktendeckeln. In: Viktoria Draganova u. a. (Hg.): Jahrbuch Junge Rechtsgeschichte/ Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte. München 2011, S. 229-242.


Rezensionen

Online

Joachim Bahlke, Landesherrschaft, Territorien und Staat in der Frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 91). München 2012.
In: H-Soz-Kult (13.07.2016).

Tim Neu/ Michael Sikora/ Thomas Weller (Hg.), Zelebrieren und Verhandeln. Zur Praxis ständischer Institutionen im frühneuzeitlichen Europa (= Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme – Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 27). Münster 2009.
In: H-Soz-u-Kult (02.04.2010).

Zeitschriften

Suse Andresen, In fürstlichem Auftrag. Die gelehrten Räte der Kurfürsten von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern im 15. Jahrhundert (= Schriftenreihe der historischen Kommission bei der bayerischen Akademie der Wissenschaften 97). Göttingen 2017.
In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG), Germ. Abt. 136/2019.

Anita Hipfinger (Hg.), Das Beispiel der Obrigkeit ist der Spiegel des Unterthans. Instruktionen und andere normative Quellen zur Verwaltung der liechtensteinschen Herrschaften Feldsberg und Wilfersdorf in Niederösterreich (1600-1815) (= Fontes rerum Austriacarum. Östrerreichische Geschichtsquellen 3, Abteilung Fontes iuris 24). Köln 2016.
In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG), Germ. Abt. 135/2018.

Benedikt Mauer (Hg.), Barocke Herrschaft am Rhein um 1700. Kurfürst Wilhelm II. und seine Zeit (= Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Düsseldorf 20). Düsseldorf 2009.
In: Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur 2/2012.

Werner Freitag/ Christian Helbig (Hg.), Bekenntnis, soziale Ordnung und rituelle Praxis. Neue Forschungen zu Reformation und Konfessionalisierung in Westfalen (= Westfalen in der Vormoderne. Studien zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte 4). Münster 2009.
In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 61/2011.

Martin Arnold/ Karl Kollmann (Hg.), Alltag reformierter Kirchenleitung. Das Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt (1599-1672) (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 46/10). Marburg 2009.
In: Historische Zeitschrift (HZ) 291.2/2010.

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OSA Geschichte