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Nelli Tügel

Nelli Tügel

Doktorandin

Promotion

  • seit 2014: Promotion bei Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Freie Universität Berlin

Stipendien

  • 2015 bis 2017: Promotionsstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • 2013 bis 2014: Studienstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Studium

  • 2012 bis 2014: Masterstudium Neuere und Neueste Geschichte an der Freien Universität Berlin
  • 2008 bis 2012: Bachelorstudium Skandinavistik und Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin


  • Humboldt-Universität zu Berlin, Nordeuropa-Institut, Sommersemester 2017: Sverige under 1970-talet - Perspektiven auf ein Jahrzehnt zwischen `68, Ölkrise und Atomkraftdebatte.


Forschungs- und Interessengebiete

  • Labour History & historische Protestforschung
  • Marxistische Theorie & poststrukturalistische Theoriebildung
  • Nordeuropäische Kulturgeschichte

Dissertationsvorhaben

Aushandlungsprozesse und Strukturen im Umfeld europäischer Streikbewegungen 1969 bis 1989

(gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung)

„Streiks erfordern Mut und Konfliktbereitschaft. Das persönliche Engagement der Streikenden ist dabei umso größer, je weniger Arbeitsniederlegungen lediglich als Ritual im Rahmen von Verhandlungsroutinen wahrgenommen werden.“1 Diese Beobachtung des Gewerkschaftsforschers Heiner Dribbusch lässt sich ganz ähnlich auch bei der Untersuchung von Streik-Solidaritätsbewegungen machen. Unter bestimmten Umständen können gerade nicht-normierte Sozialkonflikte wie „wilde“, aber z.B. auch sehr lang und konfrontativ geführte Streiks, ein hohes Maß an praktischer und symbolischer Solidarität erzeugen. Einher gehen solche Konflikte häufig mit einer öffentlichen Polarisierung um die Frage der Rechtmäßigkeit der Forderungen und Aktionsformen der Streikenden. Dabei werden Demokratie und Arbeit zur diskursiven Verhandlungsmasse. Es geht dann bald um mehr, als den eigentlichen Streik-Anlass. Ziel meines Dissertationsvorhabens ist es, solche Prozesse zu beschreiben und zu vergleichen. Ich tue dies anhand von vier Streikbewegungen aus drei Ländern: der Bundesrepublik Deutschland (Ford Köln 1973, Krupp Duisburg-Rheinhausen 1987/88), Großbritannien (Miners´ Strike1984/85) und Schweden (Stora Gruvstrejken 1969/70). In allen der vier von mir untersuchten Streikbewegungen ist es zu engen Kooperationen von Streikenden und Streik-Unterstützern gekommen. Solidaritätsnetzwerke, Nachbarschaftsinitiativen usw. halfen nicht nur den Streikenden, sondern griffen auch aktiv in die politischen Debatten ein, die in der Öffentlichkeit um die Streiks geführt wurden. Ich untersuche, wie Arbeit und Demokratie im Verlauf dieser Auseinandersetzungen konzeptualisiert wurden und inwiefern dies wiederum öffentliche Aushandlungsprozesse um Demokratie, Arbeit und Ökonomie beeinflusst hat.
1 Heiner Dribbusch: 60 Jahre Arbeitskampf in der Bundesrepublik, in: Reinhard Bispinck/Thorsten Schulten: Zukunft der Tarifautonomie, 60 Jahre Tarifvertragsgesetz: Bilanz und Ausblick, S. 145-168, hier S. 165.

Aufsätze

  • Vom wilden Streik zur ›Menschenwürde‹. Die Debatte um ›Arbeit‹ und ›Würde‹ im Zusammenhang mit dem Stora Gruvstrejken in Schweden 1969/70, in: Marcus Hawel & Herausgeber_innenkollektiv: Work in Progress. Work on Progress. Beiträge kritischer Wissenschaft, Hamburg 2016, S. 57-71.
  • Streik, Solidarität, Selbstermächtigung? Aushandlungsprozesse im Umfeld des wilden Streiks bei den Kölner Fordwerken 1973 und des Besetzungsstreiks bei Krupp in Duisburg-Rheinhausen 1987/8, in: Arbeit - Bewegung - Geschichte. Zeitschrift für historische Studien (ehemals JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung), Heft I/2016, S. 73-90

Miszellen

  • Streik-Solidarität in Schweden, Deutschland und Großbritannien - 1969 bis 1989, in: Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Nr. 50, S. 39–43.

Rezensionen

  • Rezension von Neumann, Klaus: Freiheit am Arbeitsplatz. Betriebsdemokratie und Betriebsräte in Deutschland und Schweden (1880-1950), Frankfurt am Main 2015, in: Arbeit - Bewegung - Geschichte. Zeitschrift für historische Studien, Heft I/2017, S. 160–162.
  • Rezension von Huwer, Jörg: "Gastarbeiter im Streik - Die Arbeitsniederlegung bei Ford Köln im August 1973, Köln 2013, in: Arbeit - Bewegung - Geschichte. Zeitschrift für historische Studien (ehemals JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung), Heft I/2016, S. 171–174.

Vorträge

  • Language and Rhetoric of Engagement; Vortrag im Rahmen des Workshops "Voluntary Action for the Public Good: The Rhetoric, Arenas, and Forms of European Philanthropic Engagement", Indiana University Europe Gateway, 31. Mai 2017.
  • Umkämpfte Deindustrialisierung. Die Rekonstruktion erodierender Arbeitermilieus in Solidaritätsnetzwerken am Beispiel des Arbeitskampfes in Duisburg-Rheinhausen 1987/88; Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquium zur Vergleichs- und Verflechtungsgeschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin am 6. Februar 2017.
  • “We are humans, not machines” – Stora Gruvstrejken in Northern Sweden 1969/70, the Construction of Labour and Democracy and the Crisis of Fordism in Sweden; Vortrag im Rahmen des Workshops "New Perspectives of Social and Cultural History" - Joint Workshop of Historians at the Universities of Berlin and Malmö (6. und 7. Oktober 2016, Freie Universität Berlin).
Mentoring
Tutoring
OSA Geschichte
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