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Didaktik der Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut: Historisches Lernen und Geschichtskultur in einer diversen Gesellschaft

Der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte

Der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte

Die Didaktik der Geschichte fragt nach den Formen und Funktionen historischen Wissens in der Gesellschaft. 'Gesellschaft' untersuchen wir mit den Werkzeugen der Kritischen Theorie und der Diversity and Intersectionality Studies. Als Wissenschaft vom historischen Lernen liegt ein wesentlicher Tätigkeitsschwerpunkt des Faches in der Professionalisierung von Geschichtslehrer*innen. Historisches Lernen definieren wir als die eigen-sinnige produktive Aneignung vergangener Wirklichkeiten als selbst erzählte und selbst imaginierte Geschichte.


In der Geschichtsdidaktik werden die Arbeitsfelder der Empirie, Theorie und Pragmatik unterschieden.

  • Im Bereich der Empirie erforschen wir zum einen in der zweiten Förderphase der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (FU-Projekt K2teach) das Genderbewusstsein von Lehramtstudierenden im Fach Geschichte. Während in der ersten Förderphase erfolgreich die Konzepte der Lehr-Lern-Labor-Seminare in die universitäre Lehrer*innenausbildung der Freien Universität implementiert wurden, setzen wir in der zweiten Förderphase mit dem queerhistoryLab. den Schwerpunkt auf die Förderung von Gendersensibilität bei angehenden Geschichtslehrer*innen. Durch die Verzahnung von Theorien aus der Geschichtsdidaktik sowie den Gender bzw. Queer Studies mit Praxiselementen sollen bei den Lehramtsstudent*innen ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Verschränkungen der Kategorie Geschlecht mit anderen Differenz- und Ungleichheitskategorien entwickelt werden. Gemeinsam mit der PH Luzern, der Universität Innsbruck und dem Bildungsträger erinnern.at betrachten wir zum anderen im Projekt Shoah im schulischen Alltag historische Lernprozesse zum Thema Shoah in digitalen Lernumgebungen.

  • Insbesondere arbeiten wir im Feld der empirischen Geschichtskulturforschung. Im Projekt «Geschichten in Bewegung. Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft» erforschen wir, wie Akteur*innen in Museen und Gedenkstätten mit gegenwärtigem geschichtskulturellen Wandel umgehen. Das Projekt ist Teil eines BMBF-Verbundprojektes mit der Universität Hildesheim, der Universität Paderborn und dem Georg-Eckert-Institut Braunschweig in der BMBF-Programmlinie Migration und gesellschaftlicher Wandel.

  • Im Verbund mit der LMU München und dem ZZF Potsdam untersuchen wir seit Ende 2018 im Projekt „Das mediale Erbe der DDR. Inhalte, Strukturen und Aneignung“ zum einen die Genese von Ausstellungen zur DDR nach 1990, und zum anderen, wie sich Schüler*innen heute durch den Besuch von Museen und Ausstellungen DDR-Geschichte aneignen.

  • Im Bereich der Theorie koordiniert der Arbeitsbereich gemeinsam mit der Geschichtsdidaktik der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Jörg van Norden) den Arbeitskreis Geschichtsdidaktik theoretisch der Konferenz für Geschichtsdidaktik. Jährlich werden Workshops zu grundlegenden theoretischen Fragen der Geschichtsdidaktik organisiert, so 2014 zu Geschichtsbewusstsein, 2015 zu Geschichtskultur, 2016 zu normativen Fragen von Geschichte und 2018 zur geschichtsdidaktischen Theoriebildung zwischen Lebenswelt und Wissenschaft.

  • Im Bereich der Pragmatik ist gemeinsam mit der Menschenrechtsbildungsagentur HREA das Handbuch „CHANGE“ zur Verbindung von Menschenrechtsbildung und historischem Lernen entstanden. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ist der Arbeitsbereich Initiator des Berliner „Queer History Month“, eines landesweiten Unterrichtsprojektes zur Geschichte sexueller Vielfalt.

Außerdem arbeiten wir im Bereich der Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte. Als Teil der DFG-Forschungsgruppe "Recht - Geschlecht -Kollektivität" untersuchen wir Menschenrechte, queere Geschlechter und Sexualitäten seit den 1970er Jahren.


Unseren Studierenden bieten wir die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Mit der School of Education der Hebrew University of Jerusalem haben wir das Austauschprogramm „Remembrance and Public History“ angeboten, bei dem sich jährlich jeweils 15 israelische und deutsche Geschichts- und Ethik/Philosophiestudierende in Jerusalem und Berlin begegnet sind, um über Fragen der Geschichtskultur in beiden Ländern zu diskutieren. Das Programm wurde 2013 mit dem Zentralen Lehrpreis der FU Berlin ausgezeichnet. Mit der University of Education in Winneba/Ghana haben wir 2017/18 das Austauschprogramm "Entangeld Colonial Memories" durchgeführt, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt wurde.

queerhistory@fu-berlin
Arbeitskreis Geschichtsdidaktik theoretisch
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