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Dr. Birgit Näther

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Friedrich-Meinecke-Institut

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Geschichte der Frühen Neuzeit

Adresse
Koserstr. 20
Raum 382
14195 Berlin

Sprechstunde

Sprechstunden finden nach Vereinbarung per Mail statt.

Werdegang

  • Seit 03.2021: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsprojekt „Smelling the Metropolis“ (DFG, Eigene Stelle), Arbeitsbereich Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Daniela Hacke), FU Berlin

  • 2016-2021: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsbereich Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Daniela Hacke), FU Berlin

  • 2013-2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, SFB-Projekt „Vigilanzkulturen“, LMU München

  • 2009-2013: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Projekt „Herrschaftsvermittlung in der Frühen Neuzeit“, Universität Duisburg-Essen

  • 2007-2009: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, WWU Münster

  • 2007: Magister Artium und Erstes Staatsexamen
  • 2001-2007: Magisterstudium (Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie, Evangelische Theologie), Lehramtsstudium (Geschichte, Philosophie), WWU Münster

Mitgliedschaften

  • European Society for Environmental History

  • Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU)

  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ)


Lehrveranstaltungen

Einführungsseminare (Bachelor)

  • Einführung in die Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit
  • Herrschaft und Geschlecht
  • Reformation: Voraussetzungen, Verlauf, Folgen
  • Stadtgeschichte(n) der Frühen Neuzeit

Vertiefungsseminare (Bachelor)

  • „Ill composed“: Leib und Leben in der englischen Frühen Neuzeit
  • „A Great and Monstrous Thing“: London in der Frühen Neuzeit
  • Tradition und Innovation: Englische Medizingeschichte (1500-1850)
  • Der Dreißigjährige Krieg – Geschichte eines europäischen Konflikts
  • Der Bauernkrieg von 1525
  • Staatsbildung in der Frühen Neuzeit

Methodenübungen (Master)

Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit: Perspektiven, Methoden, Konzepte

Forschungskolloquien

Forschungskolloquium Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (gemeinsam mit Prof. Dr. Daniela Hacke)


Betreute Bachelor- und Masterarbeiten

Erstbetreuung

  • Frühneuzeitliches Crossdressing in England – eine Betrachtung von medizinischen und gesellschaftlichen Körperbildern (verweiblichter) Männer
  • Londoner Stadtplanung und die Entwicklung von Epidemien – das Beispiel der Cholera
  • Die frühneuzeitliche Öffentlichkeit in Londoner Kaffeehäusern
  • Politische Partizipation im London des 18. Jahrhunderts
  • Zur Ablösung der monarchia universalis – Perspektiven der Reichspublizistik bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts
  • Thomas Müntzer im Geschichtsbild der DDR

Zweitbetreuung

  • Die verschiedenen Dimensionen der Pestwahrnehmung in Johann Jacob Brauners 'Pest-Büchlein' aus dem Jahr 1714
  • Amerika im Bild. Zur Darstellung und Repräsentation der indigenen Bevölkerung und Kultur in Titelkupferstichen der America Serie von Theodor de Bry
  • Europäische Siedler im Süden New Englands (1620-1680)
  • Der Aufstieg afrikanischer Handelsfürsten an der Goldküste im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert. Das Beispiel von John Corrantee
  • Die schwedische Armee und der Dreißigjährige Krieg in der Wahrnehmung der Zeit
  • Die Auswirkungen der Reformation auf die Kirchenmusik im Reformationsjahrhundert
  • Gewalt, Macht und Herrschaft zwischen Eheleuten während der Frühen Neuzeit
  • Die Kriminalisierung der Prostitution im Rom des 16. Jahrhunderts
  • Isabella d'Este und ihre Praxis der Selbstinszenierung in ihren Portraits
  • „Mann, bist Du fähig gerecht zu sein?“ Ein Vergleich zwischen der Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen und Olympe de Gouges Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne
  • Der Einfluss Maria Theresias auf die französische Politik: zur Korrespondenz Maria Theresias mit ihrer Tochter Marie Antoinette

Forschungsschwerpunkte

  • Stadtgeschichte Londons bis 1850
  • Umwelt- und Medizingeschichte der Frühen Neuzeit
  • Geschichte frühneuzeitlicher Herrschaft und Verwaltung
  • Reformations- und Konfessionalisierungsgeschichte

Medien

  • Hessischer Rundfunk, Hintergrundsendung "Der Tag": Interview zur Geschichte der Bürokratie (28.06.2021, auch bei Audio Now)
  • Der Tagesspiegel: Der Himmel über London. Die Historikerin Birgit Näther untersucht, welche Vorstellungen von Luftverschmutzung die Menschen im London der frühen Neuzeit hatten (Artikel von Stefanie Hardick, Nr. 24456, 20.02.2021, B3).
  • The Smell of "The Smoke": What did Londoners in the past think about the air quality in thier city? Historian Birgit Näther finds out (English version of Der Himmel über London, first published in Der Tagesspiegel; FU Berlin, University News).
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Schlimme Zeiten stehen uns bevor“: Wie uns die Corona-Pandemie mit historischen Erfahrungen verbindet – und warum diese Verbindung trügerisch ist (Beitrag in Natur und Wissenschaft 210, 09.09.2020, N1).
  • Deutschlandfunk Nova: Ausstrahlung des Vortrags Die Akte und die Würmer: Ungewöhnliche Quellen in der Forschung zur Geschichte der Frühen Neuzeit (Programm Hörsaal, Sendetermin 20.06.2020, auch bei Spotify).

Aktuelle Vorträge

  • Medicine and the Senses - about Uroscopy, Stethoscopes, and Infectious Air, Workshop „New Approaches to Cultural History in the Early Modern World“ (University of Oxford/Freie Universität Berlin, Sept. 2021)
  • Smelling the Metropolis: Emission, Infektion und Olfaktion in London (ca. 1650-1850), Kolloqium zur Frühen Neuzeit (Justus-Liebig-Universität Gießen, Feb. 2021)
  • Corrosion and Breathing Tubes: Energiestoffwechsel und Umweltkrise(n) im London der Frühen Neuzeit, RingvorlesungUmbrüche in der Geschichte“ (Freie Universität Berlin, Dez. 2020)

Aktuelles Forschungsprojekt

Smelling the Metropolis: Emission, Infektion und Olfaktion in London (ca. 1650-1850)

Förderung durch:

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft: Sachbeihilfe („Eigene Stelle“), 36 Monate

  • Fritz Thyssen Stiftung: Reisebeihilfe

Den Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens bildet die Beobachtung, dass die Umgebungsluft in der Vormoderne zentraler Gegenstand wissenschaftlicher, gesellschaftlicher, rechtlicher und politischer Diskurse war und ihrer Qualität große Bedeutung für die Gemeinwesen zugeschrieben wurde. Was Luft als Element ausmachte, wodurch sie beeinflusst, verunreinigt oder gereinigt werden konnte und wie sie sich auf menschliche Körper und städtisches Leben auswirkte, waren Fragen, die von Zeitgenossen intensiv beobachtet und diskutiert wurden. Die Fragen waren insbesondere in einem verdichteten Raum wie der bevölkerungsreichen Metropole London existenziell – einer Stadt, die zwischen 1650 und 1850 mit gravierenden ökologischen und medizinischen Problemen konfrontiert war, die zeitgenössisch als unmittelbar mit der Umgebungsluft verknüpft galten. Grundlage der Diskurse waren Annahmen, die verschiedenen Konzepten entstammten und miteinander kombiniert wurden, etwa der Miasmenlehre, Humoralpathologie und Alchemie. Diese Konzepte waren nicht nur in der zeitgenössischen Wissenschaft relevant, sondern spielten auch im Alltag eine Rolle: So bewerteten etwa Bewohnerinnen und Bewohner von Städten regelmäßig den Zustand der Umgebungsluft und ihre Wahrnehmungen flossen in administrative Verfahren ein. Sie hatten darüber hinaus Auswirkungen darauf, wie Zeitgenossen städtische Räume wahrnahmen und nutzten, und welche Ideen von Stadtgemeinschaft und sozialer Distinktion sie entwickelten.

Als Instrument der Analyse von Luft diente der Geruchssinn, der in diesem Zusammenhang auch zur Erkennung und Prävention von Gefahren eingesetzt wurde. Gegenüber visuellen Prüfungen konnte der Geruchssinn den Vorteil haben, unmittelbarer und durchaus auch differenzierter zu informieren. Zugleich taugte er zur Kontrolle von Maßnahmen zur Reinigung der Luft. Der Geruchssinn diente also der Erschließung und Versicherung über die Umwelt und ihre Gefahren – und hatte damit, neben der ästhetischen, eine instrumentelle Funktion.

Ziel des Projekts ist es, den zeitgenössischen wissenschaftlichen Diskurs und urbane Praktiken auszuwerten, die medizinischen und ökologischen Konzepte von Emission und Infektion zu ermitteln und die Auswirkungen für Stadtraum und Stadtgemeinschaft zu untersuchen.

Monografie

Die Normativität des Praktischen: Strukturen und Prozesse vormoderner Verwaltungsarbeit. Das Beispiel der landesherrlichen Visitation in Bayern (= Verhandeln, Verfahren, Entscheiden – Historische Perspektiven 4), Münster 2017.

Druckkostenfinanzierung: Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung, Oestreich-Stiftung, FONTE Stiftung

Rezensionen: Genealogie 67.4, 2018; German History 37.1, 2019; JbRG 37, 2019; MIÖG 128, 2020; ZHF 46.2, 2019; ZNR 41, 2019; ZRG 136.1, 2019.


Herausgeberschaft

Herrschaft und Verwaltung in der Frühen Neuzeit (= Historische Forschungen 101), Berlin 2014 (gemeinsam mit Stefan Brakensiek und Corinna von Bredow).

Aufsätze und Artikel

„Schlimme Zeiten stehen uns bevor“: Wie uns die Corona-Pandemie mit historischen Erfahrungen verbindet – und warum diese Verbindung trügerisch ist. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Natur und Wissenschaft 210, 09.09.2020, N1. (Link)

A Scientist in Baker Street. Zeitlose Lektionen zum wissenschaftlichen Arbeiten in Arthur Conan Doyles Geschichten von Sherlock Holmes. In: Refubium - Repositorium der Freien Universität Berlin, 2020. (Link)

Eintrag „Geruchssinn“ (im Dacheintrag „Sinnesforschung, historische“). In: Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit Online, 2019. (Link)

Kommunikation unter Abwesenden: Verweise auf Herkommen und Amt als Argumente verlässlicher Verwaltungspraxis – das Beispiel der bayerischen Mittelbehörden. In: Ulrike Ludwig (Hg.): Adlige Beamte – eine frühneuzeitliche Machtelite zwischen Stand und Funktion (= Historische Forschungen) [im Erscheinen].

Pragmatismus, Delegieren und Routinebildung. Zum Verhältnis vormoderner Verwaltungspraxis und Herrschaftsausübung. In: Administory: Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte 2/2017, S. 1-14. (Link)

Systemadäquate Artikulation von Eigeninteressen: Zur Funktion von Heuchelei in der frühneuzeitlichen bayerischen Verwaltung. In: Arndt Brendecke (Hg.): Praktiken der Frühen Neuzeit (= Frühneuzeit-Impulse 3). München 2015, S. 607-618. (Link)

Die Normativität des Praktischen: Das landesherrliche Visitationsverfahren im frühneuzeitlichen Bayern aus kulturhistorischer Sicht. In: Stefan Brakensiek/ Corinna von Bredow/ Birgit Näther (Hg.): Herrschaft und Verwaltung in der Frühen Neuzeit (= Historische Forschungen 101). Berlin 2014, S. 121-135.

Kurbayerische Visitationen im 17. und 18. Jahrhundert: Zur Inszenierung von Herrschaftsrechten zwischen Aktendeckeln. In: Viktoria Draganova u. a. (Hg.): Jahrbuch Junge Rechtsgeschichte/ Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte. München 2011, S. 229-242.


Rezensionen

Online

Stephen A. Lazer, State Formation in Early Modern Alsace, 1648-1789, Rochester 2019.
In: H-Soz-Kult (01.09.2021).

Joachim Bahlke, Landesherrschaft, Territorien und Staat in der Frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte 91). München 2012.
In: H-Soz-Kult (13.07.2016).

Tim Neu/ Michael Sikora/ Thomas Weller (Hg.), Zelebrieren und Verhandeln. Zur Praxis ständischer Institutionen im frühneuzeitlichen Europa (= Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme – Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 27). Münster 2009.
In: H-Soz-Kult (02.04.2010).

Zeitschriften

Manuela Daschner, Mobilität und Lebenswelten der ländischen Bevölkerung. Die Herrschaft Falkenstein im ausgehenden 18. Jahrhundert (= Thurn und Taxis Studien, NF, 9). Regensburg 2018.
In: Historische Zeitschrift (HZ) 303.1/2020.

Suse Andresen, In fürstlichem Auftrag. Die gelehrten Räte der Kurfürsten von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern im 15. Jahrhundert (= Schriftenreihe der historischen Kommission bei der bayerischen Akademie der Wissenschaften 97). Göttingen 2017.
In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG), Germ. Abt. 136/2019.

Anita Hipfinger (Hg.), Das Beispiel der Obrigkeit ist der Spiegel des Unterthans. Instruktionen und andere normative Quellen zur Verwaltung der liechtensteinschen Herrschaften Feldsberg und Wilfersdorf in Niederösterreich (1600-1815) (= Fontes rerum Austriacarum. Östrerreichische Geschichtsquellen 3, Abteilung Fontes iuris 24). Köln 2016.
In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG), Germ. Abt. 135/2018.

Benedikt Mauer (Hg.), Barocke Herrschaft am Rhein um 1700. Kurfürst Wilhelm II. und seine Zeit (= Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Düsseldorf 20). Düsseldorf 2009.
In: Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur 2/2012.

Werner Freitag/ Christian Helbig (Hg.), Bekenntnis, soziale Ordnung und rituelle Praxis. Neue Forschungen zu Reformation und Konfessionalisierung in Westfalen (= Westfalen in der Vormoderne. Studien zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte 4). Münster 2009.
In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 61/2011.

Martin Arnold/ Karl Kollmann (Hg.), Alltag reformierter Kirchenleitung. Das Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt (1599-1672) (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 46/10). Marburg 2009.
In: Historische Zeitschrift (HZ) 291.2/2010.

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Tutoring
OSA Geschichte
OSA Geschichte