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Ringvorlesung: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - von der Antike bis zur Gegenwart

Ringvorlesung: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - von der Antike bis zur Gegenwart

Ringvorlesung: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - von der Antike bis zur Gegenwart
Bildquelle: Russell Lee, Colored drinking fountain. Racial segregation in Oklahoma, USA, 1939 © Public domain, via Wikimedia Commons

Ringvorlesung im Wintersemester 2021/22

jeden Mittwoch, 16.15 bis 17.45 Uhr
Konzeption: Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Prof. Dr. Thomas Ertl

News vom 27.10.2021

Die Ringvorlesung wird vom Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaft in Kooperation mit dem GasthörerCard-Programm der Freien Universität Berlin durchgeführt.

Für das Programm der Vorlesung, sehen Sie bitte den Anhang.




Fremdenfeindlichkeit als aggressive Ablehnung von Menschen, die als anders oder fremd stigmatisiert werden, ist in spezifischen historischen Kontexten und Konstellationen seit der Antike aufgetreten. Der Begriff „Rassismus“ wurde zwar erst im 19. Jahr-hundert geprägt, als Menschen aufgrund äußerer Merkmale (die eine bestimmte Abstammung vermuten ließen) kategorisiert wurden. Viele Wissenschaftler*innen gehen aber davon aus, dass in der Antike und im Mittelalter analoge ideologische Konstruktionen entstanden, die auf ethnische und kulturelle Abgrenzungen zielten. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit drehen sich im Kern um hierarchisierende Selbst- und Fremdzuschreibungen. Sie konstruieren Identität und Alterität. In sozialpsychologischer Hinsicht dienen sie damit der individuellen Selbstvergewisserung gegenüber den „Anderen“. Darüber hinaus führen sie gesellschaftlichen Ein- und Ausschluss herbei. Abgrenzung und Ausgrenzung folgten homogenisierenden Gemeinschafts- bzw. Gesellschaftsidealen, die im modernen Nationalismus ihren Höhepunkt erreichten, aber auch im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit weit verbreitet waren, so in der Stigmatisierung von Andersgläubigen oder Vagabunden. Ebenso haben Rassismus und Fremdenfeindlichkeit durchweg der Legitimation politischer Herrschaft und der Recht-fertigung des Kampfes gegen innere und äußere „Feinde“ gedient.

In der Ringvorlesung sollen diese komplexen Prozesse behandelt werden. Folgende Leitfragen, die auch der Orientierung der Vortragenden dienen, bilden den inhaltlichen Rahmen:

In welchen Konstellationen sind Fremdenfeindlichkeit und Rassismus jeweils artikuliert worden und inwieweit haben sie unter spezifischen (darzustellenden) Umständen das Handeln bestimmt?

  • Welche Akteure haben Fremdenfeindlichkeit und Rassismus getragen?
  • Welche Umbrüche lassen sich in der Entwicklung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus identifizieren? Welche Gründe sind dafür maßgeblich? Welche Kontinuitäten sind über politische Umbrüche hinweg deutlich?
  • Welche Selbst- und Fremdzuschreibungen haben fremdenfeindliche Vorurteile gekennzeichnet? Inwiefern und wie haben diese gesellschaftlichen und kulturellen Ein- und Ausschluss begründet?
  • Inwieweit und wie haben fremdenfeindliche und rassistische Stereotype politische Herrschaft legitimiert, so durch die Definition und Konstruktion innerer und äußerer „Feinde“?

Insgesamt werden damit in den einzelnen Vorträgen jeweils grundsätzliche Probleme geschichtswissenschaftlichen Arbeitens behandelt, die einem breiteren Pub-likum interessante Einblicke in unser Fach eröffnen. Dem institutionellen Zuschnitt des FMI entsprechend, sollen dabei die einzelnen Epochen ebenso einbezogen werden wie spezifische Zugriffe (Public History und Global History) und areas (Geschichte Osteuropas, Lateinamerikas und Nordamerikas).

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