Jan van Eyck, Genter Altar, Detail, 1432, Gent St. Bavo

Dr. Antje Fehrmann

fehrmann

Kunsthistorisches Institut

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Adresse Koserstr. 20
Raum A 294
14195 Berlin
Telefon 0049-(0)30-838-57865
Fax 0049-(0)30-838-457865
E-Mail antje.fehrmann@fu-berlin.de

Sprechstunde

nach Vereinbarung

AKTUELL:

Zwei Seminare zur Mentorenqualifikation am KHI                                                                   

 

Erster Treffpunkt am Mittwoch, 10. Februar, 14.00 c.t., Raum wird noch bekannt gegeben, Koserstr. 20, mit Informationen zum Seminar und Themenvergabe; Nachtreffen im Sommer­semester n. V. mit Ergebnisbericht und Diskussion der durchgeführten Mentorien

Blockseminar in den Semesterferien: 30. und 31.3. sowie 4.-8. April 2016

In den Frühjahrs-Semesterferien 2016 biete ich zwei Seminare an, die zusammen für die Mentorentätigkeit qualifizieren.

Im ersten Seminar „Architektur in Berlin im Mittelalter “ besuchen wir Anfang April 2015 ausgesuchte Berliner Bauten. Im zweiten Seminar „Architektur vom Mittelalter bis in die Moderne. Mentorenqualifikation“ erfolgt gleichzeitig die Vorbereitung, Unterstützung und Nach­bereitung der Mentorien, die unter Ihrer eigenen Leitung stattfinden werden: Im Sommersemester werden Sie als Mentoren mit den Studienanfängerinnen und -anfängern des Grundkurses Architektur ausgewählte Berliner Bauten in Kleingruppen erkunden. Beide Seminare richten sich an fortgeschrittene Studierende im Bachelor („Vertiefungsmodul II“) und an Studierende im Master (in den Modulen „Praxis und Vermittlung“, „Architektur“ im alten Master sowie „Praxis und Vermittlung“, „Forschung am Objekt“, „Gattungen und Themenfelder“, „Epochen und Kulturen“ im neuen Master). Daneben erhalten alle nach der erfolgreichen Leitung der Kleingruppen ein Zeugnis, in dem ihnen die Fähigkeit einer breitgefächerten, kunsthistorisch wie pädagogisch fundierten Tätigkeit als Architekturführer/in attestiert wird. BA-Studierende erhalten überdies fünf ABV-Punkte.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt: Bitte melden Sie sich bei mir persönlich an (antje.fehrmann@fu-berlin.de). Im ersten Seminar halten Sie ein Referat über einen einzelnen Bau, eine Werkgruppe oder einen Stadtraum, das Sie in den Semesterferien vorbereiten und später als Hausarbeit verschriftlichen: eine Architekturanalyse mit gründlicher Beschreibung, in der Sie das Werk in seinen historischen und städtebaulichen Kontext einordnen. Bestandteil des zweiten Seminars ist die gemeinsame Erarbeitung von Konzepten für Diskussionen und Bauanalysen, die Sie als Mentor/Mentorin mit den Studierenden durchführen werden und die Sie auf Ihre Tätigkeit als Mentorinnen und Mentoren vorbereiten sollen. Hier ist im Laufe des Sommersemesters ein kurzes schriftliches Führungskonzept einzureichen. Beide Seminare greifen ineinander, können also nur gemeinsam belegt werden. Die Mentorenqualifikation ist eine Besonderheit am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin: Das Mentorium leiten Sie in eigener Regie semesterbegleitend nach freier Terminwahl, empfohlen ist zumindest eine vierzehntägige Frequenz bei einem Umfang von zwei Semesterwochenstunden. Das Mentorium des KHI ist nicht zu verwechseln mit dem Mentoring-Programm des Fachbereichs oder dem Tutorium des KHI.  

Literaturauswahl:

Wörner; Sigel: Architekturführer Berlin, 6. Aufl. Berlin 2001

Dehio Berlin, Berlin 2000

Kleihues; Becker-Schwering; Kahlfeldt: Bauen in Berlin, Berlin 2000

Börsch-Supan, Kühne, Reefs: Kunstführer Berlin, 4. Aufl. Stuttgart 1991

Berlin und seine Bauten, Berlin, Düsseldorf, München, 1966-

Architekturführer aus dem Stadtwandel-Verlag

Lebenslauf

Seit Juli 2015
Akademische Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität (Prof. Christian Freigang)

April 2012-Juni 2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität (Prof. Christian Freigang)

2011-April 2012

Postdoc und wissenschaftliche Koordinatorin im DFG-Graduiertenkolleg „Kunst und Technik“, Technische Universität Hamburg-Harburg

2010-2012
Lehraufträge am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg

2009-2010
Wissenschaftliche Mitarbeit an der Konzeption und Übersetzung des deutschen „Art and Architecture Thesaurus“, Marburg/Berlin

2005
Promotion: „Sepulkrale Inszenierung am englischen Königshof. Die Selbstdarstellung der Lancaster und die Tradition der königlichen Grabmäler und Kapellen 1066-1509“ (bei Prof. Ingo Herklotz, Marburg, und Prof. Julian Gardner, Warwick University, England), ausgezeichnet mit dem Promotionspreis der Philipps-Universität Marburg

2001-2006
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte, Marburg

1998-1999
Promotionsstipendiatin der Gerda Henkel Stiftung

1991-1996
Magister in Kunstgeschichte, Christlicher Archäologie und Byzantinischer Kunstgeschichte sowie Völkerkunde: „Chantry Chapels in der Kathedrale von Winchester: Totengedächtnis und Mikroarchitektur im spätmittelalterlichen England“ (bei Prof. Hans-Jochen Kunst und Dr. Frank Druffner)

1988-1991
Industriekauffrau und Betriebswirtin (BA), Lübeck

1988
Diplôme Supérieur d’Etudes Françaises an der Universität Grenoble

Habilitationsprojekt

Projektentwurf moderner Kirchenbau in Hamburg

Antje Fehrmann, FU Berlin, Kunsthistorisches Institut                   

 

Die Beschäftigung mit Architekturzeichnungen und -entwürfen hat eine lange Tra­dition in der kunst- und architekturgeschichtlichen Forschung; meist werden diese Dokumente als schöpferische oder technische Produkte einzelner Künstler, Ar­chitekten und Auftraggeber untersucht. Selten aber sind die kollektiven Pro­zesse, die dem Baubeginn vorausgingen, selbst Gegen­stand der Analyse. Sie sind Thema meiner Habilitation: die Diskurse zwischen Pfarrer, Gemeinde, Architekt, Ingenieur sowie kirchlichem und städtischem Bauausschuss um den modernen Kirchenbau in Hamburg. Nicht nur das Baumaterial und der Bau selbst, sondern auch diese Ideen, Entwürfe, Diskussionen und Ablehnungen im Vorfeld konstitu­ieren die Architektur als Ge­meinschaftswerk aller beteiligten Parteien. Gerade in den letzten Jahren rückten Fragen von Diskursanalyse, Partizipation und Netz­werken in der städtischen Re­präsentation verstärkt in das Blickfeld insbesondere soziologischer Unter­suchungen. Der moderne Kirchenbau in Hamburg ist ein ide­ales Feld, diese methodischen Ansätze auch für die Kunstgeschichte fruchtbar zu machen. 

In Hamburg planten Pfarrer und Gemeinden seit den 1950er Jahren den Wieder­aufbau ihrer zerstörten Kirchen, deren außergewöhnliche Architektursprache und Raumatmosphäre nicht selten der Identitätsfindung der zerstörten alten Stadtteile und der modernen Wohnsiedlungen dienen sollten. Die wichtigste Plattform zum Austausch von Ideen waren die evangelischen Kirchbautage, die seit 1946 an wechselnden Orten statt­finden. Der gedachte und gebaute Raum ist dabei nicht bedingt durch eine vorge­gebene Funktion sondern vielmehr der inspirations­ge­bende Motor für liturgische Reformen und formale wie inhaltliche Innovationen, die in den Diskussionen um Wege und Wahrnehmung von Raum und Aktion ent­ste­hen.

Das komplexe Geflecht der Abhängigkeiten zwi­schen Pastor, Gemeinde, Archi­tekten, Bauunternehmern sowie kirchlichen und städtischen Bauämtern ist in den kirchlichen und städtischen Archiven in Form von Briefen, Sitzungs- und Te­lefon­protokollen, Entwürfen, Fotografien und Modellen gut dokumentiert. Wie sehr diese diskursiven Pro­zesse die Entwürfe, Architektur und Ausstattung der Kirchen bestimmen, die üb­licherweise als das Werk eines Architekten gewürdigt werden, untersuche ich mit einem Schwerpunkt auf vier modernen Kirchenbauten der 1950er- und 1960er Jahre.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Architektur und Bildkünste in Mittelalter und Neuzeit
  • Architektur in Berlin
  • Kirchenbau und Konzepte städtischer Repräsentation
  • Inszenierung und politische Repräsentation in Grabmälern und am Hof
  • Prozesse des Kulturtransfers England – Frankreich – Italien
  • Kunstgeschichte Englands
  • Kunstgeschichte Hamburgs

Dr. Antje Fehrmann

Ausgewählte Veröffentlichungen

aktuell: Interview zum Modernen Kirchenbau, L.I.S.A.-Portal der Gerda Henkel Stiftung

http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/kirchen_hamburg


Monografie:

  • „Grab und Krone. Königsgrabmäler im mittelalterlichen England und die post­hume Selbstdarstellung der Lancaster“, München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 2008, ISBN 978-3-422-06728-8. – Rezensionen in: Journal of the British Archaeological Association (Ute Engel); Francia (Jean Genet); Kunstform/Sehepunkte (Steffen Krä­mer); Church Monuments (Sophie Ooster­wijk).   

Aufsätze:

  • "Im Straßenbild wirkungsvoll". Kirchenbauten in der Stadt Hamburg vom Mittelalter bis 1965, in: Das Münster, Schwerpunkt "Kirche baut Stadt" 68/1, 2015, S. 12-19, 88. URL: http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000022939 (Das komplette Heft zum Schwerpunkt "Kirche baut Stadt" mit optimaler Bildqualität ist zu beziehen über www.schnell-und-steiner.de)
  • "Ein harmonisches Ganzes": Der Architektenwettbewerb um die Groß Flottbeker Kirche und das Pastorat, in: Matthias Lobe, Jochen Hermann Vennebusch (Hg.), Die Flottbeker Kirche in Hamburg, Lindenberg 2013, S. 2-8.
  • Fragmente des Sarkophags Ludwigs des Frommen, in: M. Puhle, G. Köster (Hg.), Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter, Ausstellungskatalog Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Kat. IV.37, Regensburg 2012, S. 474-475.
  • Politics and Posterity: English Royal Chantry Provision 1232-1509, in: J. Luxford, J. McNeill (Hg.), The Medieval Chantry in England (The Journal of the British Archaeological Association, 164), Leeds 2011, S. 74-99 (siehe Rez. von Gervase Rosser in: The Journal of Ecclesiastical History 64, 2013, S. 397-398). Online: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1179/174767011X13184281107965
  • „Mikroarchitektur oder Makroskulptur? Kapellen, Festarchitektur und ihre Rezeption im England des Spätmittelalters“, in: C. Kratzke, U. Albrecht (Hg.), Mikroarchitektur im Mittelalter. Ein gattungsübergreifendes Phänomen zwischen Realität und Imagination, Leipzig 2008, S. 61-80.
  • Grabmal und Totengedächtnis im westlichen Mittelalter, in: C. Elsas (Hg.), Ster­ben, Tod und Trauer in den Religionen und Kulturen der Welt. Gemeinsamkeiten und Besonderheiten in Theorie und Praxis, Hamburg 2007, S. 281-298.
  • „Das Grabmalskonzept am Hof Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England und der englische Anspruch auf den französischen Thron“, in: C. Freigang, J.-C. Schmitt (Hg.), Die Hofkultur in Frankreich und Europa im Spätmittelalter. Die Konstruktion von Handlungsräumen und Repräsentationssystemen, Berlin 2006, S. 349-373.
  • „Quasi castrum pulcherimum. Englische spätmittelalterliche Festarchitektur im Spiegel ihrer zeitgenössischen Inszenierung und Beschreibung“, in: E. Vavra (Hg.), Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter, Akten des 10. Symposiums des Mediävistenverbandes Krems, Berlin 2005, S. 281-304.
  • The Chantry Chapel of King Edward IV, in: L. Keen, E. Scarff (Hg.), Windsor. Medie­val Archaeo­logy, Art and Architecture of the Thames Valley, BAA Con­fe­rence Transactions, Leeds 2002, S. 177-191.

 

Rezensionen (Auswahl):