Profilbereich Vorderasiatische Archäologie
Beschreibung und Qualifikation
Die Vorderasiatische Archäologie untersucht Formen des menschlichen Zusammenlebens in Westasien vom Epipaläolithikum bis zur Zeit des Islams auf Grundlage materieller Hinterlassenschaften. Zum methodischen Profil gehören moderne feldarchäologische Verfahren ebenso wie hermeneutische und digitale Methoden zur Auswertung von Artefakten und Bildwerken. Diese werden mit aktuellen kultur-, sozial- und bildwissenschaftlichen Fragestellungen und Theorien verknüpft.
Die Fachinhalte reichen vom Südkaukasus bis zur Arabischen Halbinsel und umfassen mehr als 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Forschung erfolgt häufig epochenübergreifend und unter Einbeziehung von Keilschriftquellen. Studierende lernen, Funde und Befunde im Kontext gesellschaftlicher Prozesse zu interpretieren, bestehende Wissensbestände zum alten Westasien kritisch zu reflektieren und eigenständige, forschungsorientierte Fragestellungen aus aktuellen Themen und Methoden zu entwickeln.
Module des Profilbereichs Vorderasiatische Archäologie
In den Modulen der Vorderasiatischen Archäologie stehen die Menschen und Räume, Bilder und Objekte des alten Westasiens, den Ländern des heutigen Nahen und Mittleren Ostens, im Fokus. Die Themen beziehen aktuelle und theoretische Fragestellungen ebenso ein wie Fach- und Forschungsgeschichte. Das MA-Studium der Vorderasiatischen Archäologie ist eng verschränkt mit den anderen archäologischen Fächern am Fachbereich sowie den historischen und philologischen Inhalten von Altorientalistik und Wissensgeschichte.
Folgende fachspezifische Module sind – in beliebiger Reihenfolge – zu absolvieren:
- Forschungsfelder der Vorderasiatischen Archäologie:
Die Studierenden setzen sich mit aktuellen Forschungsfeldern der Vorderasiatischen Archäologie auseinander, vergleichen kritisch und entwickeln eigene Forschungsfragen. Vor dem Hintergrund kultur- und sozialwissenschaftlicher Theorien werden Siedlungs-, Umwelt-, Religions- und Gender-Archäologie aber auch Bau- und Bildgeschichte behandelt, um materielle Hinterlassenschaften kritisch zu interpretieren. - Raum und Zeit im alten Westasien:
Landschaften, Regionen und Stätten des alten Westasiens werden im Kontext der Landschafts- und Siedlungsarchäologie sowie den Methoden der Fernerkundung betrachtet. Daraus entwickelte Fragestellungen werden durch praxisnahe Interpretationen und Fallstudien im räumlichen und zeitlichen Kontext beispielsweise durch Karten und Zeitleisten anschaulich visualisiert. - Materielle Kultur in sozialen Kontexten des alten Westasiens:
Die Studierenden vertiefen eigenständig oder in Gruppen ihr Wissen zur materiellen Kultur des alten Westasiens – von Artefakten bis zu deren Kontext und Funktionen. Sie nutzen digitale Methoden zur Dokumentation und Analyse, arbeiten interdisziplinär und präsentieren fallbasierte Ergebnisse. - Bildlichkeit und visuelle Kultur im alten Westasien:
Die Studierenden erweitern ihr Wissen zu Ikonographie und Ikonologie der visuellen Kulturen des alten Westasiens und befassen sich mit Bildsemantik, Symbolik und deren gesellschaftlichem Kontext. In der Lernwerkstatt arbeiten sie praktisch mit traditionellen und digitalen Visualisierungsmethoden, analysieren Bild-Artefakte und deren Bedeutung für Identitäten, Ideologien und Ontologien. - Aktuelle Forschung zum alten Vorderasien:
Das Modul vermittelt anhand aktueller Forschungsfragen die fach- und gegenstandsspezifischen Methoden selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens in der Vorderasiatischen Archäologie und Altorientalistik einschließlich themenbezogener Lektüre, Diskussion und kritischer Evaluation.
Im Ergänzungsbereich empfehlen wir den Besuch des Moduls „Materialität von Schrift und Bild“, das von der Vorderasiatischen Archäologie zusammen mit der Altorientalistik angeboten wird. Ebenso wird das Modul „Interdisziplinäre Perspektiven der Altertumswissenschaften“ regelmäßig von der Vorderasiatischen Archäologie in Kooperation mit der Universität Kopenhagen angeboten. Der Besuch von Modulen der Altorientalistik („Philologie A/B“; „Spracherwerb alte Sprachen A/B“) ist für Studierende der Vorderasiatischen Archäologie ebenso relevant wie der Erwerb von modernen Sprachen wie Arabisch, Türkisch oder Persisch („Spracherwerb alte Sprachen A/B“).
Ein feldarchäologisches Praktikum, wenn möglich in Form einer Ausgrabung in der Region Westasien, z.B. als studentisches Teammitglied einer Grabung des Deutschen Archäologischen Instituts, sollte in keinem MA-Studium der Vorderasiatischen Archäologie fehlen („Feldarchäologisches Praktikum A/B“ oder auch „Internes Praktikum A/B“ bei Grabungen/Projekten des Instituts für Vorderasiatische Archäologie). Darüber hinaus bieten Dozierende Lehrveranstaltungen im Vorderasiatischen Museum Berlin an, die Einblicke in die Arbeit mit Originalobjekten im fachspezifischen Museumskontext ermöglichen („Objektorientiertes Arbeiten in Museum und Sammlung“, „Wissenschaft und Öffentlichkeit A/B“). Auch hier bestehen Praktikumsmöglichkeiten, ebenso wie an anderen Museen und Sammlung oder an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften („Externes Praktikum A/B“).
Unterrichtssprache
Die Lehrveranstaltungen finden auf Deutsch oder Englisch statt, abhängig vom Dozierenden. Die Unterrichtssprache können Sie der Beschreibung im elektronischen Vorlesungsverzeichnis entnehmen.
Mehr Infos?!
Bitte wenden Sie sich bei allen Fragen zum Profil Vorderasiatische Archäologie an das Sekretariat (vorderasiatische-archaeologie@geschkult.fu-berlin.de). Eine Studienberatung vor oder zu Beginn des Studiums wird dringend empfohlen.
Schauen Sie auch gerne auf die Website des Instituts für Vorderasiatische Archäologie für unsere aktuellen Forschungen und Lehrveranstaltungen.
Konsultieren Sie bei allen Fragen zur Studienorganisation und Bewerbungen die Seite des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften, insbesondere die FAQs.


