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Forschungsprojekt Ahrenshoop
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Institution: |
Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin Koserstr. 20, 14195 Berlin, Raum B 181 |
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Leitung: |
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Mitarbeiter/innen: |
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Förderung: |
VolkswagenStiftung (www.volkswagenstiftung.de) |
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Projektlaufzeit: |
01.11.2011 — 31.10.2014 |
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Telefon: |
030 / 838 55852 |
Forschung für ein Museum im Aufbau
In Ahrenshoop, der ehemaligen Künstlerkolonie an der Ostsee, entsteht zur Zeit nach Plänen des Berliner Büros Staab-Architekten das Kunstmuseum Ahrenshoop (www.kunstmuseum-ahrenshoop.de). Das in bürgerschaftlicher Initiative gegründete Museum wird Heimstatt einer hochkarätigen Kunstsammlung, die die wechselvolle, über 120-jährige Geschichte des Künstlerortes und der mit ihm zusammenhängenden Kunstlandschaft auf der Halbinsel Fischland-Darß sowie den Inseln Hiddensee, Rügen und Usedom vor Augen führt. Die beständige Attraktion, die diese Gegend zu allen Zeiten und während unterschiedlicher politischer Systeme auf Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland ausübte, fand ihren Ausdruck in Werken größter stilistischer Bandbreite.
Die – künftig noch zu erweiternde – Sammlung repräsentiert weit über einen nur lokalen oder regionalen Kontext hinaus einen Teil deutscher Kunstgeschichte von der Gründerzeit bis heute, der hinsichtlich der für die Ostseeregion relevanten Künstler und künstlerischen Bewegungen erst in Ansätzen erschlossen ist
Flankierend zur Museumsneugründung wurde daher am Kunsthistorischen Institut das Forschungsprojekt Ahrenshoop eingerichtet. Es versteht sich gleichsam als der „wissenschaftliche Nukleus“ des im Aufbau befindlichen Museums. Die hier gewonnenen Forschungsergebnisse und Erkenntnisse fließen unmittelbar in die praktische Museumsarbeit ein; sie bilden die Basis für den weiteren Ausbau der Sammlung sowie die inhaltliche Konzeption des Hauses und späterer Sonderausstellungen. Eine derartige Verschränkung von universitärer Forschung und musealer Arbeit ist sowohl in der universitären wie auch der Museumswelt ein Novum.
Inhalte des Forschungsprojektes
Die zeitliche wie systemübergreifende Kontinuität des Künstlerorts Ahrenshoop ist in der Geschichte einmalig und eröffnet ein facettenreiches Forschungsfeld, das alle Perioden der deutschen Kunstgeschichte umfasst. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf prominente Namen wie Schmidt-Rottluff, Feininger, Jawlensky oder Pechstein, sondern auch auf jene Künstlerinnen und Künstlern, die – aus unterschiedlichsten Gründen – aus dem Kanon gefallen sind und die es nun (wieder-) zu entdecken gilt, um immer noch bestehende weiße Flecken auf der kunsthistorischen Landkarte zu tilgen.
Neben der zunächst erforderlichen Grundlagenforschung zur Rekonstruktion der Kunstlandschaft an der Ostsee und dem Aufbau eines entsprechenden Künstler-Archivs (inklusive Bilddatenbank), liegt das besondere Augenmerk des Forschungsprojektes auf zwei großen Themenkomplexen. Den ersten Schwerpunkt bildet die sogenannte „Andere Moderne“, das heißt die vielfältigen gegenständlichen Tendenzen der zwanziger bis vierziger Jahre, die mit dem Begriff der Neuen Sachlichkeit nur unzureichend oder gar nicht zu fassen sind. Einen zweiten Themenschwerpunkt bildet die Kunst der DDR, deren substanzielle Aufarbeitung gerade in eine neue Phase tritt und deren Geschichte insbesondere durch die Berücksichtigung non-konformer Künstler, die in Ahrenshoop und anderen Regionen an der Ostsee ihr Refugium fanden, um wesentliche Aspekte bereichert werden kann.
Assoziiert sind dem Projekt freie WissenschaftlerInnen, die monografisch zu einzelnen KünstlerInnen arbeiten. Weiterer Kooperationspartner ist das Caspar-David-Friedrich-Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald.
