Fachbereichs-Gebäude in der Koserstraße

Hedwig-Hintze-Frauenförderpreis

des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften

Aktuelle Bewerbungsfrist für 2012/2013:      21.01.2013

Der Preis für die beste Qualifikationsarbeit einer Nachwuchswissenschaftlerin wird aus einem Teil der jährlich zugewiesenen Frauenfördermittel des Fachbereichs seit dem Jahr 2000 vergeben.

Voraussetzung ist, dass die Dissertation mit „summa cum laude“ bewertet wurde. Thematische Vorgaben gibt es nicht. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird jährlich am Ende des Wintersemesters bei der Abschlussfeier des Fachbereichs verliehen.

Hedwig Hintze (1884-1942)

Hedwig Hintze wurde 1884 in München als Tochter des Bankier-Ehepaars Guggenheimer geboren. Nach einem Lehrerinnenexamen (1901) und dem externen Abitur (1910) immatrikuliert sie sich 1910 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin in den Fächern Geschichte, Nationalökonomie und Germanistik. Sie ist Schülerin des Historikers Otto Hintze, den sie 1912 heiratet. Nach Unterbrechungen durch den Weltkrieg und die Pflege ihres kranken Mannes wird sie 1924 bei Friedrich Meinecke „summa cum laude“ promoviert und habilitiert sich 1928 als zweite deutsche Historikerin; seit 1929 lehrt sie als Privatdozentin. 1926 überträgt ihr Meinecke die Berichterstattung zur Französischen Revolution in der Historischen Zeitschrift (HZ). Doch im Mai 1933 wird ihr diese Aufgabe entzogen, weil sie, inzwischen eine bekannte Linksintellektuelle und engagierte Sozialistin, als „politisch belastet“ gilt und die beiden HZ-Herausgeber die Zeitschrift als politisch neutral erscheinen lassen wollen. Das nationalsozialistische Regime beendet Hedwig Hintzes Hochschullaufbahn abrupt: Als „Nichtarierin“ (ihre Eltern waren jüdisch, sie selbst protestantisch) wird ihr im September 1933 die Lehrbefugnis entzogen. 1933-1935 folgt ein Forschungsaufenthalt in Paris. Im August 1939 emigriert Hedwig Hintze in die Niederlande, die 1940 von Deutschland besetzt werden. Im Herbst 1940 erhält sie einen Ruf an die „New School for Social Research“ in New York, aber die Einreise scheitert am Fehlen der nötigen Papiere. Nach dem Tod ihres Mannes 1940, ohne finanziellen Rückhalt und seelisch am Ende, stirbt sie im Juli 1942, vermutlich von eigener Hand. Hedwig Hintze suchte linksliberales und sozialistisches Engagement zu verknüpfen und plädierte für internationale Verständigung. Ihre Schriften behandeln die Verfassungsgeschichte der Französischen Revolution und sozialgeschichtliche Fragestellungen.

Antragsberechtigung

Antragsberechtigt sind alle akademischen Mitglieder des Fachbereichs, die Frauenbeauftragten sowie die Autorinnen selbst.

Bewerbungsfrist

Der Antragszeitraum umfasst das der Preisvergabe vorangegangene Kalenderjahr; bei Vergabe im Februar das vorletzte Jahr. Als Stichtag für die Antragstellung gilt das Eingangsdatum des letzten Fachgutachtens der Arbeit.

Bewerbungsunterlagen

  1. Schriftliche Arbeit
  2. Fachgutachten (alle)
  3. Lebenslauf
  4. Formloses Anschreiben

Vergabe

Über die Vergabe des Preises entscheidet ein Gremium des Interdisziplinären Forums Gender und Diversity Studies  in Abstimmung mit dem Dekanat und der Frauenbeauftragten des Fachbereichs. Der Preis dient der Unterstützung hervorragender Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen des Fachbereichs.

Preisträgerinnen

Letzte Aktualisierung: 21.12.2012

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