Jan van Eyck, Genter Altar, Detail, 1432, Gent St. Bavo

Forschungsstelle "Entartete Kunst"

Institution:

Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin

Koserstr. 20, 14195 Berlin, Raum A186 und A187

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Sekretariat:
Claudia Kabakeris

Studentische Hilfskräfte:
Janna Stolte
Hubertus von Tippelskirch

Mit dem Projekt assoziierter ehemaliger Mitarbeiter: Prof. Dr. Christoph Zuschlag (Landau)

Förderung:

Ferdinand-Möller-Stiftung (langfristige Förderung bis 30.06.2015)
Gerda Henkel Stiftung (Förderungszeit: 2005 - 2011, 2012 - 2013)
Freie Universität Berlin (Überbrückung: Juli bis Dezember 2015)
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) (Förderungszeit: 2016)

Projektlaufzeit:

01.03.2003 — 31.12.2016

Ansprechpartner:

Forschungsstelle "Entartete Kunst"

Telefon:

0049 - (0)30 - 838 54523

Fax:

0049 - (0)30 - 838 4 545 23

E-Mail:

Hinweis: Die alte Emailadresse fsek@zedat.fu-berlin.de wird nicht mehr verwendet!

 

--- AKTUELLES ZUM FORTBESTAND DER FORSCHUNGSSTELLE ---

 

Mi., 02. Dez. 2015

Bund sichert Fortführung der Forschungsstelle Entartete Kunst. Kulturstaatsministerin Grütters übernimmt Finanzierung für 2016

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2015/12/2015-12-02-bkm-forschungsstelle-entartete-kunst.html


Sie finden die Forschungsstelle "Entartete Kunst" im Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin in den Räumen A 186 und A 187.

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" feierte am 5. und 6. September 2013 ihr 10-jähriges Bestehen! Anlässlich dieses Festaktes wurde ein zweitägiges Symposium veranstaltet.

Zum Programm gelangen Sie hier. Die gefilmten Beiträge des Symposiums sind online auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung abrufbar. Zu den Beiträgen gelangen Sie hier.

Geschichte

Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" wurde zu Beginn des Jahres 2003 am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin eingerichtet. Seit April 2004 ist sie parallel dazu am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg mit einem eigenen Schwerpunkt angesiedelt.

Die Forschungsstelle wird seit ihrer Gründung im Wesentlichen von der Ferdinand-Möller-Stiftung (Berlin) finanziert. Die Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf) trug von 2005 bis 2009 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters.

Gegenstand und Aufgaben

Im Mittelpunkt der Forschungen stehen die Methoden nationalsozialistischer Kunstpolitik, insbesondere die Vorgeschichte, Geschichte und die Auswirkungen der Beschlagnahme moderner Kunstwerke in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937. Eingebunden darin sind Recherchen zu den antimodernen Propagandaausstellungen seit 1933 und zu der Wanderausstellung "Entartete Kunst" von 1937 bis 1941. In diesem Zusammenhang fragt die Forschungsstelle nach dem Schicksal der betroffenen Künstler, den Strategien der Museumsleiter und der Rolle der Kunsthändler innerhalb des Verwertungssystems.

Zum Kernstück der Forschungen gehört die Arbeit an einem Gesamtverzeichnis der 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten Kunst“. Dieses Beschlagnahmeinventar ist als Datenbank angelegt und steht nach Veröffentlichung seiner Kerndaten im Frühjahr 2010 im Internet zur Verfügung.

Mit der Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe von zunächst 6 Bänden werden schlaglichtartig, aber auch in Überblicksdarstellungen neue Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschungsarbeit publiziert.

Die Arbeit an der Forschungsstelle ist eng verbunden mit der universitären Lehre. Angeboten werden Seminare zu wechselnden Themen aus dem Kreis der Forschungen. Insbesondere sollen die Studierenden an die systematische Erfassung und Auswertung von Archivmaterial herangeführt werden. Magister- und Dissertationsthemen werden im Hinblick auf Teilstudien des Forschungsbereichs vorgeschlagen.

Thema Restitution

Zahlreiche Rückgabeforderungen von „NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut“ an deutsche Museen hatten zur Folge, dass die Forschungsstelle seit ihrem Bestehen viele Anfragen aus betroffenen Museen zur Provenienz der eigenen Bestände  und zum Umgang mit dem Thema Restitution erreichten. Aus diesem Grund erarbeitete die Forschungsstelle zunächst ein Dossier zur NS-Kunstpolitik und zu ihren Auswirkungen auf private Sammlungen mit einer Chronologie der kulturpolitischen Vorgänge ab 1933 in Deutschland und einem Einblick in die eigentumsrechtliche Problematik der Beschlagnahmen aus den ehemaligen Privatsammlungen.

Zudem wurde mit Unterstützung der Ferdinand-Möller-Stiftung im Sommer 2006 die Initiative ergriffen, ein Informationsnetzwerk zur Unterstützung der Museen im Umgang mit Rückgabeforderungen anzuregen. Mehrere Gespräche in der Kulturstiftung der Länder mit Vertretern aus Bund und Ländern, des Deutschen Museumsbundes, der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg, des Arbeitskreises Provenienzforschung sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz galten diesem Ziel. Die derzeitigen Verhandlungen des Deutschen Museumsbundes mit dem Kulturstaatsminister gehen sogar darüber hinaus.

Literatur zur eigentumsrechtlichen Bewertung der "Entarteten Kunst"

Verwandte Projekte