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M.A. Hannes Bock

Bock-Bild

Friedrich-Meinecke-Institut

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Neuere Geschichte

Adresse
Freie Universität Berlin
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Friedrich-Meinecke-Institut
Koserstraße 20
Raum A 194
14195 Berlin

Promotion:
• seit 2019 Promotion bei Prof. Dr. Bauerkämper, Freie Universität Berlin
Studium:
• 2014 – 2018 Studium „Militärgeschichte und Militärsoziologie“ an der Universität Potsdam
• 2006 – 2011 Studium der „Neueren Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Praktika:
• Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
• Stadtmuseum Jena

WiSe 2020/21: Einführung in die Geschichtswissenschaft. Konzepte, Methoden und Geschichte der Geschichtswissenschaft

SoSe 2021: "Vom Kabinetts- zum Vernichtungskrieg. Die Totalisierung kriegerischer Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert"

Forschungsinteressen:
• Konflikt- und Gewaltgeschichte
• deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit Fokus auf die Zeit
der Weltkriege
• Raumsoziologie

.

Arbeitstitel der Dissertation: „Die Behandlung russischer Feindstaatenangehöriger während des Ersten Weltkriegs im Deutschen Kaiserreich.“


Der Erste Weltkrieg stellte in vielerlei Hinsicht einen Katalysator für die Entwicklungen im 20. Jahrhundert dar. Nicht nur die technisch-militärischen Revolutionen, die sich in den über vier Jahren andauernden Abnutzungskämpfen Bahn brachen, sind hier zu nennen, sondern auch die durch den Krieg begünstigte Durchsetzung wirkmächtiger Denkmuster und Praktiken der Behandlung „feindlicher Zivilpersonen“, deren erfolgreiche Ausbreitung ohne den Krieg in dieser Geschwindigkeit wohl kaum möglich gewesen wäre. »Neuerungen« dieser Art, die in diesem Ausmaß bis 1914
noch nicht praktiziert wurden, waren die massenhafte Internierung, Konfinierung und Heranziehung zur (Zwangs)Arbeit ziviler Feindstaatenangehöriger. Diese Formen der innerstaatlichen Sicherheitspolitik trafen während des Ersten Weltkriegs weltweit Hunderttausende. Sie sollten zum Teil auf Jahre hinaus das Leben der Betroffenen maßgeblich prägen. Die Implementation, Durchsetzung und Handhabung dieser Praktiken in Hinsicht auf die Angehörigen des Russischen Zarenreichs steht im Fokus dieser Dissertation. Dabei sollen sie nicht allein als Ergebnis eines obrigkeitsstaatlichen Projekts verstanden werden, sondern vielmehr als ein gesellschaftlicher Prozess, der in einem sich immer
stärker totalisierenden Krieg von den unterschiedlichsten Akteuren beeinflusst wurde.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage nach der Durchsetzung dieser Maßnahmen als politische Praxis. Mit dem Rückgriff auf einen praxeologischen Ansatz werden die zentralen Praktiken in ihrem prozesshaften Charakter diskutiert, ihre alltagsweltliche Relevanz ausgeleuchtet und die bedeutsamen diskursiven Leitlinien analysiert. Die Studie selbst ist ganzheitlich ausgerichtet, um neben den genannten Praktiken auch die damit verbundenen Akteure und Strukturen sowie ihre gegenseitige Beeinflussung in den Blick zu bekommen. Hierbei sind unter anderem etwaige Anpassungs- und Veränderungsprozesse zu thematisieren, die sich vor dem Hintergrund des unerwartet lang andauernden Krieges abzeichneten. Dabei drängen sich die Fragen zur diskursiven Einbettung der Praktiken auf. In welchem Spannungsverhältnis standen die Vorstellungen von Sicherheit, Humanitarismus, Kriegspragmatismus und nationalen Identitäten zueinander? Können hier relevante Veränderungen nachgewiesen werden? Wie beeinflussten diese die politische Praxis? Schlussendlich soll mit diesem Dissertationsprojekt ein kaum erschlossenes Feld der deutsch-russischen Geschichte aufgearbeitet werden, in dessen Kontext die freiheitseinschränkenden Maßnahmen zugleich als gesamtgesellschaftliches Phänomen sowie als politischer Prozess zu diskutieren sind.

Aufsätze:
• Bock, Hannes, Verflechtung und Vernetzungsarbeit im Ersten Weltkrieg. Der «Hilfs-Ausschuss für Gefangenen-Seelsorge» als zivilgesellschaftlicher Akteur in der Kriegsfürsorge, in: Internierung und Deportationen der Zivilangehörigen Russlands und Deutschlands im Ersten Weltkrieg. Politische, soziale und humanitäre Aspekte, Moskau 2020, S. 26-43.


Tagungsberichte:
• Bock, Hannes, Kikteva, Evgenia, Internierung und Deportationen der zivilen Angehörigen Russlands und Deutschlands im Ersten Weltkrieg (1914-1917), 17.10.2019 – 18.10.2019 Moskau, in: H-Soz-Kult, 06.12.2019, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8545.

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Tutoring
OSA Geschichte
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